Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Donnerstag, 9. September 2021

04.08. 2021 - Himmerod

Ich meine, Hans- Georg hat uns ein bisschen "missbraucht" und sich bei seiner Eifel- Tour eigene Wünsche erfüllt. Zu dem Bestreben, uns etwas zu zeigen, kam wohl der Wunsch, selbst noch einmal an die Orte seiner Jugend gefahren zu werden. Aber was soll`s? Wir ließen uns von dem alten Herrn, dem wir viel verdanken, gern zu den Stätten führen, die ihm wichtig sind. Eine davon war das schön gelegene Kloster Himmerod. (Bild Mitte) 

Eigentlich mag ich barocke Klosteranlagen nicht besonders, aber hier machten die romantische Lage, die schlanken, an gotische Architektur gemahnenden Formen, und die Schlichtheit des Inneren alle Nachteile des Barock wett. Das Kloster war zerstört und verfallen und ist auf Initiative eines Abts in der unmittelbaren Nachkriegszeit wieder aufgebaut worden. Hans- Georg meinte, dass der spirituelle Bedarf nach der Kriegskatastrophe so groß wie der Hunger nach Brot gewesen sei. Das mag stimmen. Es ist eben eine erzkatholische Gegend.

Im Anschluss an die Klosterbesichtigung wurde auch mein "Bedarf" an Burgen gedeckt. Zwei Ruinen stehen sich in Manderscheid gegenüber. Eine Ober- und eine Unterburg. (Bild unten) Alles schön anzusehen.

Sonst hatten wir mit Hans- Georg schöne Abende. Zwar wollte er immer früh schlafen gehen, aber bis 23.00 Uhr haben wir doch ausgehalten. Alle Achtung: Was für eine Kondition! 
 

03.08.2021 - Maria Laach

Am 03.08. verließen wir Wiesbaden in Richtung Eifel. Auf dem Weg nach Gondenbrett zu Hans- Georg kamen wir an Maria Laach vorbei. (Bild oben) Die Romanik hat uns also verfolgt und wird auch weiter auf unserer Reise eine Rolle spielen!

Auch dieses Gebäude lebt von den großartigen Proportionen und von der Schlichtheit der wuchtigen Fassade. 

Viele Details wie die Säulen (Bild unten) bestätigen diesen Eindruck. Im Inneren ist das Baudenkmal eine lebendige Klosterkirche, was mich nicht sonderlich beeindruckt hat. Das übliche Interieur passt nicht zur romanischen Außenhaut. Für mich sind Kirchen eben doch eher Museen. ;-)

Gondenbrett erreichten wir zur Kaffee- Zeit. Hans- Georg freute sich. Die Corona- Zeit hat den kommunikativen alten Herrn, der in seiner Gegend Hinz und Kunz kennt, doch tief getroffen. Zumal sein Augenlicht gelitten hat und er nicht mehr Auto fahren kann, Das schränkt den Bewegungsraum dann doch erheblich ein.

02.08.2021 - Speyer

Wir waren schon mal da, wollten aber noch mal hin. Lutze musste zum Dienst und so hatten wir frei. Die Stadt selbst hat einen hübschen Marktplatz und ein paar nette Gassen (Bild unten), lebt ansonsten aber von der Uferpromenade und natürlich vom Kaiser- Dom! (Bild oben)

Romanische Kirchen faszinieren mich immer wieder. Hier war es insonderheit die Krypta, die mich begeistert hat. Das Ganze lebt von der Harmonie der Proportionen und sonst von gar nichts. Einfach toll.

