Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Mittwoch, 10. April 2019

Bukarest am Nachmittag

Das war dann also das Nachmittagsprogramm. Zunächst fand ich durch Zufall eine zwar auch sehr touristische, aber doch originelle Passage voller kleiner Kneipen. (Bild oben) Ich ging dann in Richtung Parlamentsgebäude. Dessen Scheußlichkeit ist in seiner Gigantomanie kaum zu überbieten. Wie man am drittletzten Bild sieht, folgt die "sozialistische" Neubebauung dem Pracht- Straßen- Prinzip und ist entlang von Sichtachsen ausgerichtet. Egal, wo man ist, immer sieht man irgendwo das Monstrum des Parlaments aufragen. Dabei nehmen sich die künstlichen Wasserflächen allerdings gut aus. (Zweites und drittletztes Bild) Sie mildern den miesen Eindruck etwas. Aber ich greife vor.

Zunächst umrundete ich das riesige Areal des Ceausescu- Baus und ärgerte mich über das Akademie- Gebäude, das Marriot- Hotel und all den anderen Mist, der nur das Bestreben zeigt, den Gigantismus fortzusetzen. Nicht zu reden von der größten Kirche des Landes, die jetzt neben dem Parlament auf dem genannten Areal errichtet wird. Sie strebt unproportioniert in die Höhe, will die Traufhöhe des Parlaments überragen und hat mit der Ehre Gottes vermutlich ziemlich wenig, mit dem Vorzeigen der neuen Macht der Orthodoxie allerdings sehr viel zu tun. Pfui Teufel...

Schrecklich groß und eher an ein Aufmarschgelände als an ein Ehren- Hain erinnernd auch der Carol- Park, an dessen Ende auf einer Anhöhe das Heldendenkmal mit ewiger Flamme steht. (Bild zwei) Hier kann man gut erkennen, wie wenig man dem Klotz entgehen kann (obere linke Ecke). Man sieht ihn wirklich von überall; von der Höhe herab sowieso.

Vorne also die Neubauten, die - hat man sich einmal dran gewöhnt - irgendwann doch etwas Hauptstädtisch- Großzügiges bekommen. Dahinter allerdings der sprichwörtliche "Hinterhof". Wahrscheinlich wollte man die Häuser irgendwann einmal abreißen und weiter "gigantisieren", hat es dann aber nicht geschafft. So ist ihnen das Elend der Bewohner auf die äußere Haut geschrieben. (Bild drei) In vielen Nebenstraßen, in denen vermutlich Zigeuner leben, sieht es aus wie in verfallenen Dörfern.

Auf der anderen Seite des Palasts traf ich dann wieder auf den Fluss, an dessen Ufern die alt-neue sozialistische mit der neuen kapitalistischen Moderne eine im Ganzen gelungene Symbiose eingeht. (Bild vier und Bild fünf) Ein Fluss kann wirklich viele Gegensätze vereinen und schafft immer eine eigene Atmosphäre. Es tat gut, dort entlang zu gehen, zumal sich - besonders um die National- Bibliothek herum - viele kleine Cafes und Restaurants dort  angesiedelt haben. Das Publikum darin war allerdings ziemlich "hipp"; nicht so wie in Berlin, sondern eher der Typ "Berliner Hipster" plus dick aufgetragenem osteuropäischen Standesbewusstsein als Neureicher. Nichts für mich also. Schon die Art, wie das, was sich da als Frau präsentiert, Zigarette raucht und dabei die Armbänder voller Klunkerln klappern lässt, nahm mir jede Motivation, mich niederzulassen.

Immerhin stellte ich das Bemühen um Begrünung fest. Ein paar Bäume, Büsche und Rasenflächen entspannen den erschlagenden Eindruck des sterilen Betons doch merklich. Nur der dämliche Parlaments- Palast, der von allen Seiten gleich klotzig aufragt, ist davon nicht betroffen. Der bleibt einfach nur misslungen und hässlich. Na ja, sein "Erbauer" war Schuster und dazu wohl vom Dorf- entschuldigt das alles?

In den sich nun an das beschriebene Stadtbild anschließenden "Avenues" kann man wohl wohnen resp. schlafen, wirklich spazieren kann man da aber nicht und leben will ich da auch nicht. (Vorletztes Bild) Ich gab auf und kehrte um, indem ich mich querfeldein mitten durch die Reste der Altbebauung und die als "Stadtverdichtung" erkennbare Neuerrichtung von "Glashäusern" schlug. So manches Mal endete der Weg an einem Bauzaun. Dann gelangte ich aber doch wie geplant an den Universitätsplatz mit Philharmonie usw., enterte die Metro und kam gerade noch rechtzeitig und erschöpft im Hotel (Bild unten) an.

