Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Mittwoch, 28. Juli 2021

03.07.2021 Alter Hafen Wismar

Nicht nur Rostock hat einen alten Hafen. Immer wieder gerne sind wir auch in Wismar dort, "wo der Bär brüllt". ;-)

Natürlich wollten wir etwas zum Mittagessen suchen. Weil es aber noch zu früh war, haben wir halt noch eine Hafen- Rundgang gemacht. 

Faszinierend immer wieder die alten Schiffe, die zur Besichtigung und auch zu Ausfahrten, zum Hochsee- Angeln usw. einladen. (Bild oben)

Die neue Ferienhausanlage hatte ich bisher nur im Bau gesehen. Jetzt ist die nach Art eines Passagier- Schiff- Aufbaus gestaltete Anlage fertig. (Bild Mitte) Der Bau passt wesentlich besser zum Ambiente als die schmuck- und einfallslose Häuserzeile am Hafenanfang. Sollte man gar nicht meinen, ist aber so. Wismar hat nun sogar so etwas wie einen neuen "architektonischen Höhepunkt".

Sonst war nicht viel los. Irgendeine Millionärsyacht buhlte um Aufmerksamkeit, was mir aber egal. Ich beobachtete lieber das Anlegemanöver des Rundfahrtschiffes. (Bild unten)

02.07.2021 Ausflug nach Rostock (zu IKEA)

Für die neue altersgerechte Wohnung wird eine Küche gesucht und Anka kam auf die Idee, doch mal woanders nach Küchen zu schauen, um zu sehen, was es außerhalb der Wismarer Provinz so zu kaufen gibt. 

Als bekennender IKEA- Fan, schlug sie also einen Trip nach Rostock vor, wo es ein schwedisches Möbelhaus gibt. Gesagt, getan. Das Wetter war ohnehin eine Einladung, sich mal aus dem Haus zu begeben.

Rostock ist am alten Hafen immer schon schön gewesen. Aber man muss zugeben, dass das Areal nach der Wende noch gewonnen hat. (Bild oben) Allerdings ist das langgestreckte Gelände am alten Strom immer noch nur wenig belebt. (Drittes Bild) Schade, aber wir taten unser Bestes, das zu ändern. (Bild zwei)        

Auf dem Weg zum Mittagstisch, unsere Wahl fiel auf ein italienisches Restaurant in den Speichern (Bild oben), kamen "die Kleinen" nicht am vorgelagerten Figurenzug vorbei, ohne sich - wie die "kind'schen Eier" zu benehmen. (Bild oben) Zieht der Esel die menschlichen Esel an? ;-) Egal. Man sieht: Wir hatten Spaß!  

Der Rest war eben IKEA, wie es so ist. Bei Höffner waren wir auch noch. Am Ende ist es aber doch eine Küche von Roller in Wismar geworden. ;-)        



 

27.06.2021 Spaziergang zum Leipziger Schäferhaus

Sonntag war's und Anka hatte einen Spaziergang in "ihrer Gegend" vorgeschlagen. Uta reservierte darauf hin drei Plätze im "Schäferhaus", das Anka vom Joggen kannte. 

Bei strahlend schönem Sommerwetter sind wir also los. Vorbei am Südfriedhof und dem Plache- Stadion führte der Weg sozusagen ins "Leipziger Umland". Wir waren doch verblüfft, so nahe eine geradezu bukolische Landschaft vorzufinden. (Bild Mitte) 

Dann erreichten wir das Schäferhaus Bild unten), das allerdings von Stammgästen aus einem nahe gelegenen Pflegeheim gefüllt wurde. Für uns gab es einen reservierten Platz auf dem Freisitz mit Selbstbedienung. Nicht gerade das, was wir uns vorgestellt hatten, aber ok. Die Bratwurst mit Kartoffelsalat hätte ich zu Hause auch kriegen können, hier an der frischen Luft schmeckte sie aber doch besser. Und musste sie besser schmecken, immerhin kostete sie 5 Mal so viel wie zu Hause! ;-) 

Nach einem kleinen Rundweg um den See, von wo aus dann auch wieder "Stadt" sichtbar wurde (Bild oben), kehrten wir zurück, tranken noch ein Käffchen bei Anka und gingen dann unserer Wege.

