Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Freitag, 25. Januar 2013

Ein Botschafter an der Schule

Am 20. 01. besuchte Botschafter Dr. Axel Hartmann das Gymnasium Trebisovska 12. So richtig "Eindruck" machte er aber nicht. Irgendwie zu freundlich, irgendwie zu unspektakulär. Er kam doch wirklich zu Fuß die lange Treppe vor unserer Schule hoch und hatte seinen Wagen unten stehen lassen. Wenig beeindruckend für Schülerinnen und Lehrerinnen, die von "hohen Herren" doch erwarten, dass sie quasi "hoch zu Ross" daher kommen. Naja. Zu alledem passte der "kleine Bahnhof"- kruzer Schulrundgang (Bild unten mit Jaro, L'ubka und Lucia- rechts Direktor Buday und meine "kleine Chefin" Marika Kronova), kurzes Gespräch mit DSD- Absolventinnen und Schülern und dann small talk beim Schulleiter. Immerhin war der Geschenkeaustausch lustig. Dr. Hartmann zelebrierte ihn mit L'ubka Demska (Bild oben) wie einen diplomatischen Akt. Während in der einen Tüte zwei Bilder von Kosice drin waren, enthielt die andere Karten, Statistik- Bücher und Gummibärchen für alle (leider ein Jahr über dem Verfallsdatum). Nach zwei Stunden war der Besuch wieder zu Ende.



Freitag, 11. Januar 2013

Rückfahrt nach Kosice

Weihnachten zu Hause ist schön. Was sonst? Leider habe ich allerdings keines der väterlichen Trainingsgeräte zerstört (vgl. den vorherigen Post) - weil ich sie einfach nicht benutzte. Der "Schwimmring" lässt grüßen... Nach einem schönen Läufchen in Leipzig unterblieb auch das- die Lunge wollte es nicht und ich wurde in den letzten Leipziger Tagen das Gefühl nicht los, hier ist "der Wurm drin". Und nun bin ich denn auch (schon wieder) krank geworden und schreibe diesen Blog- Beitrag nach ausgiebigem Schwitzen im Krankenbett :-( Das "Gespenst" davon verfolgte mich seit der langen Autofahrt über Polen, an der Tatra (Bild oben und Bild zwei) vorbei, nach Kosice. Ich denke, ich habe mir den Rest im Hotel geholt. Es zog doch mächtig kalt ins Zimmer hinein, ehe die zuschaltbare Klimaanlage für angenehme Temperaturen sorgte. Sei's drum, die Vorsichtsmaßnahmen während der Arbeitswoche haben nichts genützt. Ich huste trocken vor mich hin und tue nun alles, damit die Sekrete sich lösen. Dazu gehört auch der Verzicht auf die Trainingsstunde auf dem neuen Rollentrainer für's eigene Rad, der einfach genial ist!

Egal. Die Rückreise war sonst angenehm. Nur "oben" auf slowakischer Seite waren die Straßen etwas verschneit und trotz des Streuguts etwas glatt. Dafür war der Blick umso schöner. Die Verkehrs- Sicherheits- Apostel mögen mir verzeihen, dass ich die Bilder aus dem (langsam) fahrenden Wagen aufgenommen habe. Für Fotofans erklärt das die mangelnde Qualität ;-) Aber es war einfach schön und als die Silhouette der Burg in Stary Lubovna (drittes Bild von unten) in seltener Klarheit über dem Bergrücken auftauchte, musste ich den 12fach- Zoom meiner neuen Kamera einfach ausprobieren. Anhalten war dort jedenfalls so wenig möglich wie in Sabinov, von dessen einstiger Größe das imposante (und unverständlicherweise) völlig heruntergekommene Renaissance- Gebäude (altes Rathaus?) in der Angermitte zeugt. (Zweites Bild von unten)

Wegen der sehr klaren Winterluft war auch der Burgberg Saris sehr schön zu sehen. (Bild unten) Der Schnee hatte sich hier allerdings schon verflüchtigt. Mittlerweile ist er heftig zurück gekommen und überall liegen mehrere Zentimeter und mehr Neuschnee. Ski und Rodel gut und ich liege im Bett :-( Naja, so ist das eben manchmal. Ohnehin ist das Überstehen der kommenden Prüfungswoche wichtiger. DSD II Mündliche Kommunikation am Montag an der Opatovska, Dienstag, Mittwoch und Freitag an der Trebisovska und Mittwoch in Michalovce, wo auch noch ein "Lesefuchs"* zu betreuen ist. 

