Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Dienstag, 15. Juli 2014

Einmal rund um den "Pferdeberg"

Pferdeberg? Hm, ich weiß nicht, wie der Berg heißt, zu dem es eine Exkursion (40 min hin mit dem LKW und dann vorbereitetes Essen mit ein bisschen Spazierengehen) gab. Der "Eigenbeitrag" schreckte mich wenig, aber mit dem LKW rumfahren? Das Wetter war super und ich hatte sonst nichts zu tun. Also bin ich zu Fuß los!

Schlimm war es nicht wirklich. Vom Ausgangspunkt, ca. 550 m hoch, bis zum Gipfel (950 m  - Bild oben) waren es nur 400 Höhenmeter. Da hat man schon anderes hinter sich gebracht! ;-) Allerdings betrug die gesamte "Laufstrecke" am Ende 25 km! Im "Camp" sorgte diese Information für ungläubiges Staunen und ein Geraune nach dem Motto "Der hat doch 'n Auto. Wat looft der im Wald rum?" ;-) Aber ich war gut erholt, hatte viel Freude an den herrlichen Aussischten und dem - endlich mal - guten Wetter. Die Wolken (Bild zwei) drohten nur; das Gewitter kam dann abends nieder. Aber da schmeckte mir schon das Bier und ich fand das Geprassel sogar angenehm. Man kann gut vor sich hin träumen, wenn die Lautstärke der fallenden Wasser ein Gespräch unterbinden! ;-)

Ziemlich weit oben, oberhalb der "Toutbasa", stieß ich noch auf ein hübsches Areal mit einem vefallenen, ehemals repräsentativen Holzhaus (Bild drei). Jetzt hatten sich zwei ältere Leutchen dort einen Teil notdürftig hergerichtet und hausten dort als Sommer- Bomschis. (Bezdomny Chelovek= Bomsch = Obdachloser) Man hofft, das dieses nicht ihr einziges Quartier ist! Früher war es vielleicht eine Försterei. Jedenfalls führte ein gepflasterter Weg hinauf bzw. hinab. Ich stieg dort ab zu meinem Quartier und kam an Häusern vorbei, in denen sichtbar keine armen Leute wohnen. (Bild unten)



Kobyletska Polyana II und Rakhiv

Als erstes führte mich ein kleiner "Ausflug" zur Mineralquelle. Jura und sein Sohn (Bild oben) zeigten mir den Weg. An der Quelle informierte eine Tafel über die Zusammensetzung des Wassers. Hm, vertrauenserweckend sah die offensichtlich stark eisenhaltige Brühe (Bild zwei) nicht aus. Aber sie schmeckte erfrischend und hatte einen Anflug von Prickeln, als wäre es mit Kohlensäure versetzt. So füllte ich auch ein Flasche, die anderntags aussah wie die Scheibe eines lange Zeit nicht gereinigten Aquariums. Die Mineralien hatten sich schon abgesetzt und trübten die Plaste merklich!

Egal. Kobyletska Polyana selbst ist ein Dorf voller Widersprüche. Es gibt viele romantisch ausschauende traditionelle Holzhäuser (Bild drei) mit ebenso traditionellen und wunderschönen Bauerngärten davor. Daneben protzen aber eine ganze Reihe großer Paläste und viele viele moderne Häuser zeugen von Geld. Woher haben die Leute so viel Mittel? Es gibt ringsherum nichts als Wälder und also Holzwirtschaft. Ein bisschen Touristik, die aber punktuell bleibt und in den jeweiligen Anlagen auf Ringsumversorgung setzt. Irgendeine Infrastruktur aus Sehenswürdigkeiten und Gasthäusern usw.  ist nicht zu sehen. In Kob. Polyana gibt es allerdings noch eine Kolyba auf dem Weg zur "Tourbasa" aus sowjetischen Zeiten.   