Ich hatte noch 15 Minuten Zeit zum Duschen und Umziehen, dann holte uns ein Kollege ab. Der Abend bei Liesegangs in der in einer gated area gelegenen Villa mit Swinning- Pool etc. verging schnell und nett. Das Essen schmeckte, der Rotwein auch; für Stimmung sorgten die jungen Leute, die lustig vor sich hin schnatterten. Um Mitternacht fiel ich ins Bett und registrierte noch die Anzeige auf der Fitness- Uhr: 28798 Schritte und damit neuer Rekord! ;-) Am Sonntag fuhr ich dann zurück und erreichte Suceava nach ebenfalls rekordverdächtigen 6,5 Stunden. Fazit? Beim Chef war's schön und angenehm. Aber nach Bukarest muss ich nicht wirklich ein zweites Mal.

Bukarest am Vormittag

Am 03. und 04. April waren die mündlichen Prüfungen zum DSD A2-B1 (Sufe I).Aus diesem Anlass reiste mein Chef an und wir prüften in zwei Kommissionen und hatten zwischen den Tagen einen schönen Abend im neu eröffneten "ZoNa" (sehr zu empfehlen!) Da unser Fachberater/ Koordinator für den 06. 04, zum alljährlichen "Privat- Jahresempfang" nach Bukarest geladen hatte, bot sich eine gemeinsame Reise an.


Am 05. 04. starteten wir also um 10.00 Uhr Richtung Bukarest, das wir um 17.30 Uhr erreichten. Das Hotel "Caro" war angenehm. Für die 4 Sterne und die Lage in der Hauptstadt, zwar am Rand, aber doch günstig zur Metro und einem neuen Shopping- Center, sind 36,- Euro preiswert zu nennen. Ich hab's genossen. Pauline weihte mich in die Geheimnisse der Bukarester Metro ein, so dass ich das Auto stehen lassen konnte. Wir lieferten sie in ihrem Hostel ab und erkundeten erst einmal das Altstadt- Zentrum. Puh! Da ist wenig, was einem gefallen könnte. Wie in Constanta verrottet die Bausubstanz vor sich hin. (Bild fünf) Nur wenige Teile sind im Stück saniert. Darin befinden sich Cafes, Pubs und viele Kneipen mit Pizza- und Burger- Billig- Angeboten. Alles ziemlich touristisch. Wir fanden aber ein nettes libanesisches Restaurant mit sehr guter Küche, angenehmer Bedienung und dezenter Musik. Das hat mir gefallen.

Am anderen Tag trafen wir uns an einer unserer dortigen DSD- Schulen. Ein paar Kollegen und viele Freiwillige wollten an der Stadtführung mit Familie Liesegang teilnehmen. (Bild oben) Wir starteten durch das Diplomaten- Villen- und Botschafts- Viertel. Da sah es natürlich aufgeräumt und vorstädtisch- wohlhabend  aus. Die folgenden Straßenzeilen kann man eher gesichtslos nennen. Auch im erweiterten Altstadt- Zentrum eine eher form- und stillose Bebauung im Mix aus Repräsentationsbauten, die schon im frühen 20. Jahrhundert für das arme Land etwas zu groß geraten waren (Bild drei), den Null- Acht- Siebzig- Häusern der Zwischenkriegszeit und sozialistischem Neubauschrott. Wie "früher" kaschiert man auch heute noch die Bröckelfassaden mit patriotischem Plakatmüll. Auch das zu groß! (Bild zwei)

Eine echte Erholung für die Augen waren bei dem noch dazu nasskalten Wetter die Parks. (Bild vier) Die Platanen von beeindruckender Größe gefielen mir besonders. Ich habe nie zuvor einen "Platanen- Park" gesehen. ;-)

Dann endete der "offizielle Teil" und unsere Gruppe zerstreute sich. Ich wollte eigentlich ins Hotel, fand dann aber doch Gefallen am ziellosen Umherstreifen. Das Wetter wurde auch langsam besser und so gewann die Stadt etwas an Reiz.









