Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Mittwoch, 1. Januar 2025

2024-12-24 Weihnachten bei den Eltern

Gab es Geschenke? Natürlich gab es feines Mittagessen (Kaninchen), dann Kaffee, Stollen und Plätzchen, ein warmes Abendessen und endlich auch Geschenke. (Bild) Allerdings hatten wir ausgemacht, dass es nur noch Bücher und vielleicht Süßigkeiten resp. ein feines Getränk geben sollte. Trotzdem war es wieder zu viel. Im nächsten Jahr lautet die Regel: Ein Buch für jeden und nicht mehr von jedem ein Buch für jeden. Wir haben ja alle schon zwei Stück und da wird die Regalfläche langsam knapp. Außerdem sind alle (mit meiner Ausnahmen) im Besitz eines Bibliotheksausweises. Danach klang der Abend aus bei einem Glas Champagner aus Cricova. Danke ans Mütterchen, die wieder einmal alles im Griff hatte und mit ihren 84 Jahren immer noch unermüdlich auf den Beinen war, uns das Fest zu richten. Gut aber, dass sie es noch kann. Was will man mehr? 

2024-12-23 Wismar am Abend

Zu Weihnachten sind wir nach Wismar gefahren - klar. Quartier hatten wir im Alten Speicher am Alten Hafen, der nun Ferienwohnungen enthält. Schön gemacht, das muss man sagen.

Nachdem wir das Quartier bezogen hatten, gingen wir quer durch meine schöne Heimatstadt zu den Eltern. Bei ganz klarem Wetter gelangen sogar mit dem Handy schöne Fotos der abendlichen Atmosphäre am Alten Hafen (Bild unten) und in der Altstadt (Bild oben- Krämerstraße).

Dann hatten wir wie immer ein Schlemmer- Essen und einen schönen Abend, ehe wir müde ins Hotel zurück gingen. Die Stadt lag einsam und schweigend da- klingt wie ein Gedicht, aber so war es. Unglaublich, was die alten Gassen und Kirchen der Hansestadt für eine Atmosphäre entfalten, wenn die lärmenden Touristen fehlen. Ich weiß nicht einmal, wann ich die Stadt das letzte Mal so erlebt habe. Im Zustand der weihnachtlichen Dekoration sowieso nicht. Eine Premiere im vorgerückten Alter also. ;-)

2024-12-11_Jahresabschluss mit den Jungs

Gheorghe und Petru (Bild) sind treue Seelen und so gingen wir bei Andys "ein Bierchen trinken". Wie immer war es lustig, ein bisschen philosophisch und ansonsten interessant, denn die beiden berichteten von ihren in Hamburg studierenden Klassenkameraden und bestätigten alle Stereotypen. Gheorghes Hausaufgabe konnten die IT-ler in Deutschland nicht lösen, dafür wusste der Moldauer mit den deutschen Aufgaben wenig anzufangen: Die Mathematik sei ganz leicht zu verstehen gewesen, aber wozu sollte da am Ende ein Zahnrad rauskommen? Damit war nun wieder Gheorghe überfordert. Petru erzählte von seinem Studium und also davon, dass er als einziger schon Deutsch kann, während die anderen noch mit den Zahlen Probleme hätten. Dann nahmen wir Abschied bis zum nächsten Jahr. ;-)

2024-11-23 Deutschlehrertag Moldau

Nicht, dass ich viel Lust gehabt hätte - zu Hause stapelten sich die Korrekturen der DSD I- Tests (95 Stück) -, aber Marina war extra aus Bukarest angereist, um hier einen Workshop zu leiten, und da musste ich wohl mit. Am Abend davor waren wir essen und auch an diesem Abend hatte sie die Kolleginnen eingeladen. Also sortierte ich brav mit Reklamesprüche und ordnete sie den deutschen Produkten zu, für die sie werben. (Bild) Was ich damit im Unterricht soll, weiß ich nicht, aber es war ganz amüsant. Das Ganze dauerte zum Glück nur einen Tag und ich denke, es war meine letzte Veranstaltung mit dem moldauischen Deutschlehrerverband. Zur nächsten Tagung werde ich mich drücken, schon um der peinlichen Verabschiedung zu entgehen. Wozu das?