Diverser Besorgungen und Reparaturen wegen führte mich mein Weg am Dienstag auch nach Rakhiv, das nur 48 km entfernt liegt. Ich war zufrieden- ein neues Akku für mein Smartphone kostete 50 UAH, also nicht mal 4 Euro! Ansonsten war das einzige Cafe, das ich mit einigem Zaudern betreten mochte, nicht ganz schäbig und nicht ganz schmierig, aber doch von beidem etwas. Es gab von der Pizza mit Bier bis zum Kaffee mit Strudel alles, was eine nicht eben tolle Atmosphäre mit sich bringt. Aber Kaffee und Strudel waren trotzdem gut. Was Rakhiv ansonsten zum "Ferienzentrum" macht, hat sich mir nicht erschlossen. Die Lage am Fluss ist toll (Bild unten), aber davon ab gibt es absolut nichts, was man empfehlen könnte. :-(


Kobyletska Polyana

Anreise am Sonntag. Da hatte mal jemand gesagt, "in der Nähe von Uzhorod". Naja, 280 km sind in der Ukraine nicht so viel, aber man fährt eben doch 4,5 h der Straßen wegen...

Das Quartier "Lazok" ist empfehlenswert. Tolle Lage mit Ausblick auf die umliegenden Berge und Täler und dazu eine geschlossene Anlage, die Zimmer oder Bungalows unterschiedlichen Zuschnitts und mit ansprechendem Komfort enthält. Dazu Sauna, ein "Bottich" für Heißbäder mit Mineralwasser und "Jura". Das ist der Chef, der etwas bullenhaft- bärbeißig daher kommt und als Boxer getaugt hätte. Aber er ist immer zur Stelle, wenn man ihn braucht, und kocht ansonsten vorzüglich. Das hat er in Prag gelernt, wo er 22 Jahre lang als Koch gearbeitet hat. Und so gibt es Gerichte wie "Prager Ente", "Eierkuchen Prager Art", "Tschechisches Rindergeschnetzeltes" usw. Lecker, lecker...

Ich wohnte im Bungalow (Bild oben). Großes Bett im Schlafraum und davon abgetrennt eine Sitzecke mit TV etc. Leider wurde es schnell muffig in der Bude, denn draußen wechselten 36 Grad und "gefrierender Regen" einander ab. Allabendlich kippten Gewitter Unmengen von Wasser in die Landschaft und abends und morgens regnete es fast immer. Dann dampfte das umliegende Land (Bild zwei) und man konnte zusehen, wie sich neue Wolken bildeten, die dann auch gleich wieder abregneten!

Trotz der Kälte gab es Spaß genug. Die Jugend rannte hin und her und war meist in der Sauna. Meine Frage, ob es vieleicht Decken gäbe, um weiter draußen sitzen zu können, trug mir ein super- komfortables Huzulen- Outfit ein! Alles Schafwolle. (Bild unten). Besonders liebte ich die Zottel- Pelz- Mütze aus Wolle im Dradlock- Style. ;-)



Sonntag, 6. Juli 2014

Slowakisches Paradies die Zweite

Heute das erste Mal mit "Ehemaligen" gewandert. Kleines deja vu. Wie in der Ukraine! ;-) Und genauso nett. Nur stehen Slowaken früher auf. Sogar in den Ferien wollten Monika und Richard um 08.30 Uhr los. Naja... So sind wir dann um 08.30 Uhr los und gegen 18.00 Uhr war ich wieder zu Hause.


Dieses Mal haben wir - Dank Monikas Vorschlägen - die optimale Route ausgewählt. Wir waren auf dem "tomasovsky vyhlad" (Bild oben), von wo aus es wirklich eine Klasse Sicht ins Land gibt. Dann ging es zum Hornad- Durchbruch (Bild zwei), wo es galt einige frei vor dem Fels hängende Metallgitter zu überwinden. Einziges Hilfsmittel war eine Kette. Auch die üblichen Leitern fanden wir wieder vor. Dann ging es am Hornad (Bild drei) aufwärts. Bei der "letanovský mlyn" zweigten wir zum Bach (Bild vier) ab und stiegen nach "klastorisky" auf, wo ich erst mal ein Bierchen zu mir nahm. Unterwegs gab es viel Spaß, weil sich Julia (Bild unten- Mitte), die wir in Zipser Donnerstag ;-) abholten, sich nicht fotografieren lassen wollte. Dann ließen Richards Kräfte nach. Ein Glück für mich! Mann, die Mädels schreiten aus wie die Gemsen. Das ist anderes Training als mit meinen Altersgenossen! Woher Monika diese Power hat? Sie wurde gar nicht müde, wirkte kaum angestrengt, und führte mit einem Tempo, das mich im Flachland angestrengt hätte! Und dabei ging es bisweilen steil 250 Höhenmeter aufwärts!