Ein schöner Tag, der zeigte, dass man nach so vielen Jahren in der Wahlheimat selbst in der Stadt immer noch Neues entdecken kann. Das lässt fürs Alter hoffen!  ;-)

Dienstag, 22. Juni 2021

Schloss Wettin und der Petersberg

Klar, die nähere Umgebung sollte noch mehr zu bieten haben, als wir bei gelegentlichen Ausfahrten (meist allerdings nach Thüringen oder innerhalb Sachsens) bereits erkundet haben. Immerhin ist das Gebiet diesseits der Elbe frühes germanisches Eroberungs- und Kolonisationsterritorium und auch lange Zeit ein stark befestigtes Grenzgebiet gegen die Slawen. 

Trotzdem waren wir überrascht, auf dem "Petersberg" eine romanische Klosteranlage imposanter Größe vorzufinden. (Bild oben) Kein Wunder, handelt es sich doch um die älteste Grablege der Wettiner, also der Stammväter und -mütter der sächsischen und thüringischen Fürstenfamilien. (Bild zwei) Konrad hatte eine Schwäbin zur Frau, was meint, dass die frühen dynastischen Verbindungen nicht "aus schlechtem Hause" waren und sicher Geld gebracht haben, von dem sich dann das Kloster stiften ließ.

Ich mag romanische Kirchen - das stelle ich immer wieder fest. Die Schlichtheit des Hauptschiffes (Bild drei) finde ich überwältigend und die im Laufe der Jahrhunderte "ausgeleerten" Kirchenräume überzeugen, weil hier ein "Armutszeugnis" abgelegt wird, das natürlich nichts mit der Realität der Kirche, aber doch viel mit ihrem (besseren) Anspruch zu tun hat. Davon lasse ich mich immer wieder fesseln. 

Das eigentliche Ziel unseres Ausflugs war aber Wettin mit dem Stammschloss der gleichnamigen Dynastie. Schon des Öfteren war mir das Hinweisschild auf der Autobahn aufgefallen und ich wollte seit Langem die historische Wissenslücke schließen. Nun war es so weit, aber erst kam der Petersberg dazwischen, an dem ich fast achtlos vorüber gefahren wäre.

Und dann lag da noch eine der letzten erhaltenen Templer- Kapellen auf dem Weg. (Bild fünf) Da staunt der Laie! Die Templer hatten also Anwesen in ganz Europa und nicht nur in Frankreich, wo sie dann ihr Ende fanden. 

Das hiesige Dominium hat Konrad den Templern gestiftet. Ob er auch was dafür bekommen hat? Keine Idee. Die Kapelle ist jedenfalls gotisch und überzeugt ebenfalls durch ihren schlichten Innenraum (Bild drei), der heute für Kulturveranstaltungen genutzt wird. Ein paar Bemalungsreste finden sich ebenfalls. Über eine alte Wendeltreppe im Treppenturm an der Außenfront kommt man ins Dachgestühl, wo sich eine kleine Glocke findet. Ansonsten finden auf dem Gelände Ausgrabungsarbeiten statt. 

Wenige Kilometer weiter dann Wettin, das - wie der Rathausturm anzeigt - alte Stadtrechte hat. Noch heute gilt die Gemeinde Wettin- Löbejün als "Stadt" und hat sogar einen Stadt- Bus- Verkehr zwischen den weit auseinander liegenden Ortsteilen. Aber das interessierte uns weniger. Rund um den ansehnlichen Marktplatz, wo wir sehr preiswert und sehr gut zu Mittag gegessen haben, liegen historische Straßen mit alten Häusern, denen man ihr Alter nur z.T. ansieht, da viele irgendwann "modern" saniert und also verschandelt wurden. Man würde gerne sehen, was unter dem Grauputz zum Vorschein kommt, wenn sich jemand der Mühe unterziehen könnte. Aber das wird sobald nichts, denn der Leerstand zeigt an, wie es um die Stadt bestellt ist. Nichts los in Wettin, wo sich nur gelegentlich Besucher einstellen, die von dort auf Rad- oder Bootstour entlang der Saale gehen (vorletztes Bild).  

Die Burg Wettin ist nur noch in Teilen erhalten und in ihrer Ausdehnung nur zu erahnen. Sie zählt trotzdem zu den größten Burganlagen Deutschlands, wie stolz vermeldet wird, und beherbergt heute ein künstlerisch ausgerichtetes Gymnasium, an dem mächtig gebaut wird. Der Blick über die Saale- Landschaft ist atemberaubend.

