Egal, auf diese Weise reifte in mir beim Radfahren der Plan, endlich den jüdischen Friedhof zu suchen, den es auch in Kosice geben muss. Ich wusste, dass er unterhalb des Krankenhauses sich befinden soll und fand ihn auch mühelos. An sich schön am Hang gelegen wirkt die Anlage doch trostlos. Nur wenige Grabstehlen sind erhalten. Von dem vorbeiführenden Gehweg sind alle Platten aufgehoben worden. Wie in Plock könnten es auch hier Grabsteine gewesen sein, die als Baumaterial dienten. Naja, wenigstens ist das Gras geschnitten. Irgendeine Tafel oder sonstige Informationen fehlen. Oberhalb entsteht ein neues Wohngebiet...Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...
Dienstag, 22. September 2015
Kosice - jüdischer Friedhof
Endlich konnte ich mein neues Rad auch in Kosice ausprobieren. Ich fuhr ein bisschen in der Gegend rum und erkundete das unmöglich (des)organisierte Gleiserneuerungs- und sonstiges Straßenbaugeschehen in der Stadt. So viel Chaos! Wenn da jemand Sabotage geplant hat, hat er ganz Arbeit geleistet. Meine Fahrzeit bis zur Grenze verlängert sich um fast zwei Stunden und die nach Michalovce um eine Stunde hin und eine zurück. Für 6 x 45 min sitze ich 4 Zeitstunden im Auto! Und ein Ende ist nicht abzusehen. Statt dass etwas fertig wird, reißt man an immer mehr und neuen Stellen die Straße auf...
Egal, auf diese Weise reifte in mir beim Radfahren der Plan, endlich den jüdischen Friedhof zu suchen, den es auch in Kosice geben muss. Ich wusste, dass er unterhalb des Krankenhauses sich befinden soll und fand ihn auch mühelos. An sich schön am Hang gelegen wirkt die Anlage doch trostlos. Nur wenige Grabstehlen sind erhalten. Von dem vorbeiführenden Gehweg sind alle Platten aufgehoben worden. Wie in Plock könnten es auch hier Grabsteine gewesen sein, die als Baumaterial dienten. Naja, wenigstens ist das Gras geschnitten. Irgendeine Tafel oder sonstige Informationen fehlen. Oberhalb entsteht ein neues Wohngebiet...
Egal, auf diese Weise reifte in mir beim Radfahren der Plan, endlich den jüdischen Friedhof zu suchen, den es auch in Kosice geben muss. Ich wusste, dass er unterhalb des Krankenhauses sich befinden soll und fand ihn auch mühelos. An sich schön am Hang gelegen wirkt die Anlage doch trostlos. Nur wenige Grabstehlen sind erhalten. Von dem vorbeiführenden Gehweg sind alle Platten aufgehoben worden. Wie in Plock könnten es auch hier Grabsteine gewesen sein, die als Baumaterial dienten. Naja, wenigstens ist das Gras geschnitten. Irgendeine Tafel oder sonstige Informationen fehlen. Oberhalb entsteht ein neues Wohngebiet...Vyshka
Montag, 21. September 2015
Braunkohlegebiete um Leipzig
Mitte August ging auch die Zeit in Wismar zu Ende und wir kehrten nach Leipzig zurück. Ich kaufte mir ein neues Fahrrad, um weiter die Kosicer Berge unsicher machen zu können. ;-) Zunächst konnte ich das Rad aber nur im Flachland rund um Leipzig ausprobieren. Was für eine Überraschung! Mit dem Rad immer am Kanal entlang entdeckte ich meine Wahlheimatstadt von einer ganz anderen Seite. Sportlich gesehen ist es allerdings müßig über die Tour zu reden: Andere Radfahrer, Muttis mit Kinderwagen, Hunde, Jogger...- was sich da alles rumtreibt! Man kommt einfach nicht vorwärts. Ein bisschen besser sieht es aus, wenn man die andere Richtung nach Halle zu wählt. Auch dort war ich noch nie und mich überraschten die Seen, die aus den Braunkohlerestlöchern entstanden. Dort kann man gut baden. Bis Halle war ich nicht, aber demnächst schaffe ich das: Ganz meine Entfernung! ;-) Schöner ist die Landschaft allerdings in Richtung Delitzsch- Bitterfeld. Die alten Straßen für die Kohletransporte sind nun Radwege und so kann man mitten ins neue Seenland und darin herum fahren. Neben "kultivierten" Badeseen (Bild unten) gibt es viele Restlöcher, in denen abgestorbene Bäume und allerhand Sumpfpflanzenzeugs neue Biotope geschaffen haben. Man kann dort Vögel beobachten und anderes Getier sehen- so steht es jedenfalls auf den Tafeln an den Fernrohren, die zur öffentlichen Nutzung aufgestellt sind. Mal etwas, das an Deutschland zu kritisieren mir gar nicht einfällt. Wir haben ein schönes Land. Wir sollten (noch) mehr daraus machen!
