Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Sonntag, 25. Oktober 2020

Nachtrag: 01.-05.08. 2020 Polen

 Inzwischen hatte ich Franziskas Sachen und Möbel nach Bochum gefahren, wo sie nun alleine einräumen konnte. Wir wollten später bei den "Feinarbeiten" helfen und fuhren erst einmal nach Polen, wo wir jeweils kurz in Ciechocinek bei Miras und Dorota, in Wloclawek bei Budzynskis und dann bei Dorota und Zbyszek vorbei schauten. Das waren schöne Tage voller Erinnerungen an früher. Merkwürdig, dass man schon ein so großes "Früher" mit sich herum trägt...

Auf dem Weg von Ciechocinek nach Wloclawek kamen wir auch an Nieszawa vorbei. Der kleine Ort hat eine merkwürdige Geschichte, denn die Verlegung der Stadt stromaufwärts war einst die Bedingung des Übertritts der Stadt Thorn nach Polen. Von dieser "Verschiebung" hat sich Nieszawa nie wieder erholt. Uta kannte das verschlafene Örtchen, dessen einzige Attraltionen die Lage an der Weichsel (Bild oben) und die Weichselfähre (Bild unten) sind, nicht, weswegen wir dort kurz Station machten. Sonst gibt es nicht viel zu berichten. In Wloclawek ist (leider) bis auf ein paar neue Einkaufstempel "alles beim Alten".  

Freitag, 9. Oktober 2020

Nachtrag: 07.07.2020 Minden

Anfang Juli begann die Umzieherei und Renoviererei. Zuerst haben wir bei Anka noch gebohrt, Regale und Rollos angebracht, bei IKEA gesucht. Inzwischen packte Franz zu Hause seine Sachen. Am 05. 07. fuhr ich mit Franziska nach Bochum, wo sie sich für eine Wohnung entschied. Da Paps nicht immer daneben stehen muss, fuhr ich schon mal nach Minden weiter, endlich mal wieder unsere ehemalige Kollegin und Freundin Ursel besuchen. Ich fand alles vor wie ehedem; wir verstanden uns, als hätten wir einander nicht 10 Jahre lang nicht gesehen. Gut so. Anderntags ging es nach Minden, wo sich auch nicht viel getan hat. Wieder bewunderte ich den mächtigen romanischen Dom (Bild oben) und ein paar schöne Häuser in der Altstadt (Bild unten). 

Wir holten dann Franziska von der Bahn ab (Bild Mitte) und aßen noch mal gemeinsam zu Mittag, ehe wir beide nach Leipzig zurück fuhren. Dort hieß es einen Miettransporter besorgen und das Umzugsgut verpacken, damit der Umzug so schnell wie möglich über die Bühne gehen konnte. Haben wir auch alles geschafft. Um den 15. 07. herum ist Franziska dann eingezogen, wenn ich nicht irre. Anka war mit helfen. Die beiden fuhren dann nach Wismar, ich brachte den Wagen zurück. 

In Leipzig stand Uta schon mit dem Pinsel in der Hand bereit: Wir haben ja jetzt ein Zimmer mehr und bevor es als Schlaf- Arbeitszimmer eingerichtete werden konnte, war halt zu streichen. Am Ende wurde es freilich die ganze Wohnung! Dafür ist jetzt Ruhe- mindestens für die nächsten 10 Jahre! 

Nachtrag: 27.06.2020 Heimreise über Nowy Sacz

Bei gutem Wetter in Suceava los bis Satu Mare. Alles wie immer. Nur ist das Hotel komplett leer. Ärger bringt das erst am Morgen, als mir das "Frühstück" serviert wird: Ein Tütchen Nescafé, Erdbeerjogurt, ein Snickers- Riegel, ein Tütchen Schokowaffeln und ein verpacktes Tankstellen- Sandwich. Die Bitte mir ein Ei in die Pfanne zu hauen oder ein Würstchen heiß zu machen, wird mit Bedauern abgelehnt. Nichts und niemand im Hause... Ich schlürfe den Kaffee und esse später in Košice zu Mittag.

