Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Mittwoch, 26. September 2018

Brodnica am 16. 08. 2018

Von Grudziądz aus ist es nicht weit bis Brodnica am Eingang der Masuren. Dort war ich mit Tomasz und Familie verabredet. Bei dem schönen Wetter konnte man doch nicht in einer Kneipe sitzen und so fuhren wir an den See Bachotek, wo ein ehemals wohl zur Uni Toruń gehörendes Areal als Bade- und Erholungsgebiet ausgebaut ist. (Bild unten) Dort liehen Tomek und ich uns ein Kajak aus und paddelten eine gute Stunde in der wunderschönen Seelandschaft. Das war einfach nur großartig! Im nächsten Jahr plane ich auf jeden Fall mehr Zeit ein, denn wir wollen uns ein paar Tage auf den Flüssen und Seen vornehmen.

Kurz vor der Abfahrt gönnte sich die junge Familie auch einen kurzen Ausflug auf den See. (Bild oben) Dann sind wir - wie immer - "um die Häuser" gezogen, am Ende aber doch in dem gemütlichen gotischen Keller am Markt gelandet, wo man bis weit nach Mitternacht noch sein Bier bekommt und Musik hören kann. Ich liebe es...

Włocławek am 15.08.2018

Am 13. 08. war ich in Dresden, um mit Juri, der seine Tochter besuchte, Geburtstag zu feiern. Ein schöner Tag, der in einer fantastischen vietnamesischen Kneipe in der Neustadt ausklang, wo wir allerdings im Zentrum einer Polizeirazzia saßen, die sich angeblich gegen das Drogenmilieu dort richten sollte. Gefasst haben sie zwei "illegale" Migranten und gefunden haben sie ein paar Gramm Stoff. Gegen wen hat sich das martialische Polizeiaufgebot wohl gerichtet? Nun, dazu muss man wissen, dass die Gegend ein ausgedehntes links- alternatives Szeneviertel ist...

Von Dresden aus wollte ich nach Grudziądz/ Graudenz, um Wiesia einen Besuch abzustatten. Da es vorher Probleme mit dem Auto gegeben hatte (Lichtmaschine!) schob sich der Besuch auf einen Tag und einen Abend zusammen. Zu meinem Erstaunen wollte Wiesia mit mir nach Włocławek, wo ich auch schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr war. Viel hat sich nicht getan und wenn ich hier von den leergefegten deutschen Kleinstädten gesprochen habe, dann trifft das auf die ehemalige Wojewodschaftshaupt- und Industriestadt ebenfalls zu. (Bild oben) Immerhin hat es der Kleinen gefallen! Am Weichselufer ist auch ein neuer schöner großer Spielplatz, auf dem dann doch ein paar Mütter mit ihren Kindern die Gegend belebten.

Überraschend für mich die überdimensionierte Marina hinter der Mündung des Flusses mit dem unaussprechlichen Namen
Zgłowiączka. (Bild unten) Da hat mal wieder jemand der EU- Kommission was von Tourismusförderung erzählt und damit Geld für ein paar Boote der Superreichen rausgeschlagen. Überall dasselbe. Trotzdem hat das Areal, das früher eine Industriebrache war, sehr gewonnen. (Bild unten) Der Tag war schön und der Abend sehr angenehm. Schade, dass ich nur so kurz da bleiben konnte...

Trebsen-Hubertusburg-Torgau und Belgern am 12.08.2018

Kirstin war da, wie nun schon fast jedes Jahr, weil sie am Montag von Leipzig aus nach Russland zu ihrem Mann fliegen wollte. "Wie immer" suchten wir nach Ausflugszielen, die uns alle interessieren könnten, und die Wahl fiel auf Torgau. Allerdings wollten wir auch Schloss Trebsen besuchen, weil uns schon immer die Reklame auf der Autobahn aufgefallen war, wir aber mit Trebsen nichts verbanden. Und es hat sich gelohnt. Das heutige Schloss ist ein zweiflügliger Renaissance- Bau direkt an der Mulde, der auf älteren Unterbauten errichtet wurde bzw. diese in die damals neue Architektur integrierte. Dahinter erstreckt sich ein ziemlich großer Landschaftspark. (Bild oben)

Beeindruckend übrigens das Kultur- Angebot, das von der Schlossgaststätte auf die Beine gestellt wird. Der Besitzer soll selbst Musiker und Liedermacher sein und sorgt so sicher auch für das Überleben des ansonsten doch etwas abgelegenen Restaurants.