Klassentreffen
Seit Wochen posteten Gunnar und Bodo bei fb Zeichen ihres Erfreutseins, dass unser vereinbartes Treffen (nach 40 Jahren das erste Mal wieder) näher rückt. Am 08. 08. war es dann so weit. Wir hatten den Urlaub in Wismar ausklingen lassen und ich kam nach einem Besuch bei ehemaligen Kollegen aus der Polenzeit (Rudi und Sabine- Templin) abends gerade noch zur vereinbarten Zeit. Bodo (Bild Mitte) und seine Lebenspartnerin hatten sich wirklich Mühe gegeben und alles aufgefahren, was das Herz begehrt. Danke noch einmal!
Anfangs befremdete mich das Gefühl, diese Menschen dort gar nicht mehr zu kennen. Aber das gab sich bald. Mehr als 10 Jahre Kindergarten und Schule sind doch nicht einfach wegzuwischen. Zuerst fand ich bei "Knobi" (Bild unten) die vertrauten Gesichtszüge und auch den Habitus wieder. Ein bisschen ironischer kam er daher; vom Leben gebeutelt, wie man so sagt. Vom Leben eher geküsst stellte sich Olaf vor. (Bild oben) Er "macht in Abfall" und verdient sein offensichtlich gutes Geld als Chemiker in der Abfallwirtschaft. In seinem Gesicht fand ich den alten Kumpel bis zum Schluss nicht wirklich wieder. Nur die "große Klappe" war die von früher und damit war alles klar.
Bodo war früher unser "Problemfall" in der Schule. Er hat seinen Weg gemacht und schwärmte immer noch von der DDR- Zeit. Als Schweißer auf der Werft hatte er sein Geld und vor allem wohl auch sein Ansehen. Die eigene Wertschätzung bekam dann in der Auffanggesellschaft nach Abwicklung der Werft einen Knick, den er bis heute nicht verwunden hat. Nun arbeitet er als Brotausfahrer einer Bäckerei und beklagt, dass der müde Körper die Gewichte nicht mehr wie früher stemmen will. Aber es gibt keine Alternative. Wir haben's bei ukrainischem Vodka, ordentlichem Korn und irgendwas Braunem runtergeschluckt. Ja, den körperlich Arbeitenden geht es nicht gut im Land. Warum eigentlich nicht?
Anfangs befremdete mich das Gefühl, diese Menschen dort gar nicht mehr zu kennen. Aber das gab sich bald. Mehr als 10 Jahre Kindergarten und Schule sind doch nicht einfach wegzuwischen. Zuerst fand ich bei "Knobi" (Bild unten) die vertrauten Gesichtszüge und auch den Habitus wieder. Ein bisschen ironischer kam er daher; vom Leben gebeutelt, wie man so sagt. Vom Leben eher geküsst stellte sich Olaf vor. (Bild oben) Er "macht in Abfall" und verdient sein offensichtlich gutes Geld als Chemiker in der Abfallwirtschaft. In seinem Gesicht fand ich den alten Kumpel bis zum Schluss nicht wirklich wieder. Nur die "große Klappe" war die von früher und damit war alles klar.