Ansonsten gab es einen Wermutstropfen: Am Rathaus verkündete ein Plakat stolz, die Stadt sei gemeinsam mit Worms ihrer jüdischen Stätten wegen UNESCO- Weltkulturerbe geworden. Aber wo sind die Hinweisschilder auf eben jene bemerkenswerten Denkmäler? Wir fanden keine! Erst als wir die Judengasse erreicht hatten (Bild unten), fiel ein Schild auf, das uns den "Judenhof" versprach. Was mag der sein? Wir durchstreiften die Gasse, fanden viele Eingänge zu Höfen, an deren Toren "privat! und "Betreten verboten" stand- ein erneutes Hinweisschild, dass sich eben hier der Judenhof befände, sahen wir nicht. Liebe Tourismus- oder Denkmalsschutzbehörde: Hier gibt es noch Arbeit! 

Aber sonst war es ein schöner Tag. Der Regen setzte erst ein, als wir schon kurz vor dem Auto waren... 


 

Donnerstag, 2. September 2021

01.08.2021 Butzbach

Erster Urlaubstag. Unterwegs nach Wiesbaden zu Kumpel Lutze meldete sich unterwegs der Magen und so beschlossen wir, die Autobahn zu verlassen und was zum Essen zu suchen. Auf einem braunen Schild am Straßenrand wurde die Altstadt von Butzbach angepriesen und also machten wir dieses kleine Städtchen zum Ziel des ersten Ausflugs. Zu Essen fanden wir leider nichts, weil man in Deutschland um 14:00 oder spätestens 15:00 Uhr den Laden schließt, oder zu Kaffee und Kuchen übergeht...

Butzbach war trotzdem eine Reise wert. Wir fanden schöne alte Häuser (Bild oben) und wirklich sehenswerte Teile einer alten Stadt (Bild unten) mit Stadtmauerfragment, Wehrturm und Kirche und allem, was sonst noch dazu gehört. Von nun an würden uns die weißen Fachwerkhäuser begleiten, ehe sie im Norden wieder durch Backsteinrot abgelöst wurden. Aber davon soll hier noch nicht die Rede sein. Wiesbaden erreichten wir pünktlich, so dass einem Abendessen mit Lutz nichts im Wege stand. ;-) 

Mittwoch, 28. Juli 2021

27.07.2021 Ein Tag im schönen Hainich

Sonst ist Kirstin von Leipzig aus nach Russland zu ihrem Mann gestartet und so haben wir uns jedes Jahr gesehen und um den Abflug- Termin herum immer ein paar Tage zusammen verbracht. Meist in Parks oder auf Gartenbauausstellungen, weil sie da ja "vom Fach" ist. Im letzten und in diesem Jahr ging das nicht. Corona! Also bin ich kurz entschlossen nach Reichenbach bei Bad Langensalza gefahren, wo wir einen schönen Tag erwischten.

Im Restaurant "Harth- Haus", der alten Zoll- Station zwischen Preußen und Coburg, haben wir gut zu Mittag und zu Abend gegessen. (Bild oben) 

Nach dem Mittag ging es in den Hainich, wo ich Wildkatzen hätte sehen können, was ich aber nicht wollte. Wandern ist besser! Und der Weg war dann auch sehr schön. Highlight das alte Forsthaus, das Uwe, einer von Kirstins bekannten aus dem nahe gelegenen Dorf, ausgebaut hat und zur Freude der Community unterhält. (Zweites Bild) Lustiger Typ übrigens. Er habe im Sozialismus und im Kapitalismus gelebt und jetzt könne er sich den Kommunismus leisten - das war sein Spruch. Kurz: Er macht nur noch, was ihm Spaß macht. Und ziemlich kommunistisch macht es ihm Spaß, das Haus und den Feierplatz für Gäste offen zu halten. 

Dann sind wir zu einem Aussichtsturm gewandert, haben unterwegs diverse Pflanzen, Schmetterlinge und auch einige "Schleichen" gesehen. Die lagen faul auf dem Weg rum und ließen sich fast treten ohne zu zucken. Tot? Nein, ein bisschen anstupsen und schon zuckten sie blitzschnell vom Weg. Warum sie nicht früher das Feld geräumt haben? Keine Ahnung...

