Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Mittwoch, 11. September 2019

15.07. - Urlaub im Allgäu

Anderntags hatten Alfred und Berta was zu tun und wir machten uns allein auf Erkundungstour. Uta kannte Immenstadt schon, ich noch nicht. Da wir noch Einkäufe machen wollten, war das unsere erste Station. Unweit des malerischen Alpsees (Bild oben) gelegen, ist Immenstadt wenig spektakulär, aber doch ein zum Bummeln einladendes Städtchen. Uta fand eine Art Stadtrucksack nach ihrem Geschmack und für mich fiel ein sommerliches Poloshirt ab. In Anbetracht der Temperaturen eine gute Entscheidung!

Dann fuhren wir mit Alfreds Elektro- Auto (fährt hübsch leise!) nach Isny, wo Berta zur Physio musste und Alfred auch irgendwas zu erledigen hatte. Ach ja, er wollte seine Haare schneiden lassen. Das fiel allerdings ins Wasser, denn tags zuvor hatte es ein Stadtfest gegeben und viele der Beteiligten hatten nun ihre Läden geschlossen, u.a. sämtliche Friseure. Wir erkundeten Isny also allein und waren angetan von  der mittelalterlichen Anmutung der Stadt mit Stadtmauer (Bild zwei) und historischen Straßenzügen. Hier fiel uns nicht zum ersten Mal der Lokalstolz auf, der sich u.a. in der Beflaggung zeigt. (Bild drei)

Neben einer uralten Kapelle (dem Rest eines an dieser Stelle gewesenen Benediktinerklosters aus dem 11. Jahrhundert) findet sich am Rande des Altstadtareals auch Schloss Isny, das heute eine Kunstausstellung und Kulturräumlichkeiten beherbergt. Das imposante Gebäude auf dem unteren Bild ist allerdings das im barocken Stil nach einem Stadtbrand neu errichtete Klostergebäude. Die Kirche hatte halt Geld.

Der Abend verging wieder mit Weinproben und zwanglosen Gesprächen. Wir verabredeten für den verbleibenden Tag eine Wanderung auf die Konigsalpe. Diesmal kannte ich den schönen Weg schon, aber für Uta war er neu. Auf der Alpe gab es einfache Allgäuer Gerichte (z.B. Leberkäs- Salat), wohlschmeckendes Bier und - für mich unglaublich - Lowcarb- Fruchtkuchen! Der schmeckte nicht mal schlecht und vermittelte das gute Gefühl, beim Dessert mit den anderen Leckermäulern auf Augenhöhe zu sein. Nirgendwo anders habe ich bisher so etwas gefunden. Sie sind halt Trendsetter da unten und reagieren auch sonst schnell auf angesagte Moden. Dieses Mal zu meiner Freude... 

Dienstag, 10. September 2019

14.07.- Urlaub im Allgäu

Von Nördlingen aus ging es weiter nach Missen- Wilhams im schönen Allgäu zu den Freunden Alfred und Berta, mit denen ich in der Ukraine war. Das große Haus mit Wintergarten (Bild oben) ist so gemütlich wie es aussieht. Da kann einem regnerisches Wetter Wurscht sein. ;-)

Das Beste an dem Haus sind natürlich die Bewohner, die es mit einem Ofen in der Küche und einem reich ausgestatteten Weinkeller nebst leckeren Käseplatten schaffen, immer wieder eine besondere Atmosphäre unter die niedrige Decke der Küche oder auch in den Wintergarten zu zaubern. Kommt man an, gibt es erst einmal einen Aperitif, also ein Glas Sekt, einen Rosé oder einen guten Kräuter. Weiter geht es dann mit dem Besten, das der Keller hergibt. Alfred dekantiert, erklärt, lässt den Geschmack testen und macht sofort noch eine Flasche "zum Vergleich" auf. Am Ende eines solchen Abends ist man leicht bei einer oder anderthalb Flaschen pro (männlicher) Nase angekommen. Aber das macht nichts. Kopfschmerzen oder sonstige Beschwerden hatte ich nach so einer "Ziehung" noch nie. Alles "edles Zeug" also. ;-)

Sonntag, 8. September 2019

13.07. Urlaub_Nördlingen

Losgefahren sind wir am 12.07. uzw. bis Nürnberg, das Uta noch nicht gesehen hatte. Das Wetter war angenehm und wir konnten in der "Würstchenbude" (ältestes Würstchenrestaurant Deutschlands) draußen zu Abend essen, die ich im Jahr zuvor für mich entdeckt hatte. Es war wie immer gut, was auch zeigt, dass Zigeuner gut arbeiten und eine Kneipe führen können. Ich sah den Koch und die Chefin (?) und war nun sicher: Das deutsche Wahrzeichen ist in Zigeunerhand- jedenfalls was das Personal anbelangt. ;-)

Anderntags war das Wetter verhangen und ab und an regnete es. Ich hatte mir auf dem Weg in den Allgäu einen Abstecher nach Nördlingen gewünscht. Der kreisrunde "Plan" der Stadt spielt in meinem Geschichtsunterricht immer eine Rolle und daher wollte ich das endlich mal live erleben. Eine schöne Stadt fürwahr. Wir waren auf dem Kirchturm oben und hatten einen schönen Blick über die mittelalterliche Stadt weit ins Land. (Bild oben) Interessant auch, dass eine alte Römerstraße schnurgerade zum Tor hinaus- oder hineinführt (wie man es eben nimmt).