Nicht geplant war der Besuch auf Schloss Hubertusburg, das ziemlich "gleich um die Ecke" liegt. (Bild zwei) Dem großen Namen (der Hubertusburger Frieden beendete 1763 den Siebenjährigen Krieg) entspricht die Größe des ansonsten eher vergessenen Jagdschlosses der sächsischen Könige. Was für ein Areal! Jagdschloss? Na ja, es ist jedenfalls größer als das Schloss der rumänischen Könige. Was macht man mit so einem Ding abseits der großen Straßen und am Rande einer kleinen Gemeinde? Man lagert die Restaurationsabteilung des sächsischen Staatsarchivs dort ein und veranstaltet ansonsten Schlossführungen durch die barocke Kirche und ein paar museal eingerichtete Räume.

Interessant, dass schon das ältere Jagdschloss im Renaissancestil nicht eben klein zu nennen ist. (Bild drei) Heute befindet sich die Gemeindeverwaltung in den Räumlichkeiten. Davon ab haben wir im nahe gelegenen Landgasthof preiswert und gut gegessen.

Renaissance- Architektur erwatete uns auch in Torgau- aber das wussten wir von früheren Besuchen. Nur Kirstin war wohl noch nicht da gewesen. Das restaurierte Schloss mal ohne Gerüste in seiner alten Pracht bewundern zu können, hatte jedoch den Reiz des Neuen. Ohne Gerüste sah ich es noch nie! (Bild vier) Torgau hat das sicher nicht verdient, teilt aber die Atmosphäre so vieler sehenswerter sächsischer Klein- und Mittelstädte. Trotz großer Geschichte und vorbildlicher Restaurierung ist heute nichts mehr los. Die Straßen und Gassen leer. Jugendleben? Sichtbar nicht mehr vorhanden, auch wenn im Schlosshof für ein großes Konzert am Abend aufgebaut wurde. Man bemüht sich also, aber trotzdem wirkte die Stadt so verschlafen wie Grimma oder Altenburg, Pirna oder Döbeln. Schade. 

Auf der Rückfahrt wünschte ich mir einen Abstecher nach Belgern, das ebenfalls seit Jahren durch das Autobahnhinweisschild "Historische Altstadt Belgern" mein Interesse geweckt hat. Auch Belgern ist eine kleine historische Ackerbürger- Stadt mit einem großen Marktplatz (Bild fünf), einem Rathaus mit riesigem Roland (!) (Bild unten), einer Klosterruine und der Elbfähre, die - wenigstens am Sonntag - nicht viel Verkehr zu befördern hat. Außer uns war niemand in den Straßen. Nur in einem Café am Markt saßen ein paar Leute. Deutschland an einem Sommer- Sonntag: Totenruhe! Öffentliches Leben? Weitgehend Fehlanzeige. Liegt es nur am Geld? Oder haben die Leute kein Interesse mehr am "Nächsten" und am Austausch mit Ihresgleichen? Jedenfalls ist es nicht gut. Es sieht aus wie ein Sterben auf Raten. Dabei können doch nicht alle Menschen in ein paar Metropolen leben!

