Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Dienstag, 4. Januar 2022

Abschied vom Kormoranweg

Am 30.12. sind wir abgefahren. Ein letztes Bild der alten "Eigentümer" vor dem Haus, dessen Treppen zwar knarrten und dessen Garage noch für Trabant und Wartburg konzipiert war, das uns aber dennoch gute Dienste geleistet hat. Vor allem hatten wir bei allen Besuchen einen Rückzugsraum.

Damit geht nun ein ganzer Lebensabschnitt zu Ende. Komisches Gefühl. Ich hoffe, die Eltern freuen sich mehr auf das Neue, das kommt, als dass sie dem Vergangenen nachhängen. Aber ein leichter Abschied wird es nicht werden, wenn der Tag da ist. Denke ich...
 

Zweite Weihnachtsfeier in Wismar

Am 28. 12. sind wir, Anka, Franziska und ich, dann "hoch" gefahren. Was uns erwartete war die Bescherung Nr. 2 und also so etwas wie die "zweiten Weihnachten". Eigentlich war alles wie immer...

Unter dem schönen Baum (Bild zwei- klar) lagen viele Geschenke. Erst verwunderte mich das, aber dann fiel der Groschen... Allerdings rechnete ich nicht damit, dass wir Lose ziehen mussten. Damit wurde entschieden, wer welche Afrika- Andenken an sich nehmen darf, denn nicht alle können mit in die neue Wohnung der Eltern. (Bild drei)

Auch die kommenden Tage waren wie immer. Da die Restaurants nicht ohne Probleme zu besuchen waren, hatte Mutter gekocht "wie immer". Also fehlte es an nichts. Wir hatten auch Stollen von Anka, einen guten Whisky, Rotwein aus Moldawien... Was will man mehr?

Am Ende der Zeit meinte der Vater, dieses Jahr wäre Weihnachten besonders lang gewesen. Und er hatte Recht. Immerhin hatten wir noch einmal eine schöne Zeit in unserem Haus. Im Januar wird es dann an die neuen Eigentümer übergeben und wir wissen noch nicht, wie die nächsten Weihnachten werden. Wenn alles gut geht, werden wir wohl im Hotel sein. Wenn es dann immer noch Corona gibt, wird es freilich spanend. Worauf soll man wetten? Keine Idee...


 

Weihnachten einmal anders

Ich kam pünktlich an. Am Donnerstag wollten wir packen, ein paar Dinge für "Weihnachten in Wismar" vorbereiten usw. Allerdings meldete sich Uta kurz nach dem Mittagessen krank, ging ins Bett und stand nicht wirklich wieder auf. Ok, keine Reise an die Küste. Stattdessen Freitag einkaufen und das Fest in Leipzig vorbereiten. Dank Anka ging auch das und wir mussten nicht auf ein leckeres Essen verzichten. (Bild) Unsere Kranke war immer mal wieder kurz dabei, ehe sie wieder im Bett verschwand. Nach mehrfacher Testung schien dann doch klar, dass es kein Corona ist. (Im neuen Jahr wurde die Diagnose "schwere Bronchitis" bestätigt.) Und so beschlossen wir, mit reduzierter Mannschaft am 27.12. doch nach Wismar zu fahren. Uta war wenigstens so weit, dass sie sich allein behelfen konnte. 

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Heimfahrt durch die verschneiten Karpaten

Der erste Abschnitt der Reise ging am 19.12. von Chisinau bis Suceava und war höhepunktlos. Meine sichtbaren Mitbringsel (eine 2l- Flasche Rotwein, eine normale Flasche Wein und eine Flasche Cognak) zogen zwar eine Frage vom Zöllner nach sich, aber meine Gegenfrage "Was soll man sonst aus Moldawien zu Weihnachten mitbringen?" wurde mit einem freundlichen Lächeln quittiert. Ich durfte weiterfahren.

In Suceava wollte ich einen Tag bleiben, Mircea und Familie besuchen und vor allem meine Toner- Reserven für meinen Brother- Kopierer auffüllen. Aber aus Letzterem wurde nichts: Mein kleiner Laden vor der Schule ist Pleite! Nun musste ich doch bei dem verhassten Amazon nicht nur meinen Grundbedarf für Moldawien, sondern auch den Kopier- Kram in Auftrag geben. Schade auch deswegen, weil nun nicht mehr aufgefüllt werden kann und ich die alten Toner- Kartuschen wegschmeißen muss. Ich hasse es.

Bei Mircea war alles wie immer. Lili hatte lecker Braten gemacht und der Rotwein hat geschmeckt. Schön war auch das Wiedersehen mit Alexandra, die sich nun der KJÖ anschließen will, sich aber meine Einwände gegen diverse Thesen der Intersektionalität dennoch aufmerksam angehört hat. So macht Diskussion Spaß.

Dann setzte allerdings Schneefall ein und in den Karpaten wurde es glatt. Trotzdem hatte ich gut daran getan, die kleine Straße Richtung Baia Mare zu nehmen. Da Kettenpflicht herrschte, waren keine LKW unterwegs. Auch fast alle anderen Fernreisenden mieden die Strecke, so dass ich gut durch kam. Zwar
konnte man nur um die 60 km/h schnell fahren, aber da kaum Gegenverkehr kam und fast nie jemand zu überholen war, schlingerte ich lustig über die schneeglatten Straßen und hatte noch Zeit, die herrliche verschneite Natur zu bewundern. So erreichte ich das Hotel sogar noch so rechtzeitig, dass ich im Restaurant was zu essen bekam. Ende gut, alles gut. Auch der weitere Streckenverlauf war überraschend problemlos: Alle Staus (und es waren viele!) waren auf der Gegenseite! Sogar in Prag lief der Verkehr auf meiner Spur. Irgendwer da oben hatte Mitleid mit mir. Um 18.00 Uhr am 22.12. erreichte ich die Nernststraße! 


