Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Donnerstag, 12. November 2020

Nachtrag: 01.11.2020 Wismar

Ich musste zur Eigentümerversammlung und weil ich am 02. 11. in Berlin zur Abholung meines Dienstpasses nach Berlin sollte, nutzte ich die Tage zum Besuch bei den Eltern. Das Wetter war schon recht herbstlich und so blieben wir die meiste Zeit im Haus.

Am 01.11. riss der Himmel dann aber doch etwas auf und weil wir dann in der "Linde" Mittag essen wollten, sind wir nach Wendorf zum Spaziergang an die Bucht gefahren. Ich kannte das neue Wohngebiet (Bild oben)  unterhalb der Rega- Klinik und vor dem "Wäldchen" noch nicht und also starteten wir dort. Eine Ansammlung von Schuhkartons - nichts besonderes. Komisch nur, dass die Architekturmoden so durchschlagen und komisch auch, dass die wenigen Häuser mit Spitzdach und in eher traditioneller Bauform deplatziert wirken. Man kann also sehen, wie man selbst der modischen Ästhetik unterworfen ist...

Da das Wetter aufklarte, konnte man den Walfisch (Bild unten) in voller Schönheit sehen. Schade, ich wollte immer mal auf die Insel und mir die Reste der Befestigungs- und Signalanlagen ansehen. Früher war die Insel auch Seuchenstation. Das wäre doch was in Corona- Zeiten...



 

Montag, 9. November 2020

Nachtrag: 05.09.2020 Slowakisches Paradies

Eigentlich war ein Besuch bei Helmut abgesprochen, aber als ich in Medzev ankam, erfuhr ich, dass der gerade im Krankenhaus sei. Er hatte sich bei einem Kunst- Pleinair mit der Motorsäge verletzt! Aber bei Jana war der erste Schreck schon vorbei und ich hatte bei Helmuts Mutter geistesgegenwärtig nichts gesagt, als sie meinte, Helmut sei in Österreich...

So blieb mir nichts zu tun, als nach Košice zu fahren und mir ein Hotel zu suchen. Den Abend verbrachte ich am Stammtisch. Das war angenehm, obwohl mich Agitationsversuche in Sachen "Abtreibung = Faschismus" gehörig aufregten. Den Kollegen werde ich nun endgültig aus meiner Facebook- Freundesliste entfernen. Es hat keinen Sinn, da mit ihm nicht zu reden ist. Dämliche Religiosität!

Anderntags hatte ich noch viel Zeit, ehe ich in Lomnica verabredet war. In Košice gab es nichts zu tun, nichts zu sehen und niemanden weiter zu besuchen. Also bin ich los mich ein bisschen im Slowakischen Paradies (Bild oben) zu entspannen. Gute Idee bei wundervollem Wetter! Irritierend war dann das mir ganz neue Gefühl von Höhenangst, das mich beschlich, als ich eine Mädchengruppe fotografieren sollte. Am liebsten hätte ich die Mädels vom Abgrund (Bild zwei) weggezogen. Aber die lachten und waren fröhlich und so habe ich (drittes Bild) mich überwunden. Komisch, was einem alles passiert, wenn man älter wird. Früher war ich da nicht empfindlich! 

Den Abend verbrachte ich dann in Lomnica in einer gemütlichen "Kolba". Die Übernachtung im "Wild-Park-Hotel" war witzig. Ich war der einzige Gast und hätte mich vor den Großkatzen, die im Garten (hinter Gittern) gehalten werden, fürchten sollen! Leoparden und Löwen in der Tatra? Witzig...

Schöne Erinnerungen an vergangene Projekt- Tage kamen auf, als ich am kommenden Vormittag noch mit auf den Berg fuhr. (Bild unten) Da regnete es allerdings und ich war nicht unfroh, nach Bratislava zurückkehren zu können, wo ich noch einen schönen Abend mit Friedrich verbrachte, der mir die neuesten Skandale im ZfA- Bereich Slowakei mitteilte. Eigentlich schade, dass sich freie Stellen in Košice und Prešov mit meiner Zusage und den abgeschlossenen Vertragsverhandlungen mit Chisinau überschneiden. Vielleicht wäre die Slowakei - schon wegen der größeren Nähe nach Hause - doch noch einmal eine Option gewesen...

