Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...
Mittwoch, 22. Juni 2016
Rekord
Das muss auch mal vermeldet werden... Vor 5 Jahren fand ich die fast exakt 60 km lange Strecke rund um den Ruzin und fuhr sie mit Fotostop in etwas mehr als 3,5 Stunden. Als ich die Strecke zum Trainingsrundkurs machte, wurden Zeiten etwas über 3 Stunden im untrainierten und etwas unter 3 Stunden im trainierten Zustand normal. Jeweils vor den Sommermonaten konnte ich das Training intensivieren und schaffte 2h 50 und auch schon mal eine Zeit knapp unter 2 h 45. Heute nun fuhr ich "meine Strecke" zum letzten Mal. :-( Aber, was soll ich sagen? Ich fuhr sie in sage und schreibe 2h 29min und 38 sek! Zum Schluss Bestzeit und was für eine: Über 5 min schneller als die bisherige Bestzeit! Ja, ich bin etwas dünner geworden und letzter Zeit, aber schwächer nicht... :-)
Montag, 20. Juni 2016
Novy Hrad (Novo Castrum)
Ich (Bild sechs) war also auch mit und erzähle, wenn ein anderer so viel zu berichten weiß, einfach weniger von mir. Das kann auch erholsam sein und erholsam war unser Ausflug. Die langen Wanderungen in der herrlichen Bergwelt rund um Kosice und Presov werden mir fehlen. Oder? Mal sehen, wie es in Rumänien wird. Berge hat's da ja auch!
Von Hanigovce ist nichts zu berichten. Immerhin sahen wir ein Fest der freiwilligen Feuerwehr. Es waren viele Leute gekommen und man sieht, es passiert etwas auch in den abgelegensten Gegenden. Sicher kämpfen die hiesigen Feuerwehren wie bei uns gegen das attraktivere Freizeitangebot der Freizeitindustrie und müssen was tun, wenn sie junge Leute als Nachwuchs gewinnen wollen. Gemeinsame Partys schweißen zusammen. Das ist schon klar.
Ansonsten schläft das Dorf und man fragt sich, wovon die Leute leben. Das Anwesen eines alten Mannes, allerdings mitnichten typisch für dieses und andere Dörfer, zeigt, wie man früher hier lebte. (Bild unten) Ob er sich und sein Eigentum schon aufgegeben hat? Es sah rund um Stall und Haus sehr einsam aus...
Das war also dieses Kapitel. Ludo treffe ich vielleicht im Sommer in Altenburg oder Leipzig wieder. Warum nicht? Die Welt heute ist klein geworden und da wird nicht jeder Abschied zu einem Abschied für immer. Vielleicht sehe ich ja auch Andy und Lisa mal wieder. Wäre schön. (Das als Wink mit dem Zaunpfahl, wenn sie meinen Blog endlich gefunden haben- ich grüße euch!) ;-)
Freitag, 17. Juni 2016
Erstes Landesfinale Jdi in der Slowakei
Egal. Emas Sieg und Kristinas zweiter Platz am heutigen Tag waren verdient, ohne Zweifel. Aber auch die Drittplazierte, Simona von der Srobarova, hatte ihre Sache sehr gut gemacht. Sara hat sich enorm gesteigert und so mit zu einem klasse Finale beigetragen, auch wenn sie am Ende "nur" Vierte wurde. (Bild unten v.l.n.r.: Ema, Simona, Sara, Kristina; hintere Reihe: A. Banasova, Schweizer und deutscher Botschafter, slowak. Saatssekretärin, J. Binder/ GI und G. Telge/ ZfA) Aber was macht das? Profitiert haben alle Teilnehmer/innen. Und sie sind zu einem wirklich tollen Team geworden, das sich später in Bratislava wieder treffen will. Schade, dass ich nicht dabei sein kann. Und so blutete mein Herz nicht nur, weil es Silvia, Tomas, Lucia und Simon nicht bis ins Finale geschafft hatten, sondern vor allem, weil wir einander nun verabschieden mussten. Die Welt ist rund, vielleicht sieht man sich mal wieder, vielleicht hört man voneinander... Aber wer weiß es? Wie immer wachsen einem die Menschen, mit denen man in einem Projekt verbunden war, mehr ans Herz, als die Schüler/innen, die man "nur" im Unterricht hatte. Wirklich: Jeder Abschied ist ein kleiner Tod! Das trifft natürlich auch für den Abschied von einigen Kolleginnen zu. Nach so vielen Jahren ist es unwirklich, wenn man sich vorstellt, man kommt in diesem Kreis nie wieder zusammen. So gab es denn einige Tränen. Nun ja, die jungen Leute sind Abschiede noch nicht gewöhnt. Aber mir fallen sie auch schwer. Man wird kein Profi im "Loslassen". :-(
Lichtblicke? Doch, ich bin zufrieden mit dem Erfolg der Veranstaltung und mit meinem eigenen Auftritt. Und wenigstens Oliver (erstes und viertes Bild unübersehbar der Größte!) sehe ich noch beim Projekt in Lomnica. Was es sonst noch gab? Eine Baustelle direkt vor dem Hotelzimmer! Und Slowaken beginnen um 05.53 ihre Werkzeuge zurecht zu legen und "pünktlich" 06. 58 begann der Presslufthammer zu dröhnen. Dabei hatte ich den Wecker auf 07.45 Uhr gestellt. Bei der Rückfahrt hatte ich einige Hänger...