Alte Eichen mit Hohlräumen, die man einfach als Motiv nutzen muss, gab es auch. Also ist Kirstin rein und nun haben wir ein schönes Foto. (Bild drei) ;-) 

Dann erreichten wir auch den "Generalsblick" - das ganze Gebiet war seit ewigen Zeiten Panzerübungsgelände und ist erst nach dem Ende der DDR zum Nationalpark umgewidmet worden. Auf jeden Fall ist der Rundblick (bis zur Wartburg!) heute schöner als früher. Die Natur holt sich das alte Militärgelände zurück. Gut so!  

Abends noch ein guter Schwatz. Geschlafen habe ich an der "Landstraße" leider nicht so gut, aber das macht nichts. Heute, nach meinen üblichen 50 km auf dem Rad, war ich munter genug bis jetzt durchzuhalten. Und es ist immerhin nur noch zwei Minuten lang "heute". ;-) Also, ab ins Nest! 



 

25.07.2021 Leipzig Triathlon

Wieder einmal Leipzig Triathlon und wieder versammeln wir uns bei Gabi und Wolfgang. Der hatte - auch wie jedes Jahr - einen Schlauch mit Duschkopf so über seine Hecke gehängt, dass die erschöpften Läufer (es waren an die 27 Grad!) eine Dusche nehmen konnten. Teuer? Egal. Wenn das Herz für den Sport schlägt...

Aber vor dem Laufen war das Schwimmen im Kulkwitzer See (Kulki) dran. Da wir wegen Corona nicht am Start sein konnten, warteten wir am Straßenrand auf "unsere Helden". Ich wartete auf meine "Motive" und hatte Glück. 

Geradezu entspannt kam Daniela angeradelt. Sie hatte noch Kraft zu winken, so dass ich sie kaum verfehlen konnte. (Foto oben) Am Ende war ihr ganzer Stolz, vor Werner eingekommen zu sein. Der hatte beim Schwimmen wie immer viel zeit verloren, denn er mag kaltes Wasser nicht und trainiert deshalb nicht. Aber beim Radfahren gibt es dann keine Gnade. Da rollt er das Feld von hinten auf, weshalb für Winken keine zeit blieb. (Bild Mitte) Zu seiner Ehrenrettung sei noch gesagt, dass Daniela 30 Jahre jünger ist! ;-)   

Der Dritte im Bunde war Jörg (Bild drei), der auch wieder eine gute Leistung brachte. Ich glaube, alle sind unter 2 Sunden geblieben. Klasse! Da hat man dann den Sekt verdient, den - man soll doch lieb gewordene Rituale nicht ändern - Claudia mitgebracht hatte. Werner ließ die Pulle krachen! (Bild unten) Dann saßen alle um den Tisch, auf dem stand, was jeder mitgebracht hatte. Auch das aufkommende Gewitter konnte die Stimmung nicht stören. Wolfgangs Finnische- Grill- Hütte hat Platz für alle, so dass weiter gegessen und getrunken werden konnte. Was machen wir nächstes Jahr? Uns beim Triathlon treffen- was sonst? Vielleicht fährt Daniela dann schon mit Werners zweitem Rennrad. Sie ist ehrgeizig und wird weiter trainieren! Also hat das Treffen Perspektive! ;-) 

23.07.2021 Balkonien

Rumfahren, Leute besuchen...- alles gut. Aber manchmal muss man einfach zu Hause sein, 50 km mit dem Rad fahren, abends auf dem Balkon sitzen und lesen und dann - wenn das Licht nachlässt - eine Flasche Rotwein öffnen, Musik hören und auf den Aufgang des Mondes warten. ;-)

Naja, mit dem Handy sind keine Profi- Fotos möglich, aber vielleicht kann man sehen, was für ein Prachtexemplar in dieser Nacht aufgegangen war. Schönstes Sommer- Wetter, absolute Ruhe und gar kein Stress. Einfach schön...