Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Donnerstag, 31. Juli 2025

2025 - 07- 12 Medzev bei Helmut Bistika

Mit Helmut verbindet mich nun schon eine jahrelange Freundschaft und immer, wenn ich kann, fahre ich ins Bodvar- Tal nach Medzev (Bild oben), wo einst über 40 mittelalterliche Hammerschmieden noch bis 1945 in Betrieb waren. (Heute gibt es noch eine, die zum technischen Museum in Kosice gehört.) Helmut ist gelernter Holzarbeiter, studierter Behindertenpädagoge aus Passion und Selfmade- Künstler (ebenfalls aus Passion). Ein Multitalent jedenfalls und Energiebündel, das nie stillsitzen kann; mittlerweile mit Ausstellungen nicht nur in der Slowakei, sondern in vielen europäischen Ländern und in den USA... 

Dieses Mal waren wir aber verabredet, weil Uta die Bistikas kennenlernen wollte und weil wir beschlossen hatten, unseren Bild- Bestand unbedingt um einen Engel zu erweitern. Das war spannend, denn Helmut zögerte sichtlich, ehe er unsere Wahl akzeptierte. Das Stück (unten im Bild) war in Jana Bistikas Café ausgestellt und gefiel uns gleich- aber auch er hing an seinem gelungenen Werk. Dann aber gab er sich einen Ruck. denn die Bilder würden bei Freunden hängen, die seine Arbeit schätzen. Er machte uns noch einen Freundschaftspreis und wir revanchierten uns, indem wir gleich noch einen zweiten "Engel" dazu legten. Die Zufriedenheit war allgemein und nun zieren sie in Leipzig den Durchgang zur Arbeitsecke und erfreuen das Auge vom Esstisch aus. (Bild unten) Sowieso war es ein schöner Tag mit liebevoll zubereitetem Essen bei Bistikas zu Hause und dann bei einem guten Kaffee mit Kuchen im Café. Bis zum nächsten Mal also. Wir hoffen, Helmut wird auf der nächsten Durchreise durch Leipzig auch unser Gast sein und sich davon überzeugen, dass seine Bilder gut zu uns und in unsere Wohnung passen. ;-)

Mittwoch, 30. Juli 2025

2025- 07- 11 Levoca- Spisska Kapitula und Presov

In der Tatra blieb es regnerisch und so blieb uns nichts anderes übrig, als auf dem Weg nach Kosice mitzunehmen, was so alles am Wegrand liegt. Da war zunächst Levoca (Bild unten die geschlossen um die Stadt herum erhaltene Stadtmauer), wo Uta ihre Eindrücke von einem sicher mehr als 10 Jahre zurück liegenden Besuch der Stadt auffrischen konnte. Ich fand, dass ein paar Stellen neu restauriert und die Plätze der Stadt schöner als früher gestaltet sind. Auch gab es mehr Leben in den vielen Cafés, was mich gefreut hat. 

Weiter lag die Zipser Burg am Weg, die aber nur eine imposante Ruine ist. Statt sie erneut zu besuchen, führte ich Uta durch das "Zipser Jerusalem" (Bild oben), wo weiter restauriert wird. Gut so, denn schließlich gehört das Areal einer der wenigen noch erhaltenen Kleriker- Städte zum UNESCO- Weltkulturerbe. Freilich stellt sich die Frage, wie man die mittelalterlichen und Renaissance- Gebäude nutzen will. Die kleine Stadt zu Füßen von Kapitula hat dafür keine Verwendung. Hier muss der Staat Ideen entwickeln, um das Areal zu revitalisieren.

Bevor wir nach Kosice kamen und auch dort noch einen Stadtgang machten, hielten wir zum Essen in Presov, wo ich gefühlt gerade hergekommen war. Nicht einmal vor einem Monat hatte ich hier Ludo besucht. Naja, Uta hat's gefallen und das ist ja die Hauptsache. 

2025-07-10 Kezmarok und Stara Liubovna

In der Tatra regnete es und wandern, wie wir es geplant hatten, war sinnlos. Also wieder eine Städte- Tour. Ich gestehe, dass mich das Gefühl von Urlaub verließ, da ich nun eher wieder zum Reiseführer durch all die mir so gut bekannten Orte wurde. Zudem beschlich mich ein bisschen Wehmut, denn wir können ja nicht immer und ewig nur in den Osten fahren, weshalb es vielleicht für lange Zeit das letzte Mal war, dass ich durch Kezmarok (Bild oben) oder zur Burg in Stara Liubovna (Bild unten) spazieren werde. Aber Uta hat Kezmarok gefallen und die alte polnische Burg hat sowieso was für sich. 

Nach der Burg, die ich so gut restauriert nicht in Erinnerung hatte (jedenfalls gab es das Drumherum mit Skansen und Obst- Destillery vor ein paar Jahren noch nicht), fuhren wir noch durchs Zipser Land und hielten an diversen Kirchen und kleinen Palais an. Speziell für Uta fuhren wir auch noch zu den Sprungschanzen von Strbske Pleso. Aber da kam schon wieder Regen auf. Abends aßen wir sehr gut in Tatranska Lomnica in einem "Grill- House". Schließlich gab es wieder Fußball und ich beendete meine Lektüre...


 

2025-07-09 Brno

Ich hatte Brno aus sozialistischen Zeiten in unguter Erinnerung und bin jahrelang daran vorbei gefahren. Aber der Tag sollte gegen Abend regnerisch werden und deshalb war es angesagt, den nur wolkigen Vormittag für etwas anderes als eine Autofahrt zu nutzen. Also verließen wir kurz entschlossen die Autobahn und sahen uns Brno an, das schöne Stellen und einige Sehenswürdigkeiten hat, mich aber dennoch nicht "umhauen" konnte. Der erste Eindruck von früher wirkte nach...

Aber insgesamt ist die Stadt lebendig und gut restauriert und man sieht, dass sie in der Vorkriegszeit ein wichtiges Zentrum war. Naja, ein Industriezentrum ist die Stadt immer noch, aber Charme hat sie nicht wirklich. Abends kamen wir in Tatranska Lomnica an und hatten ein schönes Abendessen in einer Koliba in der Nähe des Hotels.

2025-07-08 Cesky Sternberg

Eigentlich hatte Uta in die Moldau kommen sollen, aber dann passten die möglichen Termine vorne und hinten nicht. Aber da noch einmal eine Osteuropa- Tour geplant war, blieb es dann dabei und wir fuhren noch einmal meinen "ausgetretenen Pfaden" folgend durch Tschechien und Ungarn in die Slowakei und nach Wien. Erste Station war das tschechische Sternberg, das wir im letzten Jahr so dramatisch verfehlt hatten, weil es uns ins mährische Sternberk verschlug. Das war also nachzuholen. Die Burg, die wieder im Besitz der Sternbergs ist, die besser Deutsch als Tschechisch sprechen und ihr Geld in Wien verdienen, ist wirklich sehenswert. Drumherum ist allerdings nichts und unser Quartier hatte den Charme eines Dorfgasthofs. Aber die Leute waren nett und Uta wollte sowieso Frauen- Fußball- EM gucken, was sie dann auch getan hat. Ich kam zum Lesen. Auch so kann ein Urlaub beginnen. ;-) 

2025- 07 05 Schnupperstudium an der Viadrina

Zwar war ich nun in der Heimat, hatte (wie immer) in Suceava Station gemacht und dort mein Auto durchsehen und den Zahnriemen wechseln lassen, auch bei Ludo und Helmut hatte ich wieder vorbei gesehen, aber so schnell lässt einen die Moldau nicht los. Nach vielem Hin und Her und falschen Informationen, die die Illusion einer größeren Gruppe moldauischer Schüler/innen, die nach Frankfurt/ Oder zum Schnupperstudium fahren würden, aufkommen ließ, blieben zwei Schülerinnen (Katia und Andreea- Bild oben) übrig. Es war den Kolleginnen der Viadrina schwer zu vermitteln gewesen, dass Unter- 18- Jährige aus einem Nicht- EU- Land nicht alleine reisen würfen, aber endlich wurden auch für Aliona (Bild unten) die Reisekosten übernommen.

Ich habe die "Bande" besucht und in Slubice ein bisschen gedolmetscht und organisiert, dass sie eine polnische SIM- Karte kaufen konnten. Im Internat gibt es kein W- LAN- für die "Kleinen" brach fast eine Welt zusammen. Ansonsten war die Schnupperei ein bisschen konfus und nicht wirklich durchdacht. Lachen musste ich ein bisschen, als Katia beschrieb, wie wie sprachlich alles verstanden habe... - ohne etwas vom Sinn zu verstehen. Naja, wer sucht sich auch Rechtswissenschaften aus. ;-) Aber es gab noch eine Exkursion nach Berlin und ich denke, das war es wert. Ich blieb nur zwei Tage und nahm dann endgültig (?) Abschied von der Kollegin und meinen Schülerinnen, die erst im kommenden Schuljahr die Prüfungen zum DSD bestehen müssen. Für Katia kein Problem, aber Andreea muss ich wohl die Daumen drücken und hoffen, dass sie noch etwas fleißiger wird. 

2925-06-08 Abschied mit Götz und Haro

Götz und Haro nutzten die Gelegenheit, mich zu verabschieden, indem sie die "ganze Bande" einluden und sich selbst gleich mit verabschiedeten. Sie gehen Mitte Juli zurück und Götz muss erst einmal wieder ein paar Jahre im AA dienen, ehe sie wieder ins Ausland können. Zum Glück haben sie eine Wohnung vermittelt bekommen und können so dem Umzug gelassen entgegen sehen. Wie üblich wurde es ein schöner Abend im georgischen Restaurant auf dem Vieru- Boulevard. Die Kolleginnen lassen sich die Laune nicht verderben und von Wehmut keine Spur. Das war auch gut so, denn ich wollte zwei Tage später ausreisen und würde nur Angela Osipov noch einmal kurz in der Schule sehen.