Samstag, 2. November 2024

2024-10-28 Balti

Am Freitag, Samstag und Sonntag war ich faul, habe nichts gemacht. Ein bisschen den Computer aufräumen, Musik hören, lesen. Sport machen - das ist das Gefühl von Ferien. Ich wollte es mir erhalten und mal wieder etwas unternehmen. Durch Corona bin ich faul geworden und kenne das Land, in dem ich so lange nicht reisen durfte, nicht wirklich. Also hatte ich mir die Universitäts- Stadt Balti vorgenommen. Die Kolleginnen konnten nicht mitkommen, denn "Ferien" haben hier nur die Schüler/innen- Lehrer müssen ihre Zeit in der Schule absitzen, haben Weiterbildungen und so was. Zum Glück verlangt von mir niemand, dass ich das auch tue.                                                               So fuhr ich denn ohne kollegiale Begleitung mit Katia in eine Stadt, die man nicht unbedingt gesehen haben muss. Sowjetmoderne (Theater- Bild unten) neben Stalin- Stil- Bauten (Universitätshauptgebäude- Bild oben) und anderen ikonografischen Sowjetreminiszenzen (Panzer und ewige Flamme- Bild Mitte). Davon ab nicht viel. Chrustschowkas, daneben Parks, in denen wohl an die 5 Mal Eminescus gedacht wird - damit das Rumänische auch vertreten ist. 
Der Stadtsee ist etwas außerhalb und wird gerade als Flanierpromenade umgestaltet. Ein Fußweg, auf dem man den See umrunden kann, existiert schon. Badestellen gibt es auch, obwohl der dichte Schilfbewuchs nicht allzu viel Gutes in Sachen Wasserqualität vermuten lässt. Was noch? Wir waren im "Oliva", also einem "italienischen Rizza- Grill- Restaurant" einer der vielen Ketten, die den Hauptteil der Gastronomie in Chisinau und im Inland stellen, und war zufrieden. Anders als hier auf meiner Straße war das Essen lecker und die Atmosphäre entspannt. Meint: Es war kaum Publikumsverkehr. Wir sind dann am frühen Nachmittag wieder nach Hause, denn viel gibt es nicht zu sehen. Der Tag mündete in einen langen Abend im "Staropramen".

2024-10-25 Impressionen misslingender Schularbeit

Was tun? Ich habe meinen Raum wieder, aber die Schüler/innen entgleiten mir immer mehr. Mit der jetzigen 10. Klasse hatte ich schon im letzten Jahr - erstmalig an einer osteuropäischen Schule - Disziplin- Probleme und Probleme mit der (nicht vorhandenen) Arbeitshaltung. Nun kommen sie erst gar nicht oder finden sind sehr spät nach Unterrichtsbeginn so langsam ein. Im Bild unten sieht man vorne Bogdan, Adelina und Gabriel, die arbeiten wollen, und hinten die "Spaßtruppe", die die Arbeit verweigert. Immerhin sind sie da. Im "Mittelteil" fehlen die anderen 7, die eigentlich zur Klasse gehören und - wie gesagt - später kamen.

Nicht viel anders die 9. Klasse im Bild oben. Paola schminkt sich jede Stunde und Bogdan informiert sie in jeder Stunde über das Neueste aus dem Chat, aus TikTok oder was weiß ich. Zum Glück war es der letzte Schultag vor den "Ferien". Das nächste Ziel ist nun Weihnachten. So hangelt man sich entlang seiner Nervenkrisen von Wochenende und freier Zeit zu freier Zeit. Spaß war früher. Wird Zeit, dass ich die Schule verlasse. Vielleicht liegt es ja am Alter? Dann sollen eben die Jüngeren versuchen mit Ihresgleichen klar zu kommen. Wenn die es besser können, lag's an mir. Was aber, wenn die es auch nicht schaffen? 

2024-10-21_Klassenraum in "remont"

Pünktlich zur kommenden Heizsaison werden endlich die schon seit Jahren "feuchtenden" Rohre unter dem Fußboden in meinem Klassenzimmer repariert. (Bild unten) Vielleicht ist es nun vorbei mit dem muffigen Gestank, der am Ende kaum noch auszuhalten war. 

Aber die Saison der überheizten Klassenzimmer (ja, wir kennen hier nur Extreme!) kommt erst noch. Erst einmal saßen die Schüler/innen (hier die 11a beim Schreiben einer Grafikinterpretation- Bild oben) mal wieder in voller Montur an den Tischen und froren in den kalten Räumen. Dabei hatten wir mit den Ausweichräumen in der 4. Etage noch Glück, denn da schien wenigstens die Sonne rein und heizte ein wenig. Aber bei Nachttemperaturen knapp über Null und Tageshöchsttemperaturen von etwas über 10 Grad schaffte das auch nicht so viel. Was mache ich nun wieder mit denen, die zum Test krank waren? Immerhin sollten sie eine adäquate Note bekommen, aber ich kann sie nicht unbeaufsichtigt nachschreiben lassen, meint, ich darf sie auch im Klassenraum keine einzige Minute aus den Augen lassen, weil sie ihre mobilen und anderen Hilfen schneller zu Rate ziehen, als man hinsehen kann. Zweithandys, smarte Uhren etc. sind ohnehin Standard. Naja, schau'n wir mal.