Montag, 25. März 2019

Radfahrt über Land


Meist fahre ich ja meine Straßentrainingstour auf dem 44 oder 56- km- Parcours. Aber diesen Sonnabend reizte es mich bei schönem Wetter doch, ein bisschen vom Wege abzugehen. Ein paar Landwege hatte ich schon früher erspäht. Nun war ich neugierig, wo die hin führen...

Dabei schreckte mich auch eine "Fluss"querung nicht. (Bild oben) ;-) Ok, ein neues FrankFURT wird hier nicht entstehen; eher wächst die illegale Mülldeponie, die linker Hand die Idylle empfindlich störte. Auch sonst sind die Feldraine übersät mit Plastikmüll und achtlos weggeworfenem Verpackungsmaterial aller Art. Das reicht von PET-Flaschen bis zu leeren Düngemittelsäcken. Schade. Nicht einmal auf dem eigenen Land ist den Leuten die Schönheit der Natur etwas Wert. (Bild Mitte)

Ich dachte eigentlich, ich würde abkürzen und auf meine Straße zurück kommen, aber der Weg (Bild unten) führte weiter querfeldein und brachte mich am Ende an meinen Rückweg. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ok, nun weiß ich, wohin es geht. Zum Zwecke des Trainings musste ich nun allerdings noch einmal umdrehen. Am Ende kam ich zwar auf die erhofften 60 km, war allerdings ziemlich kaputt. Ein wirklicher Frühlingssturm hatte mich bei der Ortsausfahrt Suceava von der Seite angeblasen und auf der Strecke teilweise frontal angegriffen. Und auf dem Rückweg kam er - wie es immer ist - die ganze Zeit von vorn! 30 km bei permanentem Gegenwind einer Stärke, die es schaffte, mich auf Abfahrten, die ich sonst mit 50 km/h runterrolle auf 15 km/h im Treten abzubremsen, das ist schon was. Statt der maximal drei geplanten Stunden war ich also fast vier unterwegs. Was soll's? Der Trainingseffekt geht so oder so in Ordnung... 


Sonntag, 17. März 2019

DSD I am 14. 03. 2019

Wie immer war es Krampf. Keiner möchte abseits stehen und deswegen melden sich alle. Die nicht gemeldeten schmollen und nehmen dem Lehrer übel. Was eigentlich? Teilnehmen wollen alle; machen will kaum jemand was. Mal schauen, ob sie Deutschen was zu verschenken haben. Da könnte man immer wieder ausrasten. Obwohl ich den Kollegen eingeschärft hatte, nicht auf Schüler und ihre Wünsche zu hören, sondern nur sichere Kandidaten aufzustellen, haben sie sich doch wieder bereden lassen. Der wage Drüberblick beim Sortieren sagt schon wieder alles: Manche haben in 75 min nicht ganz eine Seite schreiben können. Ich Idiot habe alle Packen abgesucht und wollte noch mal zum Copy- Shop, um die womöglich fehlende Seite aufzuspüren, ehe mir aufging, dass die beschriebene Seite leere Zeilen hatte. Der Kandidat hat also wirklich keine Seite schreiben können! Was soll das alles?

Ich fürchte sogar, dass mindestens einer der drei Kandidaten, die schon in der 11. Klasse sind, wieder durchfallen wird. Er hat jetzt allein an dieser Schule drei Jahre mit 6 Stunden Deutsch pro Woche hinter sich und kann nichts. Was würde man mit einem Musikschuldirektor machen, wenn dort Schüler nach drei Jahren noch immer auf den Rumpf der Gitarren klopfen, weil sie keine Saite zupfen können? Was soll man also mit mir machen?

Gut. Noch 14 Tage, dann sind die mündlichen Prüfungen. Und dann ist das Elend für dieses Jahr wieder zu Ende. Die Ergebnisse kommen im Sommer und wenn die ZfA dann meint, dass ich zu oft die "Quote" verfehlt habe, dann können sie mich im kommenden Jahr abziehen. Sollen sie auch. Bis dahin ist das DSD II am Petru Rares zum Problem einer kleinen Minderheit von Schülern geworden, die es wohl in ihrer Freizeit und gegen Geld vorbereiten müssen, weil es im Unterricht nicht mehr geht. Nach mir die Sintflut!


Sonntag, 10. März 2019

Erste Radfahrt 2019

 Temperaturen bis zu 18 Grad und strahlend blauer Himmel- da muss man aufs Rad. Klar. Es ging nicht einmal schlecht. Bin also gut durch den Winter gekommen!

