Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...
Donnerstag, 15. Oktober 2015
Zusammen leben - Teil II eines Film-, Theater- und Integrationsprojekts (14. 10.)
Zusammen leben - Teil II eines Film-, Theater- und Integrationsprojekts (13. 10.)
Unsere "Theaterabteilung" kam zum Abendbrot aus Kezmarok zurück. Sie hatten sich die Burg angesehen und eine Galerie besucht. Helmut arbeitete dann noch bis 22.00 Uhr mit den kleinen Schauspielerinnen und Tänzerinnen...
Zusammen leben - Teil II eines Film-, Theater- und Integrationsprojekts (12. 10.)
Am zweiten Tag wurden im Saal oben (Bild) erste Szenen geübt und "es entwickelte sich" eine Performance- natürlich gut gesteuert von Helmut Bistika und seinem Talent, aus jedem/ jeder herauszuholen, was er/ sie kann.
Die Schülerinnen und Auszubildenden des Filmteams arbeiteten an dem Fragenkatalog für Roma, Lehrer, Schüler und Mantaken. Gesammelt wurden Ideen, wie man das Zusammenleben der Minderheiten und der Mehrheit an nur drei Tagen (!) am besten erfassen kann. Erste Interviews wurden mit den Schülerinnen selbst geführt. Nach dem Mittag fuhren dann eber erst einmal alle nach Poprad ins AquaCity. Inzwischen wurden die ersten Termine gemacht. Abends stand fest, was wir am Dienstag machen würden. Ein arbeitsreicher, aber auch interessanter und inegrativer Tag. Natürlich hatten wir alle Spaß. Sona führte die Mützen vor, die sie für ihre Romni gekauft hatte. Normalerweise tragen Roma keine Kopfbedeckungen; wir aber wollten keine Erkrankungen der nassen Haare wegen riskieren. Draußen waren minus zwei Grad und es hatte eine paar Dezi Schnee gegeben. Der Abend klang feuchtfröhlich aus.
Zusammen leben - Teil II eines Film-, Theater- und Integrationsprojekts (11. 10)
Donnerstag, 8. Oktober 2015
Jdi in Bratislava
Vom 04.- 07. 10. fand in Bratislava das erste Basistraining Jdi für slowakische Lehrkräfte statt. In 10 Einheiten bereiteten sich jeweils zwei Kolleginnen von 8 slowakischen DSD- Schulen auf die Einführung von Jdi in die Unterrichtspraxis vor. Im Anschluss daran sollen sie auf Schulebene einen Wettkampf organisieren und die besten zwei Debattantinnen zu je zwei Schulverbundausscheiden delegieren, die ich dann zu organisieren und zu jurieren habe. Die jeweils 4 Besten fahren im Mai zum "Siegertraining" nach Dresden. Mitte Juni wird es das erste Landesfinale Jdi in der Slowakei geben. Mal sehen, ob es auf Anhieb klappt. Ich denke, alle Teilnehmerinnen (Bild) am Seminar werden ihr Bestes tun. Mit Pavel vom Projektbüro Prag (Mitte) verbinden mich ja schon Arbeitsverbindungen aus Kiew, wo wir bereits zwei Landesfinals gemeinsam bestritten haben. Also, ich denke, es wird. ;-)
Samstag, 3. Oktober 2015
Weiße Nacht in Kosice
Freund Ludo kam aus Presov herüber und wir wanderten die Höhepunkte der "Weißen Nacht"ab, also eine Reihe von Lichtinstallationen. (Andere Veranstaltungen wie z. B. das Straßentanzangebot von Radio Kosice - die Bilder zeigen die Bühne und die Lichtshow am Museum - hatte bis 22.00 Uhr zumindest noch niemand angenommen.) Dabei ging es im Gespräch im Wesentlichen um den "Wahnsinn", dass die Kanzlerin die Grenzen geöffnet hätte und nun das Abendland unterzugehen drohe. Warum die Deutschen so reagieren? Ludo machte unser fortdauernd schlechtes Gewissen den Juden und Zigeunern gegenüber dafür verantwortlich und meinte, wir sollten endlich damit aufhören...