Am frühen Nachmittag erreiche ich dann Nowy Sacz. Bisher bin ich dort immer nur vorbei gefahren. Ich wollte immer mal anhalten und
nun hatte ich es so geplant und kann mir die Stadt ansehen. Ziemlich leer und ziemlich provinziell. Aber hübsch am Fluss gelegen. Dort sieht man noch Reste der ehemaligen Burg, die einmal recht groß gewesen sein muss. (Bild Mitte)

Ein paar nette, ehemals repräsentative Häuser (Bild unten) und ein kleines Altstadtareal mit dominierendem Rathaus (Bild oben) - das war's. Ich wollte dort was essen, aber außer ein paar Pizzerien hatte nichts offen. Macht nichts. Im Hotel (IBIS!) habe ich frugal gespeist. Wirklich gute Küche! Wer hätte das von so einem Ketten- Hotel erwartet? Leipzig erreichte ich dann am nächsten Tag ohne irgendwelche Probleme.

Samstag, 20. Juni 2020

Sachen (fast) gepackt

Draußen regnet es vor sich hin und ich mag nicht lesen. Also packe ich. Mann o Mann, der ganze Kleinkram dauert und dauert. Aber nun liegt bereit, was bei Tanases untergestellt werden soll. Am Montag werden Alex und Mircea kommen und wir werden meinen Dachgepäckträger montieren und das Zeug ins Landhaus schaffen. Ob ich das wirklich alles noch einmal brauchen werde? Skier? Zelt? Iso-Matte? Aber schade wäre es doch. Die größten Sachen sind ohnehin der Backofen und der Kopierer. Und die Trainingsgeräte natürlich. Deren Neuanschaffung allein würde mich 1000 Euro kosten, also lohnt es sich. Am Dienstag wird dann ins Auto gestapelt, was da rein passt. Donnerstag muss die Bude zwecks Übergabe leer sein. Na ja, fast leer. Computer und sonstige Sachen von Wert kommen erst am Schluss in den fein nachlackerten Skoda. ;-)

Freitag, 19. Juni 2020

Das große Abschiednehmen beginnt

Ich hatte mich zum letzten Schultag bei allen Klassen online verabschiedet, aber zwei wollten mir das nicht durchgehen lassen. Und so traf ich gestern "meine 10F"- eine Klasse, an der ich im Prinzip meine Freude hatte. Gerechnet habe ich trotzdem nur mit drei oder vier Leuten, aber es kamen alle, die noch in der Stadt sind. Diana (zweites Bild links vor mir) war extra aus Putna angereist- immerhin eine Fahrt von gut anderthalb Stunden.

Und so wurde es ein schöner Nachmittag mit freundlichen jungen Menschen, die mich sichtlich ungern ziehen lassen. Das freut das Herz. Besonders gerne werde ich mich an Catalina erinnern (Bild oben vorne links), die gern Deutsch lernt und mit für die gute Atmosphäre in der Klasse sorgte. Sabin (oberes Bild ganz links) wird mir als mein bestes "Geschichts- Pferd im Stall" in Erinnerung bleiben und die immer fröhliche Rebecca (zweites Bild-  die Fotografin) werde ich vermissen. Ein bisschen leid tut es mir um Catalin (zweites Bild ganz rechts), der wohl nur meinetwegen Deutsch zu lernen begonnen hat. In der 9. Klasse kämpften wir miteinander, aber dann hatte ich wohl doch ein Herz gewonnen und der junge Mann wurde besser und besser und freundlicher sowieso. Schade auch, dass ich Anastasia, Robert, George und Rares zurück lassen muss. Ich glaube, das wäre ein starker DSD- Jahrgang geworden. Aber so ist es nun mal... 

Ansonsten sind "wir" in der Zeitung. Ana (drittes Bild), Teodora, Michaela (im dritten Bild unten klein) und Alexandra (viertes Bild) wurden ihrer 96/96 Punkte in dieser "internationalen Prüfung" (DSD II) wegen besonders gewürdigt. Ganz zu Recht! Diese "meine Mädchen" werde ich auch sehr vermissen!

Wermutstropfen der letzten Tage hier ist das Wetter. (Bild unten) Ich komme nicht zum Radfahren, weil die Gewitterwolken immer drohend am Himmel hängen und ab und an mit Starkregen und Hagel daher kommen. Das ist fatal...