Dienstag, 25. September 2018

Freiberg am 05. 08. 2018

Die Tage in Plzen gingen unspektakulär zu Ende. Ich brachte noch Kollegen zur Bahn und fuhr dann nach Freiberg zur Familienparty. Es waren runde Geburtstage zu begehen. Uta hatte sich - dankenswerterweise - ein "Programm gewünscht und einer der Bestandteile war eine Führung durch den Freiberger Dom. Klar, da war ich schon öfter drin. Und doch: Es ist immer wieder ein Erlebnis, zumal extra für uns drei Stücke auf der Silbermann- Orgel gegeben wurden. So viele Jahre lang hatte dich die nicht mehr gehört! Was für ein Klang! Für jemanden, der seine Ohren zwischenzeitlich mit der absolut untragbaren Akustik und dem noch dazu brummig- klappernden Orgel- Konzerthaus- Substitut "Kiewer evangelische Kirche" versauen musste, ein Genuss. Was für sanft- schmelzende Übergänge dort, wo man bei anderen Orgeln den Registerwechsel als abruptes Tonende erlebt. Der Silbermann in Freiberg (Orgelempore Bild zwei) ist unübertroffen!

Dazu ist die Tulpenkanzel (Bild oben) immer wieder sehenswert. Und erstmals sah ich auch die restaurierte Grablege sächsischer Fürsten hinter dem Hochaltar in ihrer ganzen Pracht. Zu DDR- Zeiten war das Areal immer mit Planen verhängt, sei es, weil man restaurieren wollte, sei es, weil man sich wegen des schäbigen Anblicks schämte. Keine Idee. Nun ist aber alles zugänglich und wirklich schön geworden.

Im Anschluss an das Mittagessen gab es noch eine Stadtwanderung auf den Spuren der "Hebamme" - es hätte wohl auch die "Wanderhure" sein können. ;-) Die beiden Frauen, die das ein bisschen feministisch aufziehen wollten, gaben sich wirklich alle Mühe und hatten auch allerhand kleine Gags auf Lager, die das Ganze auflockern sollten. Mich aber überzeugte die literarische Qualität des vorgestellten Buches leider gar nicht. Immerhin gelangten wir "auf den Spuren" in Stadtgebiete, die ich noch nie so gesehen hatte. (Bild drei) Nun weiß ich also, wo die Geschichte des Freiberger Silberbergbaus begann.

Die schöne Stadt ist auch abseits der Boulevards und repräsentativen Straßen im Zentrum sehenswert. (Letztes Bild) Kurz: Es war ganz nett. Jedenfalls muss sich Freiberg hinter Cheb und anderen Städten dieser Art nicht verstecken. Mit Nürnberg ist es freilich doch nicht zu vergleichen. Aber wozu auch? Ich bin froh, dass Wismar eine der ehemals Freiberger Silbermann- Orgeln hat, die nun in der Nicolai- Kirche die Zuhörer begeistert! 





Cheb am 02. 08. 2018

Hm, da die Teilnehmer sich alle kannten und auch die Neuigkeiten schnell ausgetauscht, die Probleme schnell geklärt waren, kam die Idee auf, außerhalb des "offiziellen Programms" die Freizeit mit Privat- PKW zu nutzen und noch ein bisschen die nähere Umgebung zu erkunden. Von Plzen aus bietet sich Cheb an und so fuhren wir für einen Nachmittag dorthin.

Das alte Eger ist heute Provinz, hat aber sichtbar bessere Zeiten erlebt. Als Kaiserpfalz (das war mir gar nicht bewusst) hatte die Stadt früher überregionale Bedeutung und blieb darüber hinaus bis weit in die Barockzeit hinein ein wichtiger Handelsplatz. Davon kündet u.a. der riesige und langgestreckte Marktplatz! (Bild oben) Dann freilich verblasste die frühere Bedeutung und als "eingeschlafene" Stadt zieht sie heute - anders als Plzen - mit einem intakten historischen Ambiente (vor allem Deutsche Tages-)Touristen an.