Ansonsten sahen wir am Theater "Gaukler", die statt einer Feuerstange eine Stange mit elektrischem Licht rotieren ließen. Dabei formte sich im Lichtkreis langsam das Logo von "VUB Banka". Naja... Im Kulturforum gab es eine Leuchtröhren- Installation, deren Muster sich in der Weise änderte, in der Steine von einer Vertiefung auf einer Holztafel in eine andere geschoben wurden. Hübsches Spiel für Kinder. Im Foyer hatte ein Japaner gaseähnliche Stoffe mit unendlich vielen Fäden an der Decke befestigt und ihnen so die Form durchsichtiger Quallen gegeben. Ja, kann man machen. Schön anzusehen waren die grünen Plastikstreifen, die jemand in Form eines Feldes im Park gesteckt und so angestrahlt hatte, dass sie von fern wie Palmen aussahen. Von Nahem verflüchtigte sich der Zauber. Aber man muss ja auch nicht alles von der Nähe anglotzen. ;-) Ansonsten gab es Mengen von Menschen und total überfüllte Fress- und Saufmeilen. Obwohl sich wirklich jede verfügbare Kneipe so weit es ging auf den Boulevard ausgebreitet hatte, gab es kaum freie Plätze. Am längsten aber waren die Schlangen vor den Pizza- Läden. Haben die Leute zu Hause nix zu Essen? Immerhin ist es bei der Ausländer- und Asylanten- Phobie bemerkenswert, dass italienische Pizza so beliebt ist wie der Havanna- Club, in den auch kein Hineinkommen war. Speisen und Getränke sind eben auch "Botschafter des Lichts" im Sinne vielleicht einer lichteren Welt... Darauf eine Pizza mit Rum! :-)
Ansonsten sahen wir am Theater "Gaukler", die statt einer Feuerstange eine Stange mit elektrischem Licht rotieren ließen. Dabei formte sich im Lichtkreis langsam das Logo von "VUB Banka". Naja... Im Kulturforum gab es eine Leuchtröhren- Installation, deren Muster sich in der Weise änderte, in der Steine von einer Vertiefung auf einer Holztafel in eine andere geschoben wurden. Hübsches Spiel für Kinder. Im Foyer hatte ein Japaner gaseähnliche Stoffe mit unendlich vielen Fäden an der Decke befestigt und ihnen so die Form durchsichtiger Quallen gegeben. Ja, kann man machen. Schön anzusehen waren die grünen Plastikstreifen, die jemand in Form eines Feldes im Park gesteckt und so angestrahlt hatte, dass sie von fern wie Palmen aussahen. Von Nahem verflüchtigte sich der Zauber. Aber man muss ja auch nicht alles von der Nähe anglotzen. ;-) Ansonsten gab es Mengen von Menschen und total überfüllte Fress- und Saufmeilen. Obwohl sich wirklich jede verfügbare Kneipe so weit es ging auf den Boulevard ausgebreitet hatte, gab es kaum freie Plätze. Am längsten aber waren die Schlangen vor den Pizza- Läden. Haben die Leute zu Hause nix zu Essen? Immerhin ist es bei der Ausländer- und Asylanten- Phobie bemerkenswert, dass italienische Pizza so beliebt ist wie der Havanna- Club, in den auch kein Hineinkommen war. Speisen und Getränke sind eben auch "Botschafter des Lichts" im Sinne vielleicht einer lichteren Welt... Darauf eine Pizza mit Rum! :-)Montag, 28. September 2015
Erlebnisse mit der Abmahnindustrie
RA Waldorf Frommer, einschlägig bekannt, schickten mir am 29. 07. 2011 eine "Abmahnung" nebst "Unterlassungserklärung" im Namen von Random House wegen illegalen Downloads eines Hörbuchs (oder war es ein Film?) aus der Harry- Potter- Serie. Forderung 806,- Euro. Der Lacher beginnt mit der Mitteilung von Kabel- Deutschland, der Download habe von 22:12:24 bis 23:58:07 gedauert. Das nennt man Selbstkritik, denn die miesen Downloadraten des 50mbit- Vertrages bei dieser Firma nerven uns schon lange, aber dass ein Hörbuch (Film?) SO LANGE dauert...
Gut. Ich ahnte, dass es nichts bringt, aber a) konnte ich damals eine Klageerhebung absolut nicht gebrauchen und b) wollte ich doch sehen, WIE die Sache schief geht. Und sie ging schief.
Gegen den Vorwurf lässt sich nichts ausrichten, so die einhellige Auskunft, also müsste ein anderer RA her, der Hilfe schafft. Im Internet stößt man sofort und beinahe ausschließlich auf RA Hechler. Also wird der Mann beauftragt. Er schlägt vor, eine (vorformulierte) "Unterlassungserklärung" abzugeben und 100,- Euro (vorbehaltlich, die Sache ist damit erledigt) an Random House zu zahlen. Dem Schreiben liegt ein ausführliches Konvolut bei, in dem (serienmäßig) erklärt wird, dass mein Internetanschluss auch von meinen Kindern genutzt werden konnte und im Nachhinein nicht festzustellen wäre, wer der Schuldige sei. Das ist also die Verhandlungsstrategie. Angefügt ist: "Wir bieten Ihnen an, unsere Tätigkeit nicht nach der sehr viel teureren Gebührenordnung (RVG) abzurechnen, sondern mit dem obigen Betrag." Warum eigentlich nicht nach der Ordnung? Egal, mir soll es Recht sein. Ich zahle also 261,80 Euro pauschal nach § 4 Abs. 2 Satz 1 RVG.