Nach einem (lange versprochenen) Besuch bei Kollegin Hanzlovičova noch einmal in Devin machte ich mich dann auf den Rückweg. Man sollte öfter in Länder fahren, in denen man kein touristisches Programm mehr absolvieren muss, sondern einfach nur mit Menschen zusammen sein kann, die man "von früher" kennt. ;-)    





Dienstag, 27. Oktober 2020

Nachtrag: 03.09.2020 Devin

Endlich ist die Wohnung fertig! Alles neu gestrichen und die Bücherregale sind auch aus- und umgeräumt. Jetzt passen wieder Neukäufe rein...

Sonst verliefen die Wochen ruhig. Ich war kurz in Wismar und Berlin und nahm den Auftrag an, das Landesfinale Ukraine von Jugend debattiert vorzubereiten und zu jurieren. Dafür arbeitete ich Materialien zur möglichen Einführung einer Gesetzlichen Krankenversicherung in der Ukraine aus. Was man alles so macht! Allerdings schloss die Ukraine ihre Grenzen und sowieso hätten auch diverse Teilnehmerinnen aus dem Landesinneren nicht nach Kiew reisen können. 

Daher fand die Veranstaltung nur per Zoom statt. Schade, ich hatte Anna, die ich vorher in Berlin getroffen hatte, und dann Ira, die ich kurz in Dresden sah, zugesagt, Geschenke für Juri mitzunehmen und außerdem hatte ich mich auf ein Wiedersehen mit Ira, Jaroslaw, Julia u.a. gefreut.

 "Nebenbei" trainierte ich auch beinahe täglich mit Ioana Todosi aus Suceava via Zoom für das rumänische Landesfinale. Da ging es um den kostenlosen ÖPNV und den Religionsunterricht an Schulen. Für mich insofern ein Erlebnis, als ich quasi "live" am Nachdenken einer kritischen jungen Frau über Schule und Religion beteiligt war. Am Ende wurde Ioana verdient Dritte.

Erleben konnte ich das aber nicht, weil auch Ungarn seine Grenzen schloss. Diese Nachricht erreichte mich auf der Geburtstagsfeier von Lutz in Dresden. Weil ich nun schon einmal unterwegs war, beschloss ich die Zeit für einen kleinen Privat- Urlaub (Uta musste ja schon in die Schule) in der Slowakei zu nutzen. Als erste Station besuchte ich Devin, wo ich - Schande! - in all den Jahren nicht gewesen bin. Nur vom Donau- Schiff aus (wie in Bild Mitte) hatten Uta und ich die Burg (Bild oben) gesehen. Gelegen auf einem Felsvorsprung am Zusammenfluss von Donau und Morava (Bild unten) handelt es sich wirklich um eine imposante alte Anlage, die erst nach ihrer Zerstörung durch Napoleon ihren strategischen Wert verlor. Wirklich sehr sehenswert!

Montag, 26. Oktober 2020

Nachtrag: 14.08.2020 Höxter und Corvey

Wir verließen Bochum und überließen unser jüngstes Kind seinem "Schicksal". Das allerdings zuversichtlich. Franziska wird sich einleben, Freunde und Bekannt finden und hoffentlich Spaß an der Arbeit haben. Ob die dann in zwei Jahren verlängert wird? Drücken wir die Daumen...

Für die Rückfahrt hate ich mir gewünscht endlich selbst die monumentale West- Fassade (Romantik) von Kloster Corvey zu sehen. Wir verließen also die Autobahn in Richtung Höxter, wo wir eigentlich nur essen wollten. Dann fanden wir aber auch hier eine verträumte


kleine Altstadt voller Fachwerkbauten im Stile der Weser- Renaissance. (Bild oben) Man soll den Reichtum der alten deutschen Städte nicht unterschätzen. An vielen Stellen, wo man es heute nicht mehr vermutet, finden sich touristische Höhepunkte, die ihre Attraktivität eben jenen alten Zeiten verdanken. 

Corvey selbst war eindrucksvoll in seiner Größe. (Bild Mitte) Auch das romanische Westwerk (Bild unten) erfüllte meine Erwartungen. Leider war die Krypta wegen Corona geschlossen. Der angrenzende monumentale Kirchenraum ist barock umgebaut und fesselte mich dann weniger. Immerhin lernte ich wieder etwas über die ausgedehnten Lehnsverhältnisse von (Kloster)Grundbesitz, der bis ins heutige Polen hinein reichte und auch Kleinstädte in unmittelbarer Nähe von Leipzig einschloss. Da staunt man. 

Wir kamen anschließend ohne Probleme im schönen Sachsen wieder an, wo noch einmal neue Renovierungsarbeiten - dieses Mal in der eigenen Wohnung - auf mich warteten...   