Freitag, 10. Juni 2016
Galerie Cafe Medzev
Vernissage bei Helmut in Medzev. Leider wenig Leute, die sich ansehen und anhören wollten, warum man Horror- Masken vor allem für das Musik- Business aus erinnerten Kindheitsträumen schafft. Träumen oder Traumata? Wir waren uns schnell einig, dass Künstler ruhig protestieren und sich missverstanden fühlen dürfen, wenn sie nur eine Diskussion angestoßen haben und von anderen in den vielleicht auch falschen Intentionen wiedererkannt werden. Ist das Problem nicht überhaupt das, dass heute nichts mehr wirklich schockiert? Solche Masken gehören ja längst zum Horror- Alltag der nächtlichen Filmseher oder Kino- Besucher. Vor einigen Jahren mag sich noch jemand in dem Zustand als der wiedererkannt haben, zu dem er in seinem Büro- Alltag "Jeder gegen Jeden" geworden ist, heute nimmt man solche Kreatur als "normal" hin und sieht den Bezug zum eigenen Ich gar nicht mehr. Was kann Kunst noch im Zeitalter der totalen Beliebigkeit? Darüber sprachen wir, als die jungen Leute schon gegangen waren. Enrik, der einen - wie er meinte - wenig schmeichelhaften Film über Medzev plant, das er daher zu dem Ort "Metzen" (statt Metzenseifen) verfremden will, freute sich noch über meine Erklärung der etwas altertümlich- hintersinnigen Bedeutung des Wortes. Jetzt passt ihm der Titel nicht nur als Verlegenheitslösung, sondern als Programm! ;-) Seiner maskenbildenden Freundin wird es nicht schwer fallen, passende Gesichter zu entwerfen. Das hässliche Gesicht dieser Welt? Helmut kennt es. Er hat seinen sterbenden Vater nicht aus dem Krankenhaus nach Hause holen dürfen. DAS ist der wahre Horror unserer verwalteten Welt. Aber wer will das sehen? Das Gesicht des Todes- wir haben es im Kino, aber in der klinischen Welt natürlich nicht zu Hause. Gut, dass es nun beim Kaffee- Trinken stört!
Mittwoch, 8. Juni 2016
Uzhorod mit jungen Leuten
Klar. Ukraine- Fan Bennet war wieder mit von der Partie. Andy hat einschlägig studiert und kennt sich aus, war aber schon längere Zeit nicht mehr in Uzhorod und Lisa wollte gerne mal in die Ukraine. Dann also los...
Uzhorod ist natürlich nicht DER Höhepunkt und ich war nun schon so oft dort. Aber wenn man etwas vorzeigen kann, ist es doch auch immer wieder neu. Natürlich waren wir im Skansen (Bild oben), der um diese Jahreszeit wirklich schön ist. Stadtgang musste auch sein. Lisa haben wir eben mal zwischen die beiden alten Schwatzköppe in dem kleinem Park oberhalb der Altstadt gesetzt. (Zweites Bild) So sollen sich Touristen fotografieren lassen und Touristin war sie ja!
Andy und Bennet fachsimpelten über populäre Musik und wurden sich nicht einig. Dem Jazz- Liebhaber sind alle wiederkehrenden Rhythmen ein Gräuel und alle Versuche, ihn vom Minimalismus zu überzeugen schlugen fehl. Trotzdem verstanden sie sich gut. (Drittes Bild)
Am schönsten und für mich immer wieder anziehend ist das Bierchen am Ufer der Uz. Vorher waren wir im Steak- House, wo es wirklich hervorragende Steaks gibt. Aber dann zog es uns ans Wasser, wo wir bis spät abends blieben und vor uns hin schwatzten. (Viertes Bild) Eine Zeitinsel und Resonanzoase, wie Hartmut Rosa es nennen würde. Das geht bei bzw. mit jungen Leuten also immer noch. Andy hatte ich vorher ein paar Mal beim Stammtisch gesehen und Lisa bis dato nur ein Mal. Und trotzdem. Als wir wieder in der Slowakei waren, meinte Andy, ihm käme es vor, als wären wir schon tagelang unterwegs. Und so ging es den anderen auch.

Anderntags waren wir noch auf einer Burgruine und dann im Sanatorium Karpaty, dem weiland Schloss der Wiener Schönborns. Andy, selbst Österreicher, hatte eine vage Erinnerung und so mussten wir die - aus Mukacevo kommend - auffrischen. Neben dem See in Form des alten k.u.k- Reiches fasziniert mich immer wieder die alte Scheune mit dem Heuschober davor. (Letztes Bild) Neu war das Baumhaus hinter dem Schloss. (vorletztes Bild) Ich dachte mir, es zeigt ein Märchenmotiv. Und so ist es wohl. Wir aßen noch im "Katarina" frugal zu Spät- Mittag, ehe es über die Grenze ging. Ein bisschen Stress verursachte der niederprasselnde Starkregen auf der Schlechten Straße zur Grenze. Aber er dauerte nicht lange. Gut angelangt ging die Jugend noch auf ein Bierchen, ich musste meinen letzten Unterricht vorbereiten. Ende gut, alles gut.
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