 

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Weihnachtsstunde

Noch fühlt es sich nicht so an, aber morgen ist mein letzter Schultag in diesem Jahr. Zeit für die Weihnachtsstunde. Die Pyramide kommt - wie immer - sehr gut an. Alle wollen sie filmen und versuchen auch, den Rauch aus dem Mund des Räuchermanns einzufangen. Die Faszination für das Feuer macht es dann leicht, klarzustellen, dass "deutsche Gemütlichkeit" eben nicht "Bequemlichkeit" meint, worunter die Schüler/innen sich was vorstellen können. Was aber Gemütlichkeit sein soll... Aber dann klappt es. Ja, das Kerzenlicht ist schön und eine andere Atmosphäre als die Neonleuchten. Genau. Das war's schon. ;-)

Ansonsten klären wir das heillose Durcheinander von Traditionen, die auf welchem Wege auch immer hierher gelangt sind. Fast alle Schüler/innen bekommen zum Nikolaus- Tag Schokolade und Geld in die Schuhe und wissen, allerdings erst auf Nachfrage, dass man die putzen soll. Vom orthodox- katholischen Brauch, die Süßigkeiten dem schlafenden Kind unters Kopfkissen zu legen ("Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf.") wissen sie nichts. Ähnlich konfus ist die Schenkerei, die bei einigen wenigen am 25.12., bei den meisten am 01.01. und bei ein paar Leutchen auch am 07.01. stattfindet. Das alles unabhängig von irgendeinem religiösen Hintergrund. Tannenbäume (Plastik) haben alle zu Hause. Aber die gehören zum Jahreswechsel und niemand weiß so genau, was "Jolotschka" bedeuten soll. Man sieht es an dem Tannenbaumschmuck im Land. Licht, Licht und nochmals Licht - am besten blau. Kugeln gibt es auch keine. Meist hängen kleine Geschenkpäckchen am Baum. Tja, das kommt davon, wenn man den Amis die Vermarktung sächsisch- evangelischer Weihnachtsbräuche überlässt. Aber meine Stunden waren trotzdem erfolgreich. 30% hörten hochinteressiert zu, 30% merkten ab und an auf und 30% spielten gelangweilt auf dem Handy. Scheiß- Musik eben. Und Bach kennt sowieso keiner. Wenn schon, dann bitte "Jingle Bells". ;-)  

Meine Hauptsorge zur Zeit: Wo bekomme ich zum 18. einen dann noch 24 Stunden gültigen PCR- Test her? Das ist eine gute Frage, die zur Zeit niemand so richtig beantworten kann...

Weihnachten in Chisinau

Seit ein paar Tagen steht er nun, der voll amerikanisierte Weihnachtsbaum, bei dem man vor Lichterketten das Grün nicht mehr sieht. Aber immerhin, es steht ein Baum da und verbreitet ein bisschen so was wie Weihnachtsatmosphäre. Gott sei Dank dudeln aber in keinem Geschäft "Jingle Bells" oder "Stille Nacht". Überhaupt können die Orthodoxen mit der importierten Tradition nicht viel anfangen. Im Supermarkt um die Ecke gibt es allerdings Adventskalender, Weihnachtsmänner von "Kinderüberraschung", ein paar rote Socken und sonst noch diversen Plastikmüll von Krippen bis zu verschneiten Plastikbäumen. Sonst ist nur der Anteil von Schokoladenprodukten noch einmal gestiegen und es stehen massenweise Sektkartons in den Gängen. Das erinnert wohl daran, dass die eigentliche Party der Jahreswechsel ist. Egal. Ich habe zu tun und Stress ohne Ende und bekomme von all dem kaum was mit...

Samstag, 11. Dezember 2021

Geboostert

 Kam doch gestern meine Direktorin zu mir, um mir mitzuteilen, dass sich die Aus- und Einreisebestimmungen an der moldauisch- rumänischen Grenze verschärft hätten. Im Gespräch, wo ich nun einen PCR- Test (Kostenpunkt auch hier 40 ! Euro) herbekomme, erwähnte ich mögliche Ausreiseschwierigkeiten, falls man in Deutschland im Januar einen Lockdown verhängt- was wohl wahrscheinlich ist. Obwohl ich das zu verhindern suchte - ich hatte schon einen Booster- Termin bei Claudia für den 03.01. - ließ die Chefin nicht nach. Sie ist also doch daran interessiert, dass ich nicht wie meine Vorgängerin wegen Corona nach einem halben Jahr wieder verschwinde. ;-) Jedenfalls wurde mir beschieden, ich würde noch am selben Tag Bescheid bekommen. 

Als der kam, hatte ich schon herausgefunden, welche Probleme es mit den Hotel- Übernachtungen in Rumänien und Ungarn geben würde und dass mir die dritte Impfung den Test aus der Quarantäne heraus ersparen würde. Ich muss mir nun also jeweils ein Testzentrum suchen und kann dann abfahren und das Ergebnis auf dem Handy an der nächsten Grenze vorzeigen. Und ich darf übernachten. Das gab den Ausschlag. Ich sagte zu und wurde heute um 11.00 Uhr von einer jungen Ärztin, die nach Kanada auswandern will, abgeholt und eine dreiviertel Stunde durch die Gegend kutschiert, ehe wir am "Tatort" (Bild unten) ankamen. Dort bekam ich meinen Piks, wenige Minuten später kam das Eurozertifikat aus dem Drucker und schon ging es zurück. Na gucke einer an... 

Nebenwirkungen? Bisher keine. Nicht mal die Einstichstelle schmerzt...