   

Sonntag, 25. Oktober 2020

Nachtrag: 13.08.2020 Münster und Telgte

Am 13. hatten wir dann "frei". Uta wünschte sich Münster (Bild oben), das sie nicht kannte, und ich wollte dann wenigstens nach Telgte, um zu sehen, welche Stadt den Günter Grass inspiriert hatte. Das Wetter spielte mit und so konnten wir Münster genießen. 

Telgte überraschte uns dann doch. Ein kleines verschlafenes Nest, aber schön! (Bild Mitte) Interessant, wie präsent die "Ost- Vertriebenen" in der Stadt sind. (Oberhalb der Mühle- Bild unten - befinden sich Grabsteine und Bildnisse schlesischer Geistlicher.) Die Schlesier haben sogar eine ihrer Walfahrten nach Telgte verlegt. Befremdlich, befremdlich, aber ok.


Wenn sie die Kontakte in die "alte Heimat" nun als Kontakt ins heutige Polen pflegen, soll es mir Recht sein.

Egal. Ich schaute nach den Orten, die im "Treffen von Telgte" genannt werden (viele sind es ja nicht) und ansonsten nach einem guten Platz zum Essen. Wir fanden auch den. Franziska wollte eine Woche später schon wieder da sein, denn dort wohnt eine ihrer Bekannten aus der Japanologen- Clique.  

(Ich wiederhole: Dieses Programm raubt mir die Nerven! Ich bin für die blöde Gestaltung nicht zuständig.) 

Nachtrag: 12.08.2020 Essen

Wenigstens an einem Nachmittag gelang uns ein Ausflug nach Essen. Auch kein architektonischer oder städteplanerischer Höhepunkt. (Bild oben)

Aber immerhin war ich erstaunt, wie alt Essen ist! Das Münster geht auf eine Gründung aus dem 9. Jahrhundert zurück und der heutige Bau ist aus dem 13.! (Bild Mitte) Schade, dass die Stadt durch die Industrialisierung und dann durch die Kriegszerstörungen so sehr ihr Gesicht verloren hat. 

Heute kann man da einkaufen und Fressmeilen besuchen. (Bild unten) Auf die Schnelle fanden wir jedoch in Essen nichts zu essen, wenn das Wortspiel hier erlaubt ist, und zogen uns ins "Brauhaus" nach Bochum zurück.

Auffällig fanden wir, wie hübsch fein säuberlich voneinander getrennt die "besseren" Straßen mit ihren Boutiquen und kleinen Restaurants von den Billigschuppen mit den Bier- und Dönerbuden sind. Auf den Straßen waren die Citroen- Coupés allerdings genauso laut wie die Porsches!   

(Ansonsten nervt dieses Programm, in dem nichts mehr "einfach so" geht. Wenn ich nicht alle meine Posts hier hätte, wäre ich schon weg von diesem "Programmierfehler", der das nahtlose Einfügen von Fotos ebenso verhindert wie ihr Verschieben! Was für eine Google- Pleite!)

Nachtrag: 10.08.2020 Bochum

Wie vorgesehen fuhren wir nach der Polen- Reise nach Bochum (Bild oben: Bahnhofsplatz), wo wir IKEA, die Baumärkte und sonst was abklapperten, bei Franziska Regale anschraubten, Tische montierten, um- und einräumten usw. Wir hatten gut zu tun und kamen kaum dazu etwas zu besichtigen. Nun, in Bochum gibt es auch nicht wirklich was zu sehen. Ein bisschen Zentrum mit höheren Häusern und Verkaufs- Einrichtungen, Versicherungen etc. und dann grüne Stadtteile mit Vorstadt- Charakter... 

Interessant, dass man im Zentrum (Bild unten) in der Fressmeile "Bermuda- Dreieck" nicht einmal von einem hohen Anteil von
Menschen mit Migrationshintergrund, PoC oder was weiß ich reden kann, sondern einfach feststellen muss: Da sind nur wenig Menschen mit traditionell deutschem Habitus unterwegs. Ein bisschen nachdenklich stimmt es schon, wenn man sich in viele Kneipen nicht rein setzen mag, weil von "unsereins" niemand sonst da sitzt. Das ist politisch unkorrekt bemerkt, ich weiß, und doch fällt auf, wie sichtbar die "Parallelisierung" der Gesellschaften hier ist. Ein paar Meter weiter im hochpreisigen "Brauhaus" war es dann umgekehrt. Irgendwie nicht gut!

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