Es gibt Reste der alten mittelalterlichen Stadtmauer und auch solche späterer (barocker) Fortifikation. Direkt hinter der Stadtmauer findet sich ein schöner Klosterhof (Bild zwei), der im vorderen Teil als Garten gestaltet ist (und im hinteren als Abstellgelände für Lenin- und Gottwald (?) - Statuen dient!). Dort schließt eine Kirche das Gelände ab. Man kann also nicht zur Stadt durchgehen.

Alles sehr schön. Aber für mich sensationell die Reste der Pfalzanlage mit einer vollkommen erhaltenen spätromanisch- frühgotischen Hofkirche, die trotz ihres fast quadratischen Außengrundrisses (Bild vier) deutlich sichtbar als Zentralbau (Bild drei) konzipiert war. Außerdem sind ein paar Wehrtürme, Verwaltungsbauten (?), die Außenmauern und die Ruine des Palas erhalten. (Bild fünf) Alles aus Feldstein und noch nicht in Ziegelbauweise ausgeführt.

 Bergabwärts kommt man in die Unterstadt mit Heiligem- Geist- Spital- einer ebenfalls beeindruckenden alten Kirche. Wieder hinauf geht es am bogenförmig um die Hauptkirche der Stadt herum bebaute Kirchareal (früher befestigt?) vorbei zurück zum Marktplatz. (Die Kirche ist im Hintergrund des Bildes ganz oben zu sehen) So ausgedehnt ist die Stadt nicht- ein langer Nachmittag reicht durchaus, um alles zu sehen und auch noch ein Käffchen zu trinken.

Bild sechs steht hier nur als Beispiel meiner "Fotokunst". ;-)  Ich finde es gelungen. Im Glas spiegelt sich die Kirche. Deutlich zu sehen die Biegung der sie im Halbrund umlaufenden Straße.

Um den Marktplatz richtig zu würdigen, muss man sich das obere Bild (Blick von oben nach unten) und das unterste Bild (Blick von unten nach oben) zusammen denken. Neben der Größe beeindruckt auch die Reihe beeindruckender Bürgerhäuser am Rand. Hingegen ist das Rathaus (Bild unten) nicht eben gewaltig und nicht einmal frei stehend. So viel hatte der Rat gegen die geballte Macht des Handelskapitals vielleicht nicht zu sagen. Das soll ja heute auch noch so sein. Vielleicht wurde das Rathaus ja als PPS- Projekt errichtet?




Sonntag, 23. September 2018

Plzen am 31. 07. und am 01. 08. 2018

Plzen und eine Netzwerktagung. Als ich am 31. 07. am Nachmittag ankam, war noch niemand außer mir anwesend und ich nutzte die Zeit zu einem ersten Stadtgang. Hm... Wer die am anderen Tag beim Stadtgang aufgenommenen Bilder sieht, wird es nicht glauben, aber ich werde mit der Stadt nicht warm. Zwar gibt es historische Bausubstanz und eigentlich ganz hübsche Ecken, aber die ganze Stadt wirkt merkwürdig zusammengewürfelt. Sie hat halt alle Entwicklungsphasen vom Mittelalter bis zur sozialistischen Industriestadt mitgemacht und da jede Epoche ihre Spuren hinterlassen hat, wirkt das Ganze recht uneinheitlich. Auch die Kneipenszene ist etwas unübersichtlich. Man vermutet die besten Lokale am Marktplatz, aber dem ist nicht so. Bei der Stadtführung am Nachmittag des 01. 08. kamen dann aber doch noch wirklich schöne Ecken zutage. Man muss sie allerdings suchen.

