Da tat der Abschied von der Großstadt gut und die abendlichen Spaziergänge im von früher her bekannten Birkenwäldchen waren sehr entspannend. (Bild zwei) Ich nahm dann Abschied vom Debattentraining und bewegte mich am Sonnabend in Richtung Sil', dorthin also, wo Kollegin Kiesewalter auch in diesem Jahr ihren Sprachkurs veranstalten will. Leider kann ich nicht teilnehmen, aber vielleicht fahre ich noch einmal zu Besuch in das unweit der Grenze gelegene Kaff, dessen Hotel "Edelweis" nicht halb so schick ist wie das "Tirol", in dessen Restaurant man wirklich lecker speisen kann (drittes Bild). Eine Anregung für die Kollegen? Mal sehen...
Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...
Samstag, 30. Mai 2015
Letzte Tage in Kiew und Rückreise
Da tat der Abschied von der Großstadt gut und die abendlichen Spaziergänge im von früher her bekannten Birkenwäldchen waren sehr entspannend. (Bild zwei) Ich nahm dann Abschied vom Debattentraining und bewegte mich am Sonnabend in Richtung Sil', dorthin also, wo Kollegin Kiesewalter auch in diesem Jahr ihren Sprachkurs veranstalten will. Leider kann ich nicht teilnehmen, aber vielleicht fahre ich noch einmal zu Besuch in das unweit der Grenze gelegene Kaff, dessen Hotel "Edelweis" nicht halb so schick ist wie das "Tirol", in dessen Restaurant man wirklich lecker speisen kann (drittes Bild). Eine Anregung für die Kollegen? Mal sehen...
X. Landesfinale JDI in Kiew
Die Halbfinals zum Thema "Soll in der UA eine staatliche Krankenkasse eingeführt werden?" waren nicht so doll. Mir schwante Böses, denn das Finalthema lautete: "Sollen in der UA extremistische Parteien verboten werden?" Ist das ein Thema für 16Jährige wenige Tage nach der Unterzeichnung des Gesetzes zum Verbot kommunistischer und nationalsozialistischer Symbole und der Verbotsdiskussion um die KPU? Ich hatte mir entschuldigende Sätze zurecht gelegt, konnte sie dann aber nur in ein dickes Lob ummünzen. Schon nach den ersten Sätzen wusste ich: Das wird die beste Finaldebatte, die ich je erlebt habe. Und sie wurde es! Diese Namen wird man sich merken müssen: Valeria Djachuk, Inna Lobazova, Polina
Chernoivan und Vitalina Nizhynska (Bild unten) haben zum 10. Jubiläum des
Wettbewerbs vor ca. 250 Gästen (u.a. dem deutschen Botschafter - Bild oben) Unglaubliches geleistet. Glückwunsch an Vitalina (Siegerin) und
Valeria (Zweitplatzierte), die nun die Ukraine beim Internationalen
Finale in Riga vertreten werden. Ich wünschte, Bundestagsdebatten wären
so konstruktiv und so zielorientiert!
Jedenfalls hatte ich eine angenehme Aufgabe, gemeinsam mit den Juroren (zweites Bild) die Leistungen der Debattantinnen zu würdigen. Dabei erhielt die Kollegin aus Donezk (rechts im Bild) donnernden Applaus für ihre Reiseodyssee, die mehrere Tage in Anspruch nahm, Zeit und Nerven kostete (Passierscheine!) und nicht ganz ohne Risiko war, die sie aber trotzdem unternahm, damit auch Donetzk bei diesem ukrainischen Finale vertreten ist! Hut ab Viktoria! Gemeinsam mit den Vertreterinnen der Deutschen Botschaft, der ZfA, der Klitschko- Stiftung, der Hertie- Stiftung und des Goethe- Instituts (v.l.n.r.) konnte ich dann die Siegerin auszeichnen und die Finalistinnen beglückwünschen. (Bild unten) Sehr schön, dass die Organisatoren zusätzlich auch die Dritt- und Vierplazierte mit der Teilnahme am Landesfinale Polen auszeichneten. Sie haben es verdient, denn diese Debatte war nicht nur inhaltsreich, sie war auch geprägt von einem unheimlichen Teamgeist; jede trug zum Gelingen bei und dachte dabei mehr an die Sache als an den eigenen Sieg. Eine feine Lehrstunde in Demokratie, die dieses Land so bitter nötig hat!