Ansonsten haben wir viel geschwatzt. Richard will sein DAAD- Vollzeitstipendium für ein Studium in Berlin nutzen. Leider wird er also nicht mehr in Kosice sein. Dafür bleiben mir die beiden Mädels erhalten. Sie studieren ab September VWL in Kosice. Ihr Deutsch wollen sie in einem Ferienlager bei Chemnitz und dann in Görlitz bei einem Jugendcamp aufbessern. Zumindest Monika hat das kaum nötig; trotzdem schön, dass sie ihren Sommer so aktiv gestalten. Also, Danke für den schönen Tag an meine Lieblinge aus der Octava B!



Samstag, 5. Juli 2014

Chata Plesnivec


Scheiß Nacht. Der Sonnenbrand gab keine Ruhe! :-( Friedrich war auch noch nicht so richtig erholt, aber glücklich, dass er doch keine Anzeichen von Überforderung feststellen musste. Also austrudeln. Während Esther schon um 07.00 Uhr mit einem Bergführer zu einem Hang aufgebrochen war, um 7 Seillängen zu klettern, machten wir uns erst um 09.45 Uhr auf den Weg. Ziel war ein ruhiges Nebental in den Ausläufern der Tatra (Bild oben) ohne großen Aufstieg. (Bild zwei)

500 Höhenmeter vielleicht. Dann war die Chata Plesnivec erreicht, wo wir uns an einer "kolbasa" labten. Die "chata" war gut besucht. Alle, die sich nicht richtig hochgebirgstauglich fühlen, brechen wohl hierher auf und werfen dann einen sehnsuchtsvollen Blick in Richtung Lomnitz- Spitze, die irgendwo hinter uns aufragte. (Biild unten) Nach ca. 4 Stunden leichten Bergwanderns brachte ich Friedrich zurück nach Smokovec. Hier trennten sich nun unsere Wege. Er fährt Mittwoch über Wien nach Berlin, wo er wieder Latein und Französisch unterrichten wird. Ich bin gespannt, wie die letzten zwei (?) Jahre mit meinem neunen Chef werden. 


Tatra- rauf auf den Rysi

Esther und Friedrich hatten schon trainiert, um das "große Ereignis" würdig durchzustehen. Ich war immerhin auch Rad fahren und im Slowakischen Paradies. Großes Ereignis? Friedrich wollte sich zum Ende seiner Dienstzeit in der Slowakei noch einen Wunsch erfüllen: Den Rysi bezwingen! Und ich wollte dabei sei. So fuhr ich am Freitag in aller Frühe nach Stary Smokovec; um 09.00 Uhr waren wir am Ausgangspunkt des Aufstiegs.

Anfangs ging es durch ein bewaldetes Tal, das hier und da schöne Aussichten auf die umgebenden Berghänge bot. (Bild oben) Knapp eine Stunde marschierten wir auf einem Asphaltweg und dann ging es einen leichten Geröllhang aufwärts. Wir verließen das Tal, durch das man bis Poprad sehen kann. (Bild drei). Der erste Höhepunkt nach forschem und wenig ermüdendem Aufstieg war ein kleiner Bergseee voller Eisschollen. (Bild zwei) Dort, auf ca. 1750 m Höhe, begannen die letzten 500 Höhenmeter bis zur "chata".

Würde es noch mehr Schnee geben? (Bild vier) O ja. Ein Stückchen später, dort, wo sich normalerweise Serpentinen nach oben winden, gab es eine geschlossene Schneedecke! (Bild sechs) Und ich hatte doch nur Sportschuhe... Gott sei Dank hatte ich meine Wanderstöcke, Geschenk von Konovalovs, dabei. So stakste ich bis zum Beginn eines ca. 30 m langen Seils, an dem man sich nun hochziehen musste. Für mich kein Akt, aber die etwas unsportlicheren Zeitgenossen hielten arg den Verkehr auf und spannten beim Abrutschen oder Hinfallen das Tau in den unmöglichsten Momenten. Dann wedelte es kleinere Kinder, aber auch ältere Frauen, einfach so in den Schnee! Etwas weiter oben dann eine steilere Stelle, die mit Hilfe von Ketten zu überwinden war. Nichts für Höhenängstliche, denn der Abhang war nahe. Zumindest eine junge Frau sah ich auf dem Rückweg, die sich nur mit großer Mühe überwinden konnte, den Abgründen "ins Auge" zu sehen.