Die Tour war die alte. Nach so langer Zeit freut sich das Auge an der Weite (Bild oben), wenn auch alles noch dürftig und erdfahl ist. (Bild zwei)

Die Landschaft entfaltet ihren hügeligen Charme wirklich erst mit dem einsetzenden Grün. Auch im Herbst sind noch Farben da. Im Winter geht es, wenn die Weite schneeweiß strahlt. Aber im Frühling, wenn überall nur die vertrockneten Reste des letzten Jahres zu sehen sind, ist es doch ein wenig eintönig.

Zum Glück setzen einzeln stehende Gehöfte, von denen es immer noch genügend gibt, lebensfroh farbige Zeichen. (Bild unten) Allerdings stehen auch viele Anwesen leer, obwohl sogar die Bimmel nach Bukarest vorbei fährt. (Bahnstrecke siehe Blid Mitte). Zu den unten im Bild zu sehenden Häusern gehört sogar ein Haltepunkt. Mag jedoch sein, dass dort schon lange kein Zug mehr gehalten hat. Die Bahnhofsgebäude und Latrinen sind vom Gebüsch überwuchert und auch die Verladestation für landwirtschaftliche Güter sieht unbenutzt aus. Obwohl hier und da renoviert wird, sind die kleinen Gehöfte auch hier zum Sterben verurteilt. Manche Leute scheinen es aber noch nicht zu wissen, oder sie wollen es nicht wahrhaben. Wie dem auch sei. Ich fühlte mich sehr gut nach der ersten Fahrt!


Dienstag, 29. Januar 2019

Spaziergang der Sonne wegen

Der große Schnee hat also aufgehört und tagsüber scheint die Sonne, lässt große Eiszapfen wachsen und die Schneeberge etwas in sich zusammen sacken. Der Schnee ist harsch und glatt, was ich besonders am "Abstieg" über die Treppen von der Burg hinab in die Stadt zur Kenntnis nehmen musste. Ab"Stieg" (was ja von "steigen" oder von der "Stiege" kommt) konnte man das nicht nennen. Es war eine Art "Abrutsch" und mein Glück war nur, dass die Geländer an den schlimmsten Stellen intakt sind. Wie dem auch sei: Die Sonne hat mich heraus getrieben und ich habe ein bisschen durch die Kamera gesehen, was es so zu sehen gibt.

Nicht neu, aber immer noch ein bisschen nervend, die allgegenwärtige "Reklame" (?) zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der "Vereinigung" der Bukowina. (Bild oben - natürlich ist alles "Folklore", als wenn es nie um Politik und Macht gegangen wäre!) Hm, wer hat sich da mit wem vereinigt? Man hat halt in Trianon was bekommen, das früher den geschlagenen Habsburgern gehörte. Getan hat man dafür nicht wirklich was, jedenfalls wurde dafür nicht "gesiegt" (im ersten Weltkrieg ging das militärische Engagement Rumäniens ziemlich in die Hose).

Trotzdem ist man stolz und einen Feiertag gibt es dazu auch - für mich ein verlängertes Wochenende. An die Feierlichkeiten erinnern die Fahnen am Kulturpalast (Bild zwei) und auch der über der Stadt reitende Petru Rareș ist mit diesen girlandenartigen Trikoloren umhängt. (Letztes Bild.) Auf Bild vier habe ich das gekrönte Haupt nur wegen des Schneemantels fotografiert. Es ist eines der vier diesem Herren gewidmeten Denkmäler im Stadtbild. Nicht eingerechnet natürlich die in Schulen - zumindest in meiner - aufgestellten Gipsbüsten.)

Na ja, rumänische Outsider und Witzbolde haben dazu auf Facebook geschrieben, das Blau in der Flagge stehe für Dracula, das Gelb für die Nationalspeise "Mici" (Hackfleischröllchen gegrillt) mit Senf und das Rot für die korrupte regierende PSD. Unsichtbar hinter allem wäre noch die sich aus der Mischung der Farben ergebende Farbe Grün. Die stehe für "Winning a wrold war without switching sides" (Einen Weltkrieg ohne Seitenwechsel gewinnen.) In der Tat ist für das hiesige Geschichtsbild kennzeichnend, dass man zwar im Prinzip weiß, welche Kämpfe verloren wurden, es aber immer wieder schafft, das Ganze so darzustellen, dass am Ende das Bild einer glorreichen Nation entsteht und die Schüler sich wundern, wenn man sie an die Fakten erinnert. Ok, damit stehen die Rumänen nicht allein... 