* Lesefuchs- Projekt der ZfA, eine Art Debattierwettbewerb über Bücher




Donnerstag, 20. Dezember 2012

Hometrainer ade

Kann es sein, dass das sommerliche Radtraining doch gefruchtet hat? Oder war es bloße Altersschwäche? Wie dem auch sei, hier ist anzuzeigen, dass bei Kilometer 6,8 bei höchster Schwierigkeitsstufe mein mit einem 38 kg - Stahlrad ausgestattetes Billig- Trainingsgerät nach 10 Jahren winterlicher Benutzung den Geist aufgegeben hat. :-( Was mach' ich nun in der joggingfeindlichen Eiszeit? Soll ich mich mit Muskelschwund und BMI jenseits der 250 zufrieden geben? O je...

Naja, morgen geht es ab nach Deutschland. Da warten in Vaters Keller noch ein paar Sportgeräte zum Zerstören ;-) Für Interessierte: Der kleine Hometrainer in Leipzig hat nur 4 Benutzungen ausgehalten, dann glühte die Magnetbremse und jetzt schlägt das Rad an....

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Marina zu Besuch

Besuch in Kosice. Marina kam am 06. 12. nach Bratislava, von wo ich sie einen Tag später mit "nach Hause" nahm.  2002 (oder 2003?) war ich mit Dascha und eben Marina das erste Mal allein mit Schülerinnen (damals 10. Klasse) nach Deutschland gefahren und es war gut. Nun, 10 Jahre später, kam sie mich - mittlerweile Studentin in Leipzig - in der Slowakei besuchen. Auch das war gut ;-) Wir hatten viel zu schwatzen von früher, von gemeinsamen Bekannten in Kiew, vom Leben und Studieren in Deutschland und nicht zuletzt vom Leben und Lehren in der Slowakei. Bei Kerzenschein, sich drehender Pyramide, Tee und Rotwein konnte es kaum besser sein.

Unternommen haben wir nicht so viel. Stadtrundgang in Kosice, klar. Dabei setzte sie sich zu Sandor Marai (Bild oben), dessen Roman "Glut" ich gerade gelesen hatte und den ich nun wärmstens empfehle. Ein Roman zwischen Moderne und Neoromantik, ein bisschen morbid (hier ein Blick über Baulücken zur Synagoge, die heute Philharmonie ist) wie die Stadt, aus der Marai stammt.

Am Sonntag dann Levoca und Burg Zips, die im Schnee lag und von eisigen Winden umtost wenig anziehend wirkte (Bild unten). Dienstag war Marina dann noch in der Schule und berichtete ein bisschen vom Studentenleben ehe ich sie zum Bahnhof brachte. Sie ist, wie ich eben hörte, über den "Umweg" Wien wieder gut in Leipzig eingetroffen. Danke für die Abwechslung!

Montag, 26. November 2012

Lehrerproteste in Kosice

Lange Zeit sah es nicht so aus, als ließe sich eine geschlossene Streik- Front der Bildungsangestellten herstellen. Kurz vor Weihnachten fällt der Verdienstausfall doch ins Gewicht und wirklich "kampferprobt" sind die Kolleginnen auch nicht. Allerdings haben Vorstöße der Regierung, 5% mehr Mittel in einen Fonds einzustellen, der dem Direktor für die Vergütung besonderer Leistungen zur Verfügung steht, ebenso viel Unmut ausgelöst wie die Drohung, streikbereite Direktoren zu entlassen. Ohnehin steht an vielen Schulen die Frage, ob in einem strengen Winter die Mittel für Heizkosten reichen, oder ob die Direktoren nicht sowieso gezwungen sein werden, die "zusätzlichen" Gelder für den laufenden Schulbetrieb aufzuwenden. Jedenfalls haben die Kolleginnen und Kollegen, die zwischen 550,- und 700,- Euro (und damit mindestens 100 Euro weniger als das Durchschnittseinkommen) verdienen, nichts von dem "Angebot", das also keines ist. Und so kam es denn doch zum Streik und zu Protestkundgebungen im ganzen Land. Für den außenstehenden, an gewerkschaftliche Streikorganisation gewöhnten Beobachter ist das Ganze trotzdem ein etwas merkwürdiges Schauspiel. Für die Dauer des Streiks werden die Lehrer aus den Kranken- und Rentenkassen abgemeldet; sie müssen sich später selbst wieder anmelden und den fehlenden Differenzbetrag aus der eigenen Tasche zahlen. Wie lange wer streikt erfährt man offensichtlich nur aus dem Internet, da der gewerkschaftliche Organisationsgrad äußerst niedrig ist. Ich bin gespannt, welchen Druck die Lehrer angesichts dieser Lage entfalten können. Laut und bunt ging es jedenfalls zu bei der Protestkundgebung am Morgen. Aus der ganzen Region waren Lehrer angereist (siehe oben: Moldava). Auch der bezopfte Mann in Folkloretracht, den (veränderten) Text eines populären Volksliedes auf dem Rücken (Bild mitte und unten), ist Lehrer. Toller Typ! Ich denke, den werden seine Schüler mögen ;-)