Dafür bot sich nach geschafftem Kletterstück ein herrlicher Ausblick auf die Seen unter uns. (Bild fünf) Noch einmal durch den Schnee bergauf - meine Schuhe waren völlig durchnässt und es war etwas kalt ;-) -, dann standen wir auf 2250m Höhe vor der "chata". Unglaublich, dass Menschen dort täglich hinaufsteigen, die eine Kraxe tragen mit einem Kasten Kofola auf der unteren "Bank", einem Fass Bier in der Mitte und einem Kasten Backwaren, Würste usw. über dem Kopf. Und die kommen auch durch den Schnee und an den Ketten hoch. Mann o Mann! Die letzten 250 Höhenmeter boten wenig Neues: Ein großes Schneefeld und dann "Trümmer-gestein" auf dem Weg zum Gipfel. (Letztes Bild) Oben auf fast exakt 2500m herrschte dann arges Gedrängel. Jeder Stein war umlagert und überall ruhten sich die Wanderer aus und genossen den Ausblick über die Tatra (und die Sonne, die den ganzen Tag schien und auch das Gehen über die Schneefelder erträglich sein ließ- ich hatte jedenfalls mit kurzen Hosen und kurzärmliegem Hemd nichts zu leiden). Jede Menge Polen, ein paar Ungarn und diverse Sachsen bildeten außer den Slowaken und uns die Hauptmasse der Touristen.

Dann kam der Abstieg, der entgegen meinen Befürchtungen problemlos verlief. Die Schneefelder eigneten sich, ein bisschen Übung vorausgesetzt, hervorragend zum "Abwätsschlittern". Da wir für slowakische Verhältnisse spät dran waren - die meisten sind sicher um 06.00 Uhr los gegangen -, kam uns nun niemand entgegen und auch in unserer Richtung hatten sich die Pulks aufgelöst. So ging es an den Ketten relativ schnell und das Seil konnte ich wie beim Abseilen am Berg nutzen. In kleineren Sprüngen ging es also abwärts. Zurück dann alles wie gehabt. Am Ende schlugen 21,6 km Weg und fast 1250 Höhenmeter zu Buche; wir waren um 09.00 Uhr gestartet und gegen 17.30 Uhr wieder "unten". Mit größeren Pausen also achteinhalb Stunden. Nicht schlecht auch für Friedrich, der zwar zwei Mal mächtig "in den Seilen hing", ansonsten aber rüstig ausschritt. Mit 4,5 h ist der Aufstieg angegeben. Da waren wir also relativ schnell...






Mittwoch, 2. Juli 2014

Klenov- Sucha Dolina

Ok, wer sich eine Trainingshose anziehen will, die er vielleicht vier Wochen nicht getragen hat, und sie nicht mehr problemlos über den Bauch bekommt, der sollte handeln! ;-) Und so schwang ich mich auf's Rad mit der Absicht, ein paar mehr (aber doch gemütliche) Kilometer zu machen. Am Ende waren es auf der Strecke Kosice- Margecany- Klenov- Kysak- Kosice etwas mehr als 80 km in 5 Stunden. Bergauf und bergab selbstverständlich. Das Wetter war optimal; nur manchmal störte der kühle Wind bei Abfahrten.

Ab Klenov war mir die Strecke neu. Sanfter als die vorherigen Aufstiege nach Kosika Bela (von ca. 350 auf über 800m/ nn.) und Velky Folkmar (von ca. 350 auf über 1200m/nn) und die entsprechenden Abfahrten präsentiert sich das Land geradezu lieblich. (Bild oben) Unterwegs ein paar alte Häuser in traditioneller Bauweise- einem Mix aus Stein und Holz. (Bild Mitte) Ja, das Land ist schön...

Ab Kysak dann wieder "meine Trainingsstrecke". Ich habe den schönen Blick der Abfahrt hinter Kysak dokumentiert, weil er mich immer freut. Irgendwann dahinter gibt es noch eine kleine "skala", eine Felswand also, die steil zur Straße hin abbricht. Nicht eben beeindruckend, aber hübsch. Nun bin ich rechtschaffen müde und muss mir überlegen, wie ich morgen das Training so fortsetze, dass eine Überlastung ausgeschlossen ist. Vielleicht joggen und ein bisschen Gewichte stemmen? Immerhin will ich am Freitag auf den Ryzi! Na dann... :-)