Jedenfalls hatte ich eine angenehme Aufgabe, gemeinsam mit den Juroren (zweites Bild) die Leistungen der Debattantinnen zu würdigen. Dabei erhielt die Kollegin aus Donezk (rechts im Bild) donnernden Applaus für ihre Reiseodyssee, die mehrere Tage in Anspruch nahm, Zeit und Nerven kostete (Passierscheine!) und nicht ganz ohne Risiko war, die sie aber trotzdem unternahm, damit auch Donetzk bei diesem ukrainischen Finale vertreten ist! Hut ab Viktoria! Gemeinsam mit den Vertreterinnen der Deutschen Botschaft, der ZfA, der Klitschko- Stiftung, der Hertie- Stiftung und des Goethe- Instituts (v.l.n.r.) konnte ich dann die Siegerin auszeichnen und die Finalistinnen beglückwünschen. (Bild unten) Sehr schön, dass die Organisatoren zusätzlich auch die Dritt- und Vierplazierte mit der Teilnahme am Landesfinale Polen auszeichneten. Sie haben es verdient, denn diese Debatte war nicht nur inhaltsreich, sie war auch geprägt von einem unheimlichen Teamgeist; jede trug zum Gelingen bei und dachte dabei mehr an die Sache als an den eigenen Sieg. Eine feine Lehrstunde in Demokratie, die dieses Land so bitter nötig hat! Kiew im Mai
Hinter dem Michalivskiy kann man auf das linke Ufer und die Trufanov- Insel schauen. Sofort fallen wieder neue Hochhäuser und gigantische Brückenbauten auf. (Bild vier) Brücken braucht die Stadt, "grüne Lungen" auch. Da ist es schade zu sehen, wie die einst ziemlich naturbelassene Trufanov- Insel von den Brücken- und Straßen um immer neue Teile beschnitten und im Strandbereich "mondän" ausgebaut wird. Manchem Kiewer wird bei solchen Gegensätzen von Tradition und Moderne in der Tat der Kopf schwirren. (Bild unten- Hauswandbemalung am Fuße des Andreas- Steiges) Mit Ukrainer- Hemd und Samsung S 6 rein in den SUV und das Naturschutzgebiet in den Karpaten kaputt gefahren, um dann am Lagerfeuer ein traditionelles Shashlyk zuzubereiten und 'ne Flasche "Wässerchen" drüber zu leeren. Widersprüchlichkeiten der Moderne...
Sonntag, 10. Mai 2015
Ein 9. Mai in Ivano- Frankivsk und am Hoverla
Schade. Ich konnte nicht sehen, wie er oben in weiten Schwüngen den Berg hinab fuhr. Das Schneefeld lag etwas verdeckt vom Gehweg. Aber die Bilder beweisen, dort oben lag noch genügend Schnee. Serjoscha hatte einen anderen Weg gewählt. Er hatte Glück, da hinter ihm eine Wächte abrutschte. Sie hätte ihn auch mitnehmen können! Das sind die Unwägsamkeiten des free riding. Mich wunderte es, denn beim Radfahren ist Juri der Hazardeur und Serjoscha betont immer, er habe "Frau und Kind". ;-) Aber beim Skifahren ist es wohl anders.Vieelleicht, weil der Vater vor der Tochter nicht "feige" sein darf. Ukrainische Männer sind, wie sympathisch auch immer, doch ukrainische Männer!
Ivano- Frankivsk vom Fluss aus gesehen
Der Vormittag war ruhig und sonnig. Ich hatte noch Zeit und ging vom Heldenpark aus zum Fluss, an dem ich - ich gestehe es ungern - früher eher selten war. Warum eigentlich? Wie schön die nahe
Umgebung von Ivano ist! (Bild oben) Ganz naturbelassen, nur an den Rändern gegen Hochwasser eingedeicht, sieht das Flussbild natürwüchsig aus! Ich beobachtete Störche und Reiher. (Zweites Bild) Man kann ein paar Stunden dort spazieren gehen...
Aber alles ist eben auch vernachlässigt. Industrieruinen prägen das Bild längs der Schienenstränge. An den Stadt- Randgebieten
sieht man, wieviel zu tun ist. (Bild drei- Busstation vor einem vergamnmelten Park) Das Land braucht Frieden, Hilfe, Kreativität und
Optimismus. Das Land braucht Straßen, die den Namen verdienen. (Bild vier, fünf und Bild unten) Die
Menschen brauchen Gehälter, von denen man leben kann. Meine Kolleginnen stritten ein bisschen, weil die eine ihren Verdienst mit 150 Euro/ Monat angab, was die anderen beiden aber nicht erreichen. Rentner haben immer noch nicht mehr als 60- 100 Euro! Und es mangelt an Perspektiven für die
Jugend. Beide Töchter der Freunde sind in Deutschland; eine wird dort heiraten. Von "meiner Clique" ist Julia schon länger in Litauen und Taras setzt seine Hoffnungen auf die USA. Wer kann, geht. Wohin soll das führen?