Beinahe drei Jahre schien es so, als wäre es das nun. Aber dann kommt von RA Hechler am 17. 05. 2014 die Mitteilung, Waldorf Frommer hätten nun doch ein Gerichtsverfahren angedroht. "Sofern Sie, wie besprochen, weiterhin versuchen, die Sache bis zur Verjährung (frühestens Ende 2014) auszusitzen, so besteht kein Handlungsbedarf. Wir haben bereits über 6.000 Fälle gegen Waldorf Frommer bearbeitet. Trotz der immer gleichen Schreiben wurde in lediglich ca. 3% der Fälle tatsächlich eine Klage erhoben, 97 % der Fälle verjährten ohne Bezahlung an Waldorf." Das klingt gut. Korrekt wird angefügt: "Sofern Sie die Sache endgültig beenden möchten, bezahlen Sie den im Schreiben noch geforderten Restbetrag... Dies würde jedoch ihrer bisherigen Strategie widersprechen... und Sie würden mit ihrer Zahlung die Abmahnindustrie finanzieren." DAS wollte ich gewiss nicht, obwohl sich in mir der Verdacht regte, dass mich Waldorf Frommer durch die vorherige Zahlung der 100,- Euro an der Angel hatten: Warum sich mit denen beschäftigen, die gar nicht erst reagiert haben, wenn man da einen hat, der schon ein bisschen "weich" ist?
Am 19. (!) Dez. 2014 erreicht mich die Klageschrift von Waldorf Frommer. Sie wollen die ausstehenden 706,- Euro. RA Hechler trat in Aktion: "Ich habe mit der Kanzlei Waldorf Frommer den beigefügten Vergleich ausgehandelt. Keinen Sinn macht es, den Upload der Datei zu bestreiten. Ein Gutachten hierzu wurde bereits zigmal erstellt und kostet über Euro 5000,00 für den Verlierer des Prozesses." So ist das also. Man glaubt sich im Recht, weil man sicher ist, den inkrimierten Download nicht ausgeführt zu haben, aber Recht ist nur, was sich als solches beweisen lässt. Oder man gibt eigenes Verschulden gegen besseres Wissen zu: Bei persönlichem Erscheinen vor Gericht und der Beschuldigung, eines meiner Kinder hätte den Download veranlasst, könnte ich den Prozess dennoch gewinnen. Ich aber befürchte, dass dann die Forderung an meine Töchter geht, womit der Familie nichts genützt wäre, und belasse es bei der Vertretung durch die RA Kanzlei. Und so nimmt das Verfahren seinen Lauf. Vom Amtsgericht Leipzig werden ich zur Zahlung von 506,00 Euro verurteilt. Der Vergleich brachte also netto 200,- Euro "Ersparnis". Allerdings beträgt die Forderung für die Prozessvertretung 295,12 Euro. Das sind insgesamt 556,92 Euro für RA Hechler. Waldorf Frommer kriegen auch noch ihr Schmeckerchen. Incl. der 50,- Euro Gerichtskosten habe ich 289,- Euro zu zahlen.
BILANZ: Statt 806,- Euro ohne Inanspruchnahme eines RA habe ich unterm Strich 1451,92 Euro verloren. Überflüssig zu sagen, dass ich für "Harry Potter" wenig übrig habe und mir das Hörbuch, das allerdings von Rufus Beck genial eingesprochen ist (wie ich aus der Kassettenfassung weiß, die ich mit meinen damals noch kleinen Kindern auf den stundenlangen Heimfahrten aus Polen mit Vergnügen hörte) niemals aus dem Internet laden würde noch wirklich geladen habe. Den Film sowieso nicht.
NACHSATZ vom 01. 05. 2018: Der Beitrag wurde auf ein Schreiben von RA Hechler hin geändert. Richtig ist, dass ich mich eher über das Gebahren der Abmahnindustrie und die Unzulänglichkeiten der diese begünstigenden Strafverfolgung hätte aufregen sollen. Womöglich nur spekulative, auf jeden Fall nicht beweisbare Behauptungen habe ich daher gelöscht. Sollten sie unzutreffend gewesen sein, bedauere ich das. An der Verbreitung von Fake News ist mir nicht gelegen. Davon abgesehen belasse ich den Eintrag in der vorliegenden Form im Netz, damit auch andere Betroffene erfahren können, dass die Hoffnungen auf einen effektiven Rechtsbeistand trotz ausgewiesener statistischer Daten nicht immer berechtigt sind. Das gilt unabhängig von meinen Erfahrungen mit einer speziellen Kanzlei.
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