Dienstag, 16. Juni 2020

Übergabe der Sprachdiplome DSD II

Endlich sind die Diplome gekommen und fast alle (bis auf die Schüler aus Radauti) waren da sie in Empfang zu nehmen. Natürlich war kein Festakt möglich, kein Botschafter kann da sein etc. Wir versammelten uns also draußen in gehörigem Abstand. (Bild oben)

Was für ein Jahrgang! Ich glaube, meine Freundinnen dort (meine "Enkelinnen" Alexandra - Bild zwei, Michaela - Bild drei rechts und Teodora - Bild unten ganz links) haben sehr mit für eine produktive Atmosphäre gesorgt, in der am Ende keiner zurückbleiben wollte. Alle drei und Ana (Bild drei links) haben alle möglichen Punkte in allen vier Prüfungsteilen erhalten - was für eine Leistung! Ab und zu hatte ich schon mal eine Schülerin, die das geschafft hat, aber vier (!) in einem (!) Jahrgang. Sensationell! Und das Schöne ist, dass sie nicht nur sprachbegabt, sondern auch sonst hochintelligent sind. Deshalb hat es in der Klasse auch so viel Spaß gemacht.

Aber ich will nicht nur die Mädels loben. Andrei und Teodor haben sich für die Debatte engagiert und dabei viel gelernt. Mihnea (Bild drei) zeigte in einem ungeheuren Schluss- Spurt, wie lern- und leistungsstark er ist. Mich freut besonders, dass das Physik- Genie auch ein begeisterter Theater- Schauspieler ist. Und so hat jeder aus der 12 F (Bild unten) seine Meriten und alle haben auf Niveau C1 und die meisten mit über 75/ 96 Punkten bestanden. Das hatte ich noch nie.

Aber auch die Mädchen aus der 12 D sollen nicht vergessen werden. Daria und Ioana haben auch beide C1 erreicht; Amada B2. Schade, dass Smaranda und Dianira SK nicht bestanden; beide haben in allen anderen Teilen ebenfalls C1. Sie hätten es schaffen können. Ok, das war's dann. Macht's gut Jungs und Mädels! Viel Erfolg im Abitur und dann in eurem weiteren Leben! 

Letzte Tage in Suceava

Nun endlich flaut Corona auch in Suceava ab. Aber immerhin gibt es immer noch ca. 13 Neuinfektionen pro Tag mehr als aus der Statistik ausscheiden. Aber in der Stadt hat sich das Bild schon sehr in Richtung Normalität verändert. Die Kneipen haben ihre Freisitze geöffnet, Masken sieht man fast nur noch in Verkaufseinrichtungen. So sind die Menschen: Sie folgen in ihrem Glauben an Gefahr politischen Vorgaben...

Mich stört nun, dass ich zwar theoretisch endlich Rad fahren kann, praktisch aber nicht dazu komme. Seit gefühlt 10 Tagen regnet es jeden Nachmittag (ab und an wirklich Starkregen mit Hagel) und - wie man an der Vorhersage (Bild oben) sieht - wird sich daran solange ich noch hier bin nichts ändern. Skandal! 

Also habe ich Zeit zum Lesen und Sachen packen. Im Wesentlichen habe ich schon ausgeräumt. (Bild zwei). Verpackt ist alles in zwei sauber voneinander getrennte Stapel. Was nach Leipzig kommt liegt im Schlafzimmer (Bild vier); was bei Mircea auf dem Land "überwintern" soll, weil ich es in Chisinau weiter nutzen kann, liegt im Wohnzimmer. (Bild drei) Aber das Bild trügt. Da kommen noch ein Kopierer, ein Backofen, eine Espresso- Maschine, diverse Küchengeräte, ein Fahrrad und zwei Hometrainer (Rad und Rudergerät) hinzu. Am 24.06. fahren wir das Zeug nach Stirbac; am 25. packe ich dann schon mal ins Auto, was man dort "verstecken" kann, denn an dem Tag wird meine Wohnung abgenommen. Und dann treffe ich noch einmal Schüler und am 26.06 geht es vielleicht los. Wenn die Ungarn doch am 01. 07. ihre Grenzen öffnen, warte ich bis zum 01.07. Aber das ist der letzte Termin...