Aber, so die übereinstimmende Meinung aller meiner Gesprächspartner: Es ist eben ALLES wieder wie früher. Die Korruption blüht und an die Ukraine denken die Menschen bloß mit den Sprechblasen der Propaganda. "Slawa Ukraina!" - "Heroem Slawa!", aber selbst nicht mal Steuern zahlen! Man kauft sich vom Wehrdienst frei, kauft Jobs, kauft Abschlüsse, kauft einen Operationstermin... Wann wird der Stolz auf die eigene
Leistung diese hohlen Phrasen verdrängen, die niemanden satt, keinen
glücklich (aber Viele unglücklich) machen? Das Land ist groß und die
Menschen sind doch gut. Sie müssen sich die Chance, es auch leben zu können, erst noch erkämpfen.Es braucht einen neuen Maidan, einen wirklich Volksaufstand mit sozialen Zielen! Die Phrasen stören nur...
Was es Neues gäbe?- fragte Vita. Katastrophen? Was ist schon eine Katastrophe? - Aber dann benannte sie die wirkliche Katastrophe: "Wenn einer den Brief bekommt. Wenn am anderen Morgen die Nachbarin weint und der Junge weg ist, den du seit der Schule kennst. Das ist eine Katastrophe!" Und dann erzählen sie mir, dass nicht einmal die Entschädigung des Staates für ein im Kampf gefallenes Familienmitglied bei den Familien ankommt. Auf dem Einberufungsbefehl stehe unten ein großes "F" für "freiwillig", obwohl es doch ein Gestellungsbefehl des Staates ist. Niemand habe das ernst genommen, erst langsam begreifen die Betroffenen, dass sie auch mit dem "Heldentod" betrogen wurden. Auch hier zeige sich das Vaterland für den Einsatz des Lebens seiner Bürger nur in der Propaganda erkenntlich; in Wirklichkeit fehlt der Sohn, der Vater, der Mann und der Ernährer. Es fehlt die erhoffte Rentenversicherung der Eltern, die Sozialversicherung der jungen Mutter, die Hoffnung des Kindes. Dafür gibt es viele Plastikblumen und falsche Kränze mit hohlen Sprüchen auf dem Heldengrab. Was für ein Elend! Immer und immer wieder- nicht nur in der Ukraine!
Besuch bei Freunden: Ivano- Frankivsk
Ich wünschte, es würden künftig dort mehr Blumen wachsen! Aber dazu müsste man vielleicht mal mit dem Quatsch aufhören, für jeden Blödsinn gleich den lieben (?) Gott zum Landsmann zu machen! Manchmal hilft auch Bibel lesen: "Werde sein (Gottes) Freund und halte Frieden! Nur dadurch kommt das Gute dir zu. Hi 22,21" Für die neuen Helden auf dem Friedhof käme eine solche Einsicht zu spät. Leider!
Mittwoch, 6. Mai 2015
Subotica
Wieder einmal bei Berta und Alfred zu Besuch. Wie immer gab es leckeres Essen und der gute Wein floss in Strömen. Keinen Abend gingen wir vor 22.00 Uhr ins Bett. Gute Gespräche. Sonst nichts Neues. Am 01. Mai waren wir mit dem Rad in Palic, wo uns ein Volksfest "sozialistischen Zuschnitts" (mit Rummel, Grillwurst usw.) erwartete. Massen von Menschen! Alfred wurde mehrmals erkannt und einmal erhielt der "verehrte Lehrer" Freibier (ich auch!). Abends mit Fachberater Menrath, der ein gebürtiger Bosnier ist, in einer Ethno- Salasz. Die Musik a la Ederlezi war exzellent! Das Angebot Alfred noch einmal auf einer Stelle zu beerben und also in Subotica zu arbeiten, hat etwas Verlockendes. Mal sehen, vielleicht komme ich darauf zurück. ;-) Leider konnten wir den schmucken Garten (Bild) nicht nutzen, da es am 02. 05. regnete. Aber egal. Es war ein schönes Wochenende. Auf der Rückfahrt schaute ich bei Zsuzsi rein, die sich gefreut hat. Sollte ich öfter tun! :-)
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