Das alles hat mich auf meiner kleinen Wanderung auch gar nicht sonderlich interessiert. Ich wollte Luft und Sonne und die bekam ich auf den Wegen zur (letztes Bild) und rund um die Burg (Bild drei). Dabei sahen besonders die im Bukowina- Freilicht- Museum aufgestellten traditionellen Häuser im Schnee ziemlich malerisch aus. (Fünftes Bild) Man ahnt, wie verlockend die heimelige Wärme im Innern früher für die vielleicht aus dem Wald
Heimkehrenden gewesen sein muss.

Ansonsten wirken "Brückentage" und so verlängerte Wochenenden eine Woche vor den Winterferien demoralisierend. Ich mochte kaum meine Bücher verlassen, aber die Schüler sahen schon am Montag nicht mehr ein, wozu sie noch Deutsch machen sollten. Sie verweigerten sich total. Heute waren viele schon nicht mehr da. In einer Klasse 50%, in einer 12. Klasse 15% und von der zweiten kam gleich niemand. So bekommt man Freizeit. Mal sehen, wie viele morgen Abend da sein werden. Donnerstag? Wie heute- denke ich. Und am Freitag kommen nur die Braven, das sind ein paar wirklich Interessierte ("Gehen wir ins Café, Herr Steffen?") und ansonsten die Angehörigen diverser neuprotestantischer Sekten. Plakatives Arbeitsethos scheint bei Pfingstlern und Baptisten etc. noch dazu zu gehören. Und dann sind Ferien. Wenn das Wetter so bleibt, werde ich meine Skier unterschnallen; das Auto bleibt unter seinem Schneedach. (Vorletztes Bild) ;-)

Montag, 14. Januar 2019

Heimreise

Die Familie hatte mir abgeraten und nahe gelegt, einen Tag später zu fahren. In Penig und Umgebung war die Lage immerhin so angespannt, dass Uta die Schule schließen musste. In Leipzig jedoch war nichts. Ein bisschen Schneeregen nur. Ich hatte gehofft, bis Dresden ohne Probleme zu kommen und dann die paar problematischen Kilometer über den Erzgebirgskamm schon zu schaffen. Und so wurde es auch. Am Donnerstag, dem 10. 01., fuhr ich also morgens um 08.00 Uhr ab Leipzig und gegen 10.00 Uhr kaufte ich schon meine Mautplakette vor dem Übergang nach Tschechien. Dort gab es einige Verwehungen (Bild 1) und einige LKW, die "ausgerutscht" waren, aber für PKW blieb die Strecke mit Tempo 40 bis 60 gut befahrbar. Nur bei Spurwechseln schlingerte der Wagen bedenklich. In Tschechien wurde es rasch besser und dann blieben die Straßen bis Košice gut. Nur die Dunkelheit und das Streichen der Scheibenwischer nebst den ständig vom Matsch verschmierten Scheiben blieben etwas nervig.


In  Košice abends Treffen mit Remmer und Monika, einer Absolventin, beim "Deutschen Stammtisch". Auch war ein Mädchen von der Trebišovska dort, die noch bei mir DSD I gemacht hatte. Lustige Runde. Anderntags verlief die Reise durch Ungarn problemlos. Ich übernachtete noch einmal in Dej, eine Stadt, über die es nichts zu sagen gibt. Ein ganz hübscher Markt mit einer großen Kirche im Zentrum und abseits davon eine monumentale Synagoge nebst ein paar historistischen Bauten- das ist alles. Eine gute Kneipe fand ich nicht. Im Hotel ging leider ein 18. Geburtstag mit ca. 250 Gästen über die Bühne. Die Nacht war also wenig erquicklich und ich musste im Zimmer bleiben, weil im Lokal kein Platz für mich war. Je nun...

Die letzte Etappe lief auch gut. In den Bergen nasse (Bild 2) und teilweise matschige Straßen (Bild 3). Sonst alles gut. Ich erreichte Suceava gegen 15.00 Uhr und war um 20.00 Uhr mit Auspacken und Einräumen, Einkaufen etc. fertig. Dann noch ein freier Sonntag mit Mittagessen mit Tanases zu Mirceas Abschied und heute begann schon wieder die Schule.