
Ich hatte natürlich versucht, "meine DSD- Truppe" (siehe Bild 2) in dem einen Monat vor den Prüfungen so gut wie möglich vorzubereiten, aber viel konnte ich nicht mehr ausrichten. Ich kenne immer noch nicht alle Schülerinnen mit Namen, da ich nicht alle unterrichte. Nun bin ich gespannt auf die Ergebnisse, die aber nicht vor April zu erwarten sind. Trotzdem soll ich drei Kandidatinnen benennen, die sich für ein Vollzeitstipendium des DAAD bewerben können. Ich soll auch noch die Befürwortungen schreiben und die Auswahl unter dem Aspekt der Sprachbeherrschung verantworten. Klar, ich ziehe mich auf die Vorschläge meiner Kolleginnen zurück, aber ein ungutes Gefühl bleibt. Denn natürlich gönne ich es allen. Und da stellt sich wieder die Frage der Kriterien...
Gedankenexperiment: Eine Klasse von 36 Schülerinnen soll geteilt werden und man teilt sie entlang der Durchschnittsleistungen so, dass die "Schlechten" in die eine und die "Guten" in die andere Klasse kommen. Was würde passieren? In der "guten Klasse" würde es plötzlich "Schlechte" geben, die mit Sicherheit schlechter bewertet würden als die "Besten" der "schlechten Klasse", die deswegen aber nicht wirklich besser geworden sind. Man kann das auf Schulen, Bundesländer usw. ausweiten. Schlagender kann man den Unsinn der Leistungsmessung durch Zensuren nicht zeigen. Trotzdem muss ich nach nur einem Monat Unterricht und immer noch ohne wirkliche Kenntnis der Schülerpersönlichkeiten solche Entscheidungen treffen. Ich bin so was von gegen Schul- Noten... Aber was kann man tun?