Vom Baustil her ist der Plan der Stadt gotisch und die Giebelhäuser verraten ihre Herkunft aus dem Mittelalter. Allerdings sind viele umgebaut. Als freie Reichsstadt blühte Nördlingen  in der Renaissance auf, was überall zu sehen ist. (Bild Mitte- Rathaus)

Solch Wohlstand zieht Ganoven an und so konnten auch die vollständig erhaltenen wehrhaften Mauern die Stadt (Bild unten) im Dreißigjährigen Krieg nicht vor Stagnation und Verfall bewahren. Gut für uns Heutige, denn so ist das Kleinod für uns erhalten geblieben.


Mittwoch, 10. Juli 2019

Renovierung auf zwei Etagen

Sieht lustiger aus, als es war! Um oben neue Farbe aufbringen zu können, musste nicht nur ausgeräumt und runter getragen werden - damit nichts in die untere Etage tropft und spritzt, war der offene "Dachboden" mit Planen abzuhängen. (Bild oben - Uta und Franziska bei der Arbeit)

Das sah schon lustig aus, ein bisschen wie eine Installation von Christo (Bild unten), und es hat auch funktioniert. Am Donnerstag hatte ich das Sofa zerhackt, der Freitag verging mit Bücher verpacken und ausräumen nebst runtertragen. Samstag wurde gemalert und ich trug das Zeugs wieder hoch. Den ganzen Sonntag über räumten wir ein. Am Montag kam dann die neue Couch. Danach mussten die Bilder wieder ran. Alles in allem also 5 Tage Arbeit! Brrr....

Ein Sofa zerlegen und wegschaffen

Kaum angekommen stand ein Geburtstagsbesuch bei Christine Träger an. Ich freute mich dort auch Dietmar Endler zu treffen. Seit 1992 hatte ich meinen alten Parteisekretär nicht mehr gesehen! Interessant auch zu sehen, dass man Mitte 80 und mitnichten vertrottelt sein muss...

Andere Aufgaben, die meiner harrten, waren der Kauf eines neuen Familiencomputers, der immer noch "eingerichtet" wird, und das Zerlegen unseres alten Sofas, um Platz für das neue zu schaffen. Es ist schon dumm, wenn man erstens ganz oben wohnt und zweitens noch eine Treppe in der Wohnung hat. (Bild oben) Also musste das sperrige Ding in kleine transportable Einzelteile zerlegt werden. (Bild Mitte) Wer aber denkt, da schraubt man ein paar Seitenteile ab und so was, der irrt sich gewaltig. Fast alles war verkrampt und zusätzlich noch durch Stoff, Unterfutter und Pappeinlagen zusammengehalten. Also halt nur rohe Gewalt! Das Runtertragen der größeren Einzelteile (Bild unten) war dann noch einmal ein Akt, der viel Ausdauer erforderte! :-)

Aber dann war das obere Zimmer leer und ich konnte an das Ausräumen der "zwei" Bücher gehen, die dort stehen. Uta meinte nämlich die Chance nutzen zu müssen, um dort oben die erste Renovierung seit 20 Jahren durchzuführen. Gott hilf! (Tat er aber nicht; wir mussten alles selbst machen.)

 


Nyékládháza

Ähnlich wie in Leipzig hat sich die Sandgewinnung durch Lasselberger nun doch positiv auf das Gebiet rings um Nyékládháza ausgewirkt. Es ist geradezu ein kleines Bade- und Datschenparadies (Bild oben) entstanden. Aber das ist an Positivem auch schon alles...

Zsu freute sich und wir gingen erst mal Mittag essen. Die Kneipe war gut; das Essen hat geschmeckt. Mir war peinlich, dass Gabor bezahlt hat, denn preiswert war das Essen nicht. Auch ist es nun die einzige Restauration im Ort, obwohl der sich durch Eigenheimsiedlungen in Richtung Miskolc mächtig vergrößert haben soll. Das lässt tief blicken, denn die Dienstleistungs- und Serviceeinrichtungen sind ein verlässlicher Indikator für den Wohlstand der Einwohner. Viel "freies" Geld ist also nicht da. Unser Restaurant war auch am Sonntag mitnichten gut besetzt. Wir hätten uns die Reservierung der Plätze sparen können. Ansonsten alles gut. Ich bin immer wieder gerne bei den alten Freunden. 

Rückfahrt über Nyíregyháza

Am Wochenende wollte ich noch bei Zsuzsa absteigen, aber nicht zu spät ankommen. Deshalb bin ich am Sonnabend erst einmal bis Nyíregyháza gefahren, wo ich das in ganz Osteuropa berühmte Zoogelände mit Aquapark etc. sehen wollte. Den Zoo sah ich nur von außen, alles andere aber war eine Enttäuschung.

Was ist nur aus Ungarn geworden? Statt der sympathischen kleinen Hotels und Pensionen die üblichen Hotel- Klötze (Bild oben). Statt der mehrsprachigen lustigen und freundlichen Kellner knurriges Personal, das nicht einmal Englisch spricht. An der Hotelrezeption musste ich mich mit dem Translator behelfen und im "Schweizer Haus" (wo das Essen nicht schmeckte und das Bier dünn war!) hatte die Kellnerin so viel Angst vor dem "Ausländer", dass sie mich systematisch ignorierte und ich aufstehen und sie an meinen Tisch holen musste, um ihr auf dem Menü zu zeigen, was ich haben möchte. Brrr...

Das Gelände um den Aquapark (Bild unten) besteht aus Parks und zwei Seen, die schon seit den 30er Jahren als Naherholungsgebiet genutzt wurden. Daran erinnern u.a. der Wasserturm (Bild Mitte) und das schon erwähnte "Schweizer Haus". Mein Park- Hotel war ansonsten ok. Nur dass in den Fluren Urlauber in Unterhemden saßen und lärmend ihren alkoholisierten Abend verbrachten. Das kannte ich so bisher nur aus der Ukraine...