Recht uninteressant ist also der Marktplatz. Sehenswert als Einzelgebäude ist freilich das historische Rathaus. (Bild oben) Hingegen ist die zentrale Kirche auf dem Markt eher klein und gedrungen. Prächtiger schon die Neue Synagoge. (Bild zwei-.am Ende der Straße)

Kaffee trank ich in dieser lauschigen Kneipe an einem kleinen Teich. (Bild drei) Sie hat auch noch ein Pendant auf der anderen Seite - übrigens genau unterhalb des Brauereimuseums -, aber da kamen wir trotz mehrerer Versuche nicht rein. Ausgebucht auf Tage im Voraus! :-(

Dafür rutschte ich durch Zufall mit in eine Führung durch die neue Synagoge- ein prächtiges Haus. (Bild vier). Und weil mich Judaika immer schon interessiert und angezogen haben, suchte und fand ich auch noch die Reste der alten Synagoge im Hinterhof eines prächtigen Gründerzeithauses. (Bild fünf) Im Hof zwischen den Mauern liegen übrigens Steinhaufen, die aus Steinen gebildet wurden, von denen ein jeder den Namen und das Geburtsdatum eines der ermordeten Juden trägt. Schöne Idee des Gedenkens.

Wie gesagt. Eigentlich sind die Straßen ganz hübsch, aber sie sind oft leer und unbelebt. Nur rings um den Markt herum gibt es ein paar Pubs und Kneipen, die Sonnenschirme auf die Bürgersteige gestellt hatten. Insgesamt macht die Stadt den Eindruck, als ob es nicht viele Touristen gäbe und die Einheimischen ihr Geld nicht in Restaurants tragen. Tschechische Kneipenkultur? Hatte ich mir anders vorgestellt. Übrigens: Ich mochte das "Urquell" noch nie und habe mich auch dieses Mal nicht überzeugen lassen. Ich trank lieber Gambrinus und war damit gar nicht lokalpatriotisch!

Eigentlich wollte ich auch tschechischen Wein probieren, aber es hat sich nicht ergeben. Warum eigentlich? Ach ja, es waren lauter Biertrinker versammelt... ;-)



Nürnberg am 30. 07. 2018

Die Nacht verbrachte ich etwas unruhig, denn mein - ansonsten gut geführtes - Hotel lag mitten in einem "Ausländerviertel" und ziemlich direkt vor meinem Fenster befand sich eine Spätverkaufstelle, vor der arabisch aussehende Jungs und ein paar Afrikaner rum lungerten und Bier tranken. Leider hatten sie auch eine Boombox dabei, aus der bis spät in die Nacht Afro- Techno hämmerte. Es gibt Angenehmeres. Aber dann schlief ich doch ein und wachte am anderen Morgen der geschlossenen Fenster wegen schweißgebadet auf. Na ja...

Ich hatte noch einen ganzen Tag in Nürnberg vor mir, da mein nächster Termin erst am 31. und im nahe gelegenen Plzen war. Darauf hatte ich mich gefreut. Nun konnte ich auch außerhalb der Altstadt durch Nürnberg gehen, denn mein Ehrgeiz war - wie immer - mir eine fremde Stadt wenn möglich zu erlaufen. Da das Reichsparteitagsgelände der NSDAP auf dem Programm stand, hatte ich Gelegenheit bis fast "vor die Tore" der Stadt zu Fuß zu gehen. Dabei fanden sich noch einige Kleinode wie das zu einem neoromanischen Kirchenkomplex gehörige (in Teilen sicher ältere)  Pfarrhaus. (Bild oben) 

Weit draußen endete dann die großflächige Bebauung mit Gründerzeit- und Jugendstilhäusern und es kamen ein paar Neubauten. Immerhin stehen sie am Rande eines schönen Parks. (Bild zwei)

An dessen Ende findet sich nun das, was vom Parteitagsgelände übrig ist: Die unvollendet, für 50000 Menschen geplante Kongresshalle. Gigantismus pur und ziemlich widerlich noch dazu. (Bild drei) Nur der etwas seitlich neben dem Monstrum gelegene See versöhnt mit dem Areal. (Bild vier)

Trostlos das Aufmarschgelände- einst sicher imposant gestaltet mit Pylonen, Fahnen und all so'n Krams. (Bild fünf)  Man kennt es ja von den historischen Fotos. In der Kongresