Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Samstag, 7. Januar 2023

13.08.2022 - Wismar bei den Eltern

Die Tage in Wismar, Anka kam aus Leipzig hinzu, bedeuteten für mich schon wieder Abschied von den Eltern, die ich nun ein halbes Jahr lang nicht mehr sehen würde. Ein bisschen ungewohnt war der Aufenthalt, weil die gewohnte eigene Etage unseres Hauses fehlte und Anka und Franziska stattdessen in eine Ferienwohnung ziehen mussten. Uta und ich schliefen im Wohnzimmer der Eltern. 

Sonst gibt es wenig zu berichten, da wir Wismar nun wirklich inwendig kennen. Wir hielten uns in der Wohnung auf, gingen was Essen, spazierten - wie immer - am Wendorfer Strand bis "Hoben City". (Bild) Alles gut. Schönes Wetter, schöne Tage - was will man mehr?

10.08.2022 - Minden, Bückeburg, Hameln

Von Gondenbrett aus fuhren wir nach Minden, eine Kollegin aus polnischen Zeiten zu besuchen. Ursel entführte uns dieses Mal in die nähere Umgebung in die Städte der Weserrenaissance. Sehr schön! Besonders interessierte mich - des alten (bzw. damals noch jungen Herders wegen) - Bückeburg. Das Schloss ist wirklich sehenswert. Doof bloß, dass es immer noch in Privatbesitz ist, als hätten die Schlossherren es mit anderen als zusammengeklauten Mitteln errichtet. (Bild unten)

Auch Hameln hat uns wieder gut gefallen. (Bild oben) Dieses Mal fanden wir auch den Schriftzug, der an einer Hauswand über das historische Ereignis Auskunft gibt. Ein schöner Tag! Versteht sich von selbst, dass wir in ein paar Erinnerungen schwelgten und ansonsten gute Gespräche über "die Lage" hatten. Was Ursel so alles in der Schule erlebt... Zum Glück bleibt das uns beiden anderen Schulmeistern erspart.  

Anderntags nahmen wir Franziska am Bahnhof auf und fuhren weiter zu den Eltern an die Küste. 

06.08.2022 - Trier und Gondenbrett

Ahistorismus? Wir zumindest bleiben historisch interessiert und der Genuss alter Städte ist dabei mehr als nur Nostalgie. Wir fühlen uns einfach wohl in alten Gassen und Anregung zum Nachdenken gibt es genug. Zwei Germanisten sind dann zwar immer bestürzt, was sie alles vergessen haben, aber selbst das hat ja als gute Seite den Impuls, Vergessenes aufzufrischen. 

Auf Trier traf das eher nicht zu. Wir mögen die Stadt und hielten über Mittag dort an, auch, um nicht zu früh zu dem alten Herrn Salm zu kommen, dessen Mittagsruhe wir nicht stören wollten. Die Zeit reichte für einen kleinen Rundgang durch die Kirchen (Bild Mitte) bis hin zu den Kaiserthermen. (Bild oben) Immer wieder faszinierend die römische Palastaula. 

Dann fuhren wir weiter nach Gondenbrett, um unserem nun fast schon erblindeten Ex- Chef einen Besuch abzustatten. Wäre er heute noch

mein Länderbeauftragter oder Personalchef, manches wäre vielleicht besser in der mit Auslandsschularbeit befassten Behörde. Er freute sich über unseren Besuch und wir freuten uns auch. Geistig hellwach ist er immer noch ein anregender Gesprächspartner und netter Gastgeber, der sich in seinem Haus und der ihm gut bekannten Umgebung bewegt wie ein Fisch im Wasser. (Bild unten) Das war auch schön zu sehen und zerstreute einige Bedenken hinsichtlich seiner Möglichkeiten, allein in seinem großen Haus klarzukommen.

05.08.2022 - Heidelberg

Ebenso erging es uns mit Heidelberg, das Uta unbedingt noch einmal wiedersehen wollte. Auch hier waren wir beide früher nur kurz und ein bisschen enttäuscht gewesen. Aber nun hatten wir einen ganzen Tag und konnten die Schönheiten der Stadt entdecken. (Bild oben)

Das erste Mal waren wir beide auf dem Schloss und in den Parks ringsherum. Die Aussicht ist wirklich berauschend. (Bild unten)  

Sehr lustig war unser Hotel "Krokodil", wobei "lustig" in Anführungszeichen gehört. Der Wirt war ein Deutscher mit marokkanischen (?) Wurzeln, der sich im hiesigen Winzerverein engagiert und sich ärgert, dass die Deutschen keine deutschen Weine trinken. Das Gespräch ergab sich aus der Frage nach dem Namen des Hotels bzw. der Herkunft der drei Krokodile über der Bar. Dabei kam heraus, dass die Grünen regelmäßig vor dem Hotel demonstrieren, obwohl die "Trophäen" schon über 100 Jahre alt sind und das Gasthaus zu den Traditionsstätten der Stadt gehört. Es ist schon ein Elend mit den Moralaposteln, deren dämlicher Ahistorismus mehr Schaden anrichtet, als er nützt. Ich warte immer noch auf eine/n Demonstrant*in mit Tattoo, um sie auf die Frechheit dieser "cultural appropriation" hinweisen zu können!  

04.08.2022 - Ulm

Unsere nächste Station war Ulm, eine Stadt, deren Schönheit sich uns bei einem ersten Besuch vor vielleicht 20 Jahren nicht erschlossen hatte. Jetzt hatten wir mehr Zeit und bei dem herrlichen Wetter gelang es uns nun doch, die Altstadt in Ruhe zu durchwandern und festzustellen, dass die missglückte Architektur des Wiederaufbaus rund um den Dom (wirklich hässlich) nicht alles ist, was man in Ulm entdecken kann. Die untere Altstadt hin zum Fluss ist wirklich sehenswert. (Bild oben)

Ermüdet und ermattet tranken wir einen Kaffee gegenüber dem laut Guiness- Book "schiefsten Hotel" der Welt (?), Europas (?) - keine Ahnung. Jedenfalls sehenswert. Überhaupt ist das ganze Areal der schönste Teil der Stadt. (Bild unten) 

Nach Ulm geführt hatte uns allerdings der Geburtstag von Juri, der an diesem Tag bei seiner Tochter ankam. Es wurde der erhoffte schöne Abend mit den "alten" und "jungen" Freunden aus der Ukraine. Schön, dass das geklappt hat. Juri fuhrt dann mit Ania weiter zum Wandern in die Dolomiten. Ich war froh, Neuigkeiten von Taras und all den anderen Freunden zu hören. Was für ein Elend, dass ich gerade nicht nach Iwano reisen kann...

03. 08. 2022 - im Allgäu

Anfang August fuhren wir auf "Urlaub", sprich, wir machten eine Runde zu Freunden und zur Familie. Da Anka ohnehin in Ulm zu tun hatte und das Allgäu noch nicht kannte, begleitete sie uns nach Wilhams, wo wir wie immer mit einem Aperitif empfangen und gastlich aufgenommen wurden. (Bild oben)

Neben den schönen Gesprächen unterm Sternenhimmel mit gutem Wein genossen wir Wanderungen (wie immer zur Königsalpe) und Ausflüge in die Gegend. Ich wusste nicht, dass Kempten die älteste schriftlich erwähnte Siedlung "Deutschlands" ist. Schöne Schlösser gibt es da. Aber die Altstadt hat uns nicht so begeistert.

Uta wollte unbedingt nach Oberstdorf und sich die Skischanzen ansehen. Die sind in der Tat beeindruckend und man fragt sich schon, wer so lebensmüde ist, dort runterzuspringen. Ich würde wohl nicht einmal im Auslauf Ski fahren können. Das Kaff selbst hat mich allerdings mit Widerwillen gegen das dort ostentativ zur Schau gestellte "Bürgerliche" (ordertnlich, sauber, keine Ausländer, teuer usw.) des Tourismus erfüllt. Keine zehn Pferde kriegen mich da je wieder hin. (Bild Mitte) 

Das historische Pendent dazu ist Kaufbeuren. Ich mag Barock nicht sonderlich und in Form katholischer Prachtentfaltung schon gar nicht. Immer wieder stelle ich fest, wie sehr mich das kalt lässt. (Bild unten) Zu tief geprägt von norddeutscher Backsteingotik? Mag sein...


 

29. 07.2022 - Reichenbach und Weimar

Ende Juli war ich in Reichenbach zu Besuch und hatte einen schönen Tag/ Abend bei guten Gesprächen und leckerem Essen.

Dorthin gefahren bin ich das erste Mal mit meinem neuen gebrauchten Skoda Superb III 1,6 l eco Diesel und der (über)erfüllte auf der Landstraße alle meine Erwartungen. (Bild oben) Möge er zuverlässig sein und mich nicht im Stich lassen.

Im Anschluss daran fuhr ich auf einen Besuch bei meinem kranken Onkel und der Tante in Weimar vorbei. Immerhin hatte ich noch Zeit für einen kurzen Stadtbummel. Nichts Neues. Trotzdem war ich irritiert, wie wenig ich mich auf Anhieb noch zurecht fand. Dabei dachte ich Weimar wie meine Westentasche zu kennen. 

Fatal. Man fragt sich: Ist das das Alter? ;-)