Bodo war früher unser "Problemfall" in der Schule. Er hat seinen Weg gemacht und schwärmte immer noch von der DDR- Zeit. Als Schweißer auf der Werft hatte er sein Geld und vor allem wohl auch sein Ansehen. Die eigene Wertschätzung bekam dann in der Auffanggesellschaft nach Abwicklung der Werft einen Knick, den er bis heute nicht verwunden hat. Nun arbeitet er als Brotausfahrer einer Bäckerei und beklagt, dass der müde Körper die Gewichte nicht mehr wie früher stemmen will. Aber es gibt keine Alternative. Wir haben's bei ukrainischem Vodka, ordentlichem Korn und irgendwas Braunem runtergeschluckt. Ja, den körperlich Arbeitenden geht es nicht gut im Land. Warum eigentlich nicht? Bydgoszcz und Grudziaz
Mikolaiki
Nein, wir haben Sulaiken nicht gefunden, fühlten uns in Mikolaiki dennoch wohl. ;-) Von Klaipeda aus muss man ja das Kaliningrader Gebiet weiträumig umfahren und so bedurfte es eines Nachtquartiers. Wir wählten das Zentrum des masurischen Tourismus, um zu sehen, wie es geworden ist und ob man es dort aushält. Es gibt wirklich Massen von polnischen Inlandstouristen und Boote und Yachten die Menge. (Bild oben) Irgendwie verlief es sich dennoch. Auf jeden Fall gibt es genügend Kneipen und abendliche Programme, so dass man nicht nur drängeln muss. Unser Restaurant (italienisch) war hervorragend- hier aß ich das schärfste Essen meines Lebens (und ich habe wahrlich schon an vielen Orten scharf gegessen!). Fast hätte ICH gestreikt! Aber dann schaffte ich es doch noch gerade so... ;-)
Das Land ist und bleibt wunderschön und es finden sich immer noch ruhige Ecken, obwohl die Infrastruktur seit den 90er Jahren gut ausgebaut wurde und sich merklich verbessert hat. Nach Olsztyn führt sogar eine Quasi- Autobahn. Wir kamen also schnell vorwärts. In Ostroda trafen wir Grazyna mit Familie. Die waren gerade in ein geräumiges Haus umgezogen und saßen de facto noch auf halb ausgepackten Koffern. Trozdem war's schön. Der Älteste probt fleißig für die Teilnahme an den Ritterspielen u.a. am jährlichen Grunwald- Event. Stolz zeigte er uns seine Kluft eines deutschen (!) Knappen. Ja, alles ändert sich...
Klaipeda und die Geschichte
Der Abschied von Tallin war nicht so leicht. Vor uns lag eine ellenlange Fahrt durch ödes langweiliges Land. Obwohl wir die Straße entlang der See wählten, war diese nicht zu sehen. Ab und an zeigten Camping- Plätze und Hotels die Nähe des Meeres an. Wir stiegen aber des Regens wegen nicht aus. In Klaipeda nächtigten wir in einem Hotel mit armenischem Restaurant. Lecker, lecker... ;-) Da konnten wir auf einen abendlichen Stadtgang leicht verzichten.
auch sonst zur gemeinsamen polnisch- litauischen Geschichte bekennen, denn so selektiv lässt sich die eigene "Nation" nun doch nicht aus dem Körper ost- europäischer Geschichte herauslösen. Grins. Schon gar nicht, wenn man solche Konstruktionen wie die der "Kulturnation" heranzieht. Das kann man an Memel alias Klaipeda gut beobachten. Und dennoch: Alle Bemühungen um Wiederherstellung des alten Stadtbildes sind nur zu begrüßen.
Abonnieren
Posts (Atom)