Poprad und Stary Smokovec

Am 09. 11. fand in Poprad eine Konferenz des Karpatendeutschen Verbandes zu den Themen "Stärkung des Deutschtums" und "Förderung der deutschen Sprache" statt. Im Gegensatz zum Vereinsvorstand sahen die anderen geladenen Gäste keinen zwingenden Zusammenhang zwischen beidem und widmeten sich lieber den Perspektiven der deutschen Sprache in der Slowakei. Prof. Klein schlug sogar vor, die Ortsvereine des KDV in Kulturvereine umzuwandeln und diese für Slowaken zu öffnen, um sich hier der deutschen Geschichte und der regionalen Sprachvarianten zu widmen. Da hat er freilich die Macht einschlägiger Interessenlagen unterschätzt... Ansonsten waren sich die Teilnehmer einig darin, dass es für ein Land wie die Slowakei ein Armutszeugnis ist, sich angesichts seiner Grenzlage zu Österreich, der Geschichte und der gegenwärtigen Bedeutung deutschen Engagements im Land etc. ganz auf die Förderung von Englisch als alleiniger erster Fremdsprache zu konzentrieren. Dass sich Schüler bei der Wahl der zweiten Fremdsprache auf das verwandte und also leichter zu erlernende Russisch konzentrieren, liegt auf der Hand. Damit sieht es - auch für unser DSD- Programm - perspektivisch nicht gut aus. Mal sehen, ob da noch was erreicht werden kann...

Danach wanderten Friedrich und ich noch ein bisschen von Stary Smokovec aus in Richtung Lomnitz- Spitze (Bild oben). Dass frische Luft nicht immer gut ist, bemerkte ich schon auf der Rückfahrt nach Kosice: Bis zu diesem Wochenende war ich richtig krank!   


Samstag, 3. November 2012

Eger

 Nach einem total verregneten Tag am letzten Wochenende nun Teil 2 des Eger- Ausflugs. Dieses Mal stimmte (fast) alles. Wie man sieht, strahlte am Freitag der Planet und so bot sich die schöne Ansicht vom Dobo- Platz auf die Burg in voller Schönheit zum Fotografieren an. (Bild oben)

Das St. Istvan Wellness- Hotel durchaus originell (gestaltet wir eine eigentständige Siedlung mit Kirche etc. pp., dazwischen Liegeflächen und ein kleines Freibad.) Ich habe den Wellness- Bereich - es gibt auch ein Thermal- Bad innen - nicht genutzt, kann mir aber vorstellen, dass man dort guten Urlaub machen kann. Immerhin habe ich mich an dem reichhaltigen und absolut leckeren Frühstücksbuffet schadlos gehalten. Statt "Wellness" muss nun wohl wieder Abnehm- Sport den Schaden begrenzen! Mein Zimmer lag hinter dem feuerrot gefärbten Busch (Bild zwei). Sehr herbstlich und sehr schön auch die Farbigkeit der Hecken um die Grundstücke rings um das am Hang über der Stadt gelegene Hotel (Bild drei). 

Die Hauptattraktion waren aber die Freunde, um derentwegen ich gekommen war. Wir hatten zwei schöne Abende und einen guten Tag in Egerszalok und im Liebfrauental. Der Rotwein lief herrlich durch unsere Kehlen und er wurde noch herrlicher durch die Kommentare der Weinkenner Berta und Alfred. Wieso schmeckt ein Wein "rossig" und wieso soll das ein Qualitätsmerkmal sein? Wein, der nach Marzipan schmeckt? Wieder was gelernt...

Heute waren wir noch mit dem Auto in Egerszalok. Da befinden sich heiße, schwefel- und kalkhaltige Quellen, die Sinterterrassen gebildet haben. Aber es gefiel mir dort nicht mehr.  An der Stelle des natürlichen Ablusses, wo wir früher noch gezeltet haben, sind nun künstliche, eine Terrasse bildende Hänge gestaltet worden. Gegenüber ist die Landschaft mit einem Hotelklotz verstellt. Wer baut nur so was? (Zweites Bild von unten).

Wir fuhren noch ein bisschen durch die Gegend, aßen gut, dann war der Tag schon wieder vorbei und es hieß Abschied nehmen. Dieses Mal wollte ich über Ozd und Banreve nach Roznava und dann weiter nach Kosice zurück fahren. Die Kilometer sind dieselben und zeitlich nehmen sich die Strecken auch nichts. Zweieinhalb Stunden für ca. 170 km. Landschaftlich ist der Weg über Roznava allerdings viel attraktiver. Auf ungarischer Seite bekommt man noch einen Blick auf das Bükk- Gebirge sozusagen von hinten (Bild unten). Das war sehr schön. Und nun geht es wieder an die Arbeit. Brrr...