Auf dem Rückweg gab es auch noch eine Überraschung. Kurz vor Löbejün im Ortsteil "Priester" (!) steht eine restaurierte Version der romanischen Dorfkirchen, an denen wir vorher vorbei gefahren waren. (Bild unten) Man hat also vor Jahrhunderten auch schon "standardisiert" gebaut, was übrigens auch das Kloster Petersberg anzeigt. Es erinnert sehr an einen romanischen Vorfahren des Doberaner Münsters! Insgesamt also eine interessante Ausfahrt an einem schönen Sommertag.    

16.06.2021 - Erste Radfahrt nach sechs Monaten

Nein, das ist noch nicht die Ostsee! Das sind geflutete Tagebaue auf dem Weg von Leipzig nach Delitzsch. Und - ja - man kann dort baden, was in den folgenden heißen Tagen auch von vielen Menschen rege genutzt wurde. Bei meiner ersten Ausfahrt nach so langer Zeit war es allerdings schon spät und ich habe nicht an den Badestellen z.B. des Schladitzer Sees fotografiert, sondern "unterwegs" an abgelegener Stelle.

Mit meinem Radelerlebnis war ich zufrieden. Zwar habe ich keine 50 km geschafft - ich wollte es ruhig angehen lassen - und auch das Tempo spielte keine Rolle, trotzdem bin ich mit einem 20er Schnitt und einer sehr ausgeruhten Herzfrequenz zu Hause wieder angekommen. Das war ok, denn so blieben mir Muskelkater und Krämpfe und das sonstige Theater erspart. Langsam habe ich mich an die sportliche Form herangetastet, ehe ich vor vier Tagen das erste Mal die "große 50-km-Runde" mit 22,7 km/h absolvierte. Gestern dann bin ich die 50 km auf den Deichen Richtung Halle mit 25 km/h gefahren. Ergebnis? Zufriedenheit (und einen aufgeriebenen A...sch! ;-)

 

Freitag, 18. Juni 2021

Nachtrag: 15.06.21- Heimfahrt nach Leipzig

Ich startete früh, weil ich Schlimmes befürchtete. Und so war es auch. Obwohl ich schon um 07.30 Uhr an der rumänisch- ungarischen Grenze war, empfing mich dort schon ein Stau. (Bild oben) Ok, dass um 08.00 Uhr Ablösung war, sollte eigentlich nicht bedeuten, dass von 07.45 bis 08.15 Uhr nichts mehr ging. Na ja, wer weiß, wieviel Protokolle die schreiben müssen...

Um 09.00 Uhr war ich dann endlich "drüben" und kam problemlos und schnell durch Ungarn und die Slowakei. Dort gab es nicht einmal eine Kontrolle. In Tschechien dann aber Stau ohne Ende auf den Autobahnen. An jeder Einengung wegen Baustelle - und es gab viele - kam es mindestens zu stockendem Verkehr, da die rechte Fahrbahn durch eine unendliche Karawane dicht an dicht fahrender LKW besetzt war, die dann in den zu engen Spuren an den Baustellen auch die "linke" Bahn blockierten. (Bild unten) Durch Prag brauchte ich auch ca. eine Stunde länger. So wurden es am Ende 1200 km ohne Pause in 14 Stunden. Ab Dresden tat mir dann doch Allerwerteste ein bisschen weh! 

Nachtrag: 14. 06. 21 - Fahrt über das Maramures nach Satu Mare

Ich hatte Zeit und also bog ich dieses Mal von der Hauptstraße in Richtung Baia Mare ab. Diese Strecke war ich einmal 2006 oder 2008 gefahren und ich erinnere mich ungern an den Horrortrip über die  kaputten Straßen und die daraus resultierende 6-stündige Verspätung, mit der Daniel und ich damals in Debrecen eintrafen...

Aber dieses Mal war alles anders. Bei herrlichem, nur gelegentlich durch Schauer unterbrochenen Sonnenscheinwetter fuhr ich über frisch renovierte und fast leere Straßen durch eine malerische Wald- (Bild oben) und Berglandschaft. (Bild unten) Wirklich schön. Ich war auf diese Weise etwa eine Stunde schneller als sonst und werde mir die Strecke merken. Wermutstropfen: Die Nähe zur ukrainischen Grenze brachte diverse Einwahlen meines Telefons ins fremde Netz mit sich, was wieder vollständig abgeräumte Konten sowohl des moldawischen als auch des deutschen Providers mit sich brache. Was für eine Beutelschneiderei!