... bloß unsere Liebe nicht- so hieß es mal in einem vor ziemlichn langer Zeit populären Song. Gute Frage, ob die jungen Leute, die ihre Liebe mit Schlössern an die rostigen Geländer der Brücke zur Ivano- Frankiwsker "Liebesinsel" gekettet haben (gesehen bei einer meiner letzten Wanderungen hier), von der Vergänglichkeit, dem Brechen aller harten Materialien gehört haben. Mag sein, dass "Liebe" nicht bricht, obwohl sie doch ofensichtlich in der Lage ist, Herzen zu brechen. Soll sie aber überleben, soll auch das Herz überleben, muss sie biegsam sein, sich an keine Moral "ketten" lassen, deren Grundbestand aus einer Zeit ohne Kontrazeption und der (aus heutiger Sicht) übersteigernten Bedeutung des Erbes und damit des Erben erwachsen ist. "Liebe", sagen die Franzosen, "ist ein Kind der Freiheit". Wozu also Ketten resp. Schlösser, die einschließen, was in die Welt hinein zu öffnen das Vernünftigste wäre...
Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...
Sonntag, 28. Juni 2009
Marmor, Stein und Eisen bricht...
... bloß unsere Liebe nicht- so hieß es mal in einem vor ziemlichn langer Zeit populären Song. Gute Frage, ob die jungen Leute, die ihre Liebe mit Schlössern an die rostigen Geländer der Brücke zur Ivano- Frankiwsker "Liebesinsel" gekettet haben (gesehen bei einer meiner letzten Wanderungen hier), von der Vergänglichkeit, dem Brechen aller harten Materialien gehört haben. Mag sein, dass "Liebe" nicht bricht, obwohl sie doch ofensichtlich in der Lage ist, Herzen zu brechen. Soll sie aber überleben, soll auch das Herz überleben, muss sie biegsam sein, sich an keine Moral "ketten" lassen, deren Grundbestand aus einer Zeit ohne Kontrazeption und der (aus heutiger Sicht) übersteigernten Bedeutung des Erbes und damit des Erben erwachsen ist. "Liebe", sagen die Franzosen, "ist ein Kind der Freiheit". Wozu also Ketten resp. Schlösser, die einschließen, was in die Welt hinein zu öffnen das Vernünftigste wäre...
Samstag, 20. Juni 2009
Ivano Frankivsk- jüdischer Friedhof
Der Friedhof ist an seiner noch teilweise intakten (oder doch einst restaurierten?) Feldstein- Mauer in seinen ehemaligen Ausmaßen gut zu erkennen. Ein großes Areal, auf dem die Grabstellen jedoch zumeist eingeebnet sind. Eine Frau machte Heu, als wir kamen. Ich hätte sie fragen sollen, ob das als Friedhof- Pflege zu interpretieren sei, oder ob sie nur privat das Gelände nutzt. Wie dem auch sei, auf diese Weise sieht man, dass da (fast) nichts mehr ist. Vereinzelt finden sich Reste von Grabstellen, Grabsteine
Ein kleiner Teil des hiesigen Friedhofs ist bis in die 60er oder 70er Jahre hinein noch genutzt worden. Dort finden sich Gräber eher schon sowjetischen Zuschnitts. Einen separaten Teil mögen die deutschsprachigen J
Das war es denn auch schon. Mehrere separate Gedenksteine erinnern u.a. an die "beinahe 100 000 Sowjetbürger", die dem Terror zum Opfer fielen, an die ermordeten Juden von Borodszany, deren Überreste hier noch bestattet werden konnten. Ein neuerer Stein trägt eine hebräische und ukrainische Inschrift und am Eingang steht geschrieben, dass eine jüdische Familie den Erhalt des Friedhos ermöglicht hat. "Der Toten wird in ihren Familien in den USA und in Israel gedacht werden", so oder so ähnlich steht da geschrieben. Vermutlich zutreffend, denn jüdische "Familien" wird es in der Ukraine, wo ohnehin kaum jemand der ermordeten Juden gedenken würde, in nennenswerter Anzahl nicht mehr geben. Auch die Gemeinde in Ivano ist eine "Gemeinde auf Abruf", eine Gemeinde, in der man auf das Visum wartet oder auf die Ausreise, die man höchstens der noch lebenden Omas oder Opas wegen aufschiebt. Wo die begraben w
Oben, am regenverhangenen Himmel, krächzten die Raben. Totenvögel. Irgendwie passend zu dem verlassenen Areal, in dem sich außer uns nur ein Liebespärchen befand, dass sich vom Regen nicht vom Sockel des zentralen Gedenksteins vertreiben ließ. Liebe auf so einem Friedhof? Irgendwie passend zu der Hoffnung auf Zukunft, die es doch zu bewahren gilt (wenn es auch schwer fällt)...
(Leibliche) Freuden des Lebens
Am Montag haben sie sich dann erneut (diesmal schon mit mir) verabredet und gemeinsam erkundeten wir die Möglichkeit, in meiner kleinen Wohnung mit 6 Leuten zu kochen und anschließend das Zubereitete zu verspeisen. Taras war wieder der Hauptbeschäftigte,
Ich musste noch ein bisschen arbeiten und hab meine Testergebnisse, die Korrekturen von 30 schriftlichen Arbeiten konnte ich gerade so zur vereinbarten Zeit abschließen, noch eingeben und absenden müssen. Dann hab ich aber auch noch beigetragen: Mit geschnittenen Tomaten und der Verpflichtung, anschließend das Geschirr abzuwaschen! Es soll halt jeder tun, was sein Talent ist, oder? ;-)
Bleibt die Frage zu beantworten, ob es geschmeckt hat? Na aber! Es ist nichts übrig geblieben, obwohl alle wirklich gut satt geworden sind. So eine Käsefüllung hat es in sich!
Man sieht jedenfalls Erleichterung darüber, dass alles gelungen ist. Und auch Anja (auf dem Bild links) sparte nicht mit Lob über ihre tat"kräftige" Freundin. Sympathisch. Hier lernt keine für ihre künftige Rolle und Taras ist alles andere, als ein ukrainischer Macho. Einfach ein intelligenter junger Mann. Schön, dass es das immer wieder zu berichten gibt von einem Land, in dem ich sonst so viele mich eher unangnehm berührende Beobachtungen mache und auch mitteile. Es freut mich. Warum auch nicht?
Freitag, 19. Juni 2009
Reisen: Drogobyc und zurück
Aber wie sieht es denn nun aus unterwegs? Für alle, die mich das gefragt haben, hier einige Bilder. Wie man sieht, ist es im Sommer ein schöner Arbeitsweg. Im Winter kann freilich jeder Berg das Ende der Fahrt bedeuten. Es geht immer am Rande der Kaparten entlang- hoch genug für Schnee und Eis. Ziemlich befahren auch. Aber das ist eher von Vorteil. Eine Ka
Drogobyc selber bietet wenig. Rings um das historische Rathaus sind die Straßen aufgerissen, aber an Fertigstellung der Arbeiten ist der Krise wegen nicht zu denken. Kein Geld! Dass Drogobyc nicht gerade floriert, sieht man auch sonst. Ungepflegte Wohngebiete und miese Straßen, kaum irgendwo ein sichtbarer Wille, der Tristesse einen Farbtupfer eigenen Willens zur "schönen Gestaltung" entgegen zu setzen. Eher trifft das schon auf die Schule zu, die ein Zentrum auch des gesellschaftlichen Lebens einer Stadt ist, in der die Schulen geradezu der Hort einer Rest- Ku
Alte Reste sind allerdings vorhanden. Hier im Bild die alte Synagoge. Es soll auch noch eine für die reicheren Juden gegeben haben. Vom Marktplatz zur Synagoge führt eine Gasse, die heute noch vom Handel lebt. So mag
Aber das trifft nur den Tag. Um 18.00 Uhr wird abgebaut, etwas später klappen die Bügersteige hoch und nichts geht mehr.
Was macht man abends in Drogobyc? Sich fürchten...
Aber die Umgebung ist schön. 29 km weiter liegt Striy, von wo aus man auf die Straße nach Mukaczewo/ Uzhorod gelangt. Wenige Kilometer weiter beginnen die Kaparten, die
Freilich räumen die Leute ihren Müll nicht weg, weshalb die einschlägigen Plätze einer Müllhalde ähnlicher sehen als einem Platz zur Erholung. Aber was soll's? Die Kaparten sind groß und in weiten Teilen kaum erschlossen. Einem Urwald ähnlich bieten sie demjenigen jede Menge Abenteuerspaß, der auf Komfort, ausgezeichnete Wanderwege und Kneipen am Wegesrand verzichten kann und dafür lieber ziemlich einsame und fast unberührte Natur genießen will (und kann). Sicher nicht mehr lange, aber noch geht es. So sei es denn empfohlen...
Alfreds letzte Tage...
Lange Zeit kam ich zu gar nichts. Schuld waren bis Ende Mai Alfreds Abschiedspartys, die nicht nur meine Anwesenheit, so
ndern auch die ganze mögliche Leberaktivität beanspruchten ;-) Also eher eine angenehme Ablenkung vom Schreiben eines Blogs.
Nun ist mein lieber Kollege also leider weg und ich spüre doch gelegentlich Einsamkeit, da man nicht mehr einfach anrufen und fragen kann: "Pack mer' sch? Um 19.00 im boczka?" Da fragt man sich schon, wozu die Sonne lacht und abends geradezu dazu einlädt, in einem der vielen Freisitze den hübschen Frauen hinterher zu sehen. Und sie sind doch hübsch, nicht? Links zwei von Alfreds Absolventinnen im Ukrainer- Outfit und mit der traditionellen Schärpe in den Landesfarben. Das war am 31. 05. Alfreds letzter Auftritt also. Leider war das "letzten Klingeln" total verregnet, weshalb
auch keine guten Bilder gelungen sind. Aber ein paar mögen als Impression doch hierher gestellt sein. Unten "unser" Klassenraum, in dem die "Alumnis" Abschied nahmen und zeigten, wie sehr sie ihren Partner beim "activity" (einem Wortschatzspiel) vermissen werden. Taras, Julia und Anja (auf dem Bild) habe ich nun nebst Ira und Vika "geerbt" und ich werde mir Mühe geben, ihnen den Abschied vom "Übervater" ;-) etwas zu erleichtern. Nette junge Leute, mit denen es Spaß machen kann...
Noch einmal ein Essen beim Direktor und das war's dann. Alfred, ich werd' dich vermissen! Alles Gute in deinem Sabbath- Jahr mit Berta. Vielleicht sehen wir uns ja doch noch einmal in China oder Vietnam? Ich würde alles dran setzen, in eure Nähe zu kommen...
Nun ist mein lieber Kollege also leider weg und ich spüre doch gelegentlich Einsamkeit, da man nicht mehr einfach anrufen und fragen kann: "Pack mer' sch? Um 19.00 im boczka?" Da fragt man sich schon, wozu die Sonne lacht und abends geradezu dazu einlädt, in einem der vielen Freisitze den hübschen Frauen hinterher zu sehen. Und sie sind doch hübsch, nicht? Links zwei von Alfreds Absolventinnen im Ukrainer- Outfit und mit der traditionellen Schärpe in den Landesfarben. Das war am 31. 05. Alfreds letzter Auftritt also. Leider war das "letzten Klingeln" total verregnet, weshalb
Noch einmal ein Essen beim Direktor und das war's dann. Alfred, ich werd' dich vermissen! Alles Gute in deinem Sabbath- Jahr mit Berta. Vielleicht sehen wir uns ja doch noch einmal in China oder Vietnam? Ich würde alles dran setzen, in eure Nähe zu kommen...
Samstag, 16. Mai 2009
Was sonst so los war: Buczacz und Swirsch
Zunächst wurde also die nähere Umgebung von Ivano wandertechnisch erkundet. Das Waldgebiet am äußeren Stadtring (Bild oben- Blick über die Hügel auf Ivano) erwies sich als groß genug, meine Damen "lahm" zu legen. Wir erreichten mit Müh und Not eine ansprechende "Koliba" (Freiluft- Grillgaststätte im huzulischen Stil, also mit gemauertem Grill in der Mitte des runden Gastraums - auf dem Foto meine Freunde Dascha und Alfred). Vorher gab es allerdings einen netten Weg am Waldrand
Zu den weiteren Höhepunkten zählte ein Abstecher nach Buczacz, wo Potockis residierten. War im letzten Jahr zu Ostern schon einmal da, aber damals waren die Kirchen so voll, dass ich sie nicht bewundern konnte. Dafür hatte ich die Burgruine schon ausführlich fotografiert, die wir uns dieses Mal also sparten. Vom Schloss, oder eben der Burg, ist nur die Ruine auf dem Berg übrig. Von der Stadtseite her ist sie nicht mehr erreichbar, denn auf dem ehemaligen, an seiner Pflasterung noch gut zu erkennenden Kirchsteig der Burgherren baut nun ein Privatmann sein Haus mit dem historischen Material! Übertroffen wird das nur noch von den Leutchen, die im alten Akerman aus den Steinquadern der antiken Stadtmauern ihre Garagen bauen!
Sonst sind ein ba
In Richtung Lviv (Lemberg) liegt abseits der Hauptstraßen und wie (fast) immer ohne Hinweis auf diesen Höhepunkt die Ruine von Schloss Swirsch, dem ehemaligen Sitz der Brüder Swirzynski. In fantastischer Umgebung und schön auf einer Anhöhe über einem See gelegen. schreit das wenigstens mit Mitteln der Denkmalschutzbehörde neu eingedeckte und im Ganzen noch in einem guten baulichen "Rohzusta
Also nochmal: der "Bunker"...
Der "Bunker" ist ein hiesiger, einem UPA- Unterschlupf nachempfundener Bierkeller, der massiv für sich Werbung macht, aber eigentlich (gutes Zeichen?) nicht so recht angenommen zu sein scheint. Bisher fand ic
h ihn jedenfalls meist halb leer, wohingegen vergleichbare Keller wie "Boczka" (Fässchen) oder gar das beliebte "Desiatka" durchgängig gut besetzt sind und man ohne Voranmeldung eigentlich chancenlos ist, einen Platz zu bekommen. Dabei geht es im "Bunker" noch gemäßigt zu. In Lviv (Lemberg) soll es eine verschärfte Variante geben. Man wird dort am Eingang gefragt, ob man "Moskale" sei. Was passiert, wenn man das bejaht, weiß ich nicht, aber wenn man mit "Slawa Ukraina" (Ruhm der Ukraine) antwortet, gibt es wohl einen Begrüßungsschluck auf Kosten des Hauses. So jedenfalls geht die Fama. Das alles ist im "Bunker" nicht so, es findet sich nur der Hinweis, dass ehemalige UPA- Kämpfer Kaffee und Tee kostenlos erhalten. Im Eingangsbereich, gleich neben der Klotür, befindet sich die bereits erwähnte Großaufnahme eines Soldaten in einschlägiger Uniform (Bild oben). Andere Bilder gleicher Art hängen an den Wänden, die ansonsten
mit Pistolen, Lageplänen und Slizzen von UPA- Bunkern, Stahlhelmen (witzigerweise denn doch einer sowjetrussischer Produktion!) und Ähnlichem dekoriert sind. Das Blut gefriert einem erst in den Adern, wenn man auf die Speisekarte (Bild links) sieht, wo die Gerichte romantische Namen wie (SS-) "Division Galizien" und "Bataillon Nachtigall" tragen. Immerhin sei zur Ehre (?) der Ukrainer gesagt, dass die meisten von ihnen von Geschichte keine Ahnung haben und sich Patriotismus, Nationalismus usw. im historisch fast "luftleeren" Raum der aktuellen Propaganda bewegen. Der Effekt mag dem der sozialistischen Agitation früherer Zeiten nicht unähnlich sein- man plappert nach und verbindet wenig bis nichts damit! So wird den Leuten gerade eingebleut, dass Stepan Bandera ihr "Held" (Bild links) sei. Die Bandera- Memorial- Stätten und Riesen- Denkmäler sprießen denn auch aus dem Boden wie Pilze nach einem warmen He
rbstregen! Offensichtlich leiten viele Menschen im Kurzschluss daraus ab, dass seine Zusammenarbeit mit den Deutschen wohl ok gewesen sein muss. Der Sache Banderas noch nachträglich den Sieg wünschend, werden dann Deutsche in allen Uniformen (und besonders die in der abgebildeten!) akzeptabel. Dass Bandera genau von diesen Deutschen ins KZ gesteckt wurde, weil Hitler nichts weniger wollte als eine unabhängige Ukraine, wie sie Bandera vorschwebte, wer weiß das schon? Hier Kurz- da Umkehrschluss: Wenn Faschisten gut sind, muss man Antifaschisten eben aufhängen (Bild unten). Doch soll das nicht allen Leuten hier angelastet werden. Die meisten interessiert es schlicht nicht, womit aber gesagt ist, dass Widerstand dagegen kaum sichtbar wird. Wie dem auch sei, die (Sowjet-) Russen gelten meist als das verglichen mit den Deutschen größere Übel und wenn außer dem Bandera- Kult sonst an Geschichte erinnert wird, dann meist an den "Holodomor", jene tragischerweise auf Stalins Befehl hin herbei geführte Hungersnot, deren Zwangscharakter in der beabsichtigten schlagartigen Verstädterung (Industrialisierung) begründet lag und die gleichzeitig den Widerstand der ukrainisch- bäuerlichen Bevölkerung gegen die Kollektivierung und überhaupt gegen die erzwungene "sozialistische Umgestaltung" brechen sollte. (Von den nach neuere Schätzungen mehreren Millionen Toten weiß nun wiederum in Westeuropa kaum jemand!) Insofern die Bezeichnung "Holo- domor" allerd
ings eine Analogiebildung zu "Holo- caust" ist, erscheint bereits in der Wortbildung der erwünschte Nebeneffekt einer Gleichstellung mit dem jüdischen Genozid und eine Verschleierung der Tatsache, dass beispielsweise jenes hier einer Speise den Namen gebende "Bataillon Nachtigall" in Babyn Jar binnen weniger Tage den größten Teil der jüdischen Bevölkerung Kiews liquidieren konnte, was ohne aktive Mithilfe der Bevölkerung unmöglich gewesen wäre. Freilich ist das kaum bekannt und wird in der Schule so wenig gelehrt wie die Judenverfolgungen unter Chmelnitzki, der ja als Staatsgründer verehrt wird. Nun, sei es wie es sei, zumindest dem Wissenden möge der Bissen im Halse stecken bleiben, wenn er es über sich bringt, diese Speise anzurühren!
h ihn jedenfalls meist halb leer, wohingegen vergleichbare Keller wie "Boczka" (Fässchen) oder gar das beliebte "Desiatka" durchgängig gut besetzt sind und man ohne Voranmeldung eigentlich chancenlos ist, einen Platz zu bekommen. Dabei geht es im "Bunker" noch gemäßigt zu. In Lviv (Lemberg) soll es eine verschärfte Variante geben. Man wird dort am Eingang gefragt, ob man "Moskale" sei. Was passiert, wenn man das bejaht, weiß ich nicht, aber wenn man mit "Slawa Ukraina" (Ruhm der Ukraine) antwortet, gibt es wohl einen Begrüßungsschluck auf Kosten des Hauses. So jedenfalls geht die Fama. Das alles ist im "Bunker" nicht so, es findet sich nur der Hinweis, dass ehemalige UPA- Kämpfer Kaffee und Tee kostenlos erhalten. Im Eingangsbereich, gleich neben der Klotür, befindet sich die bereits erwähnte Großaufnahme eines Soldaten in einschlägiger Uniform (Bild oben). Andere Bilder gleicher Art hängen an den Wänden, die ansonsten
mit Pistolen, Lageplänen und Slizzen von UPA- Bunkern, Stahlhelmen (witzigerweise denn doch einer sowjetrussischer Produktion!) und Ähnlichem dekoriert sind. Das Blut gefriert einem erst in den Adern, wenn man auf die Speisekarte (Bild links) sieht, wo die Gerichte romantische Namen wie (SS-) "Division Galizien" und "Bataillon Nachtigall" tragen. Immerhin sei zur Ehre (?) der Ukrainer gesagt, dass die meisten von ihnen von Geschichte keine Ahnung haben und sich Patriotismus, Nationalismus usw. im historisch fast "luftleeren" Raum der aktuellen Propaganda bewegen. Der Effekt mag dem der sozialistischen Agitation früherer Zeiten nicht unähnlich sein- man plappert nach und verbindet wenig bis nichts damit! So wird den Leuten gerade eingebleut, dass Stepan Bandera ihr "Held" (Bild links) sei. Die Bandera- Memorial- Stätten und Riesen- Denkmäler sprießen denn auch aus dem Boden wie Pilze nach einem warmen He
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