Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Mittwoch, 1. November 2023

2023-08-03 Kwidzyn und Gniew

Wir waren nach Grudziądz weiter zu Wiesia gefahren und hatten anderntags die Idee, Ola in Kwidzyn zu besuchen. Uta meinte, noch nie in Kwidzyn gewesen zu sein, was ich nicht glauben wollte, aber doch wohl so war. Die kleine Stadt ist schnell besichtigt. Der Höhepunkt ist natürlich das Ordensschloss mit dem berühmten Dansker (Bild oben). Ein anderer Höhepunkt war Olas Führung, denn zum einen liebt sie ihre Stadt und weiß viel zu erzählen und zum anderen ist sie einfach der fröhliche Mensch, den man nur gern haben kann. (Bild Mitte rechts)


Wir hatten am Nachmittag noch Zeit und da Ola Verpflichtungen hatte, sind wir mit Wiesia nach Gniew, wo auch ich nur einmal kurz gewesen bin. Die kleine Stadt liegt hoch über der Weichselniederung und ist wirklich das, was man verschlafen nennen kann. (Bild Mitte links)

Die kleinen Bürgerhäuschen um den Markt herum zeigen den Charakter einer alten Minderstadt an, also eines Gemeinwesens, dass - mit Stadtrechten ausgestattet - dennoch nie mehr als ein regionaler

Marktflecken mit ackerbürgerlichem Verkehr geworden ist. Auch hier der Höhepunkt die gut restaurierte Burg, die nun in einem Flügel ein Hotel beherbergt, ansonsten aber historische Räume hat, die man besichtigen kann. Beeindruckend der Rundgang um den alten Wehrgang herum. Die hatten schon Power, die alten Rittersleut! 
 

2023-08-02 Ein Abschied

Manchmal wirkt der Wechsel des Arztes also Wunder. Auf dieses Wunder wollten wir auch in Bydgoszcz hoffen, wo Zbyszek auf seine Chemo wartete. Wir erlebten eine tapfere Familie, die alles in ihren Kräften stehende tat (Bild), wussten aber doch, dass wir Abschied nehmen. Ein letzter Blick, eine letzte Umarmung. Dann sind wir weitergefahren. Zbyszek ist am 07. September versorben. Wir werden die schönen Stunden beim Grillen, auf der Dzialke, mit den Kindern beim Waldspaziergang usw. nicht vergessen.    
 

2023-08-01 Włocławek

Leider keine guten Nachrichten aus Polen. Einigen Freunden geht es nicht so gut und also sind wir doch wieder hin gefahren. Zunächst Włocławek (Bild oben), das sich nicht vorteilhaft verändert. Leider. Am schönsten ist immer noch der Park um die Kathedrale. (Bild oben) Aber das war nicht am wichtigsten. Zu unserer großen Freude empfing uns unsere ehemalige Chefin und Freundin Christina bei guter Laune. Ganz ohne Hilfsmittel ging sie mit uns in die Stadt zu einem gemütlichen "Italiener", den es zu unserer Zeit nicht gab.

Wir erfuhren, was der Wechsel des Arztes so alles bewirken kann. Neu eingestellt mit anderen Medikamenten ist die Lebensfreude zurück, weil quasi das Leben zurück ist, um das wir im vergangenen Jahr noch gefürchtet hatten. Im Anschluss gingen wir zu Fuß zurück zu unserem Hotel ("Riverside" - eine Perle nicht nur für Włocławek!) und genossen die Sommernacht u.a. an der alten Weichselbrücke. (Bild unten)   
 

2023-07-28 Unsere Hausärztin und Freundin feiert ihren Abschied vom Berufsleben

Claudia (Bild unten- Mitte) hatte in Auerbachs Keller geladen. (Bild oben) Ich war schon lange nicht mehr dort und verbinde eigentlich nichts außer DDR- Tourismus- Schick mit dem Lokal. Aber das stimmt nicht mehr. Das Essen war gut, die Lokalität wirklich originell und der Service hat gestimmt. Der Höhepunkt war ein Geschichtenerzähler, der uns durch die jahrhundertealte Geschichte des Kellers entführte und endlich auch die "Hexenküche" öffnete, jenen Kellerraum unter dem Keller, von dem aus man ins Rathaus und in den benachbarten Hof "entkommen" konnte. Das hatte ich noch nicht gesehen. 

Interessant auch, dass der Keller zu den am längsten durchgehend als Restauration bekannten Örtlichkeiten der Welt gehört und unter diesen den ersten Platz in den geschätzten Gesamtbesucherzahlen einnimmt. Langeweile kam also nicht auf, Wehmut schon, In diesen Zeiten ist es etwas wert, wenn die Freundin Ärztin ist, was uns manch Privileg beschert hat. Damit ist nun Schluss und überhaupt steht die Frage, ob man die Praxis wechseln kann und wo man in Leipzig angenommen wird. Irgendwo bei uns in der Nähe, das wäre gut. Na, mal sehen... 

2023-07-25 Regen im Allgäu

Anderntags regnete es den ganzen Tag. Immer wenn wir dachten, man könnte es wagen - ich hatte schon die Laufschuhe an - kam wieder ein ordentlicher Guss, so dass wir aufgaben. Kurzerhand wurde das "Programm" vom Vortage fortgesetzt. Ein bisschen Lesen, ein bisschen faul sein, dabei Unterhaltung und Rotwein, gutes Essen...

Abends das schöne Erlebnis von Bertas Geburtstag. Der Reihe nach erschienen die Nachbarn, gratulierten und gingen nach einem kurzen Schwatz wieder, oder ließen sich am Tisch nieder, an dem alsbald eine frohe Runde zusammensaß. Fehlte etwas? Ja, schon... Früher hat Alfred dann die Gitarre aus dem Futteral gezogen und die traurig- schönen Lieder von May bis Wecker gesungen. Aber dazu war das Publikum vielleicht zu disparat. Wie auch immer: Dort "oben" lebt sie noch, die gute alte Nachbarschaft!

2023-07-24 Wilhams

Schönes Wetter, nette Gastgeber (Bild oben) und schönes Allgäu (Bild unten) - was will man mehr? Wir waren wieder ein bisschen unterwegs zu den Alpen, in diesem Falle z.B. der Königsalpe mit ihrem schönen Ausblick und den rustikalen Speiseangebot. Dorthin kommt man übrigens am "Jagdhaus" von Trigema- Boss Wolfgang Grupp vorbei- das erschreckt mich immer wieder ob seiner Einfallslosigkeit. Wenn ich geld hätte... 

Egal. Man erholt sich beim Wandern, schwatzt und freut sich aufs Bierchen, den Kaffee und den Kuchen (von glutenfrei bis lowcarb- alles im Angebot). 

Dann verschlechterte sich das Wetter und es begann zu regnen. Lesen und ein bisschen Nachmittagsschlaf, auch so kann man es aushalten. Ist immerhin Urlaubszeit. 

Dann die Frauen unter sich und Alfred und ich beim Nachbarn. Man sitzt in der Garage und trinkt ein Bier, hört den Gesprächen zu, die sich - ganz Klischee - ums "Schaffe" drehen, erzählt ein bisschen von der Moldau, geht dann zum Abendbrot wieder rüber ins Häusle. Das Leben kann schön sein.

 

2023-07-23 Erding und Wilhams

Über den westlichen Böhmerwald ging es dann "rüber" nach Bayern. Wir kamen zügig voran und damit in die Verlegenheit, vielleicht doch etwas zu früh bei unseren Gastgebern im Allgäu anzukommen. Außerdem macht Hunger böse und so beschlossen wir unterwegs anzuhalten und was zu essen. Das war leichter gedacht als getan, denn die vom Navigator aufgerufenen Restaurants hatten samt und sonders geschlossen. Also musste es doch ein größerer Ort sein und da kam Erding in Frage. Das Bier kannte ich natürlich und da lag es nahe, mal zu schauen, was es da sonst noch zu sehen gibt.

So viel war es am Ende nicht. Ein recht hübscher Marktplatz (Bild oben) und ein paar gepflegte Straßenzüge, in denen das eine oder andere historische Gebäude steht. Aber insgesamt eher wenig spektakulär. Aber das Wetter war schön und zu Essen gab es auch was.   

Bei Alfred und Bertas angekommen, wartete natürlich der übliche Aperitif mit ein bisschen "Beiwerk" (Bild zwei) auf uns. Danach ist man immer schon satt und fürchtet das eigentliche Abendessen! Nein, ist nur Spaß! Erstens kocht Berta ausgesprochen gut und zweitens muss man nicht, wenn man nicht will. Unaufdringliche, aber herzliche Gastfreundschaft. Manchmal glaubt man zu träumen und dass man gar nicht in Deutschland, sondern irgendwo im Süden sei.

Jedenfalls sieht man auf Bild drei, dass es uns auch in diesem Jahr wieder gut ging. Es tut immer wieder gut, die alten Freunde zu treffen, zu schwatzen und - ja, das auch - ausgiebig den hervorragenden Weinen aus dem gut bestückten Keller zuzusprechen. Möge es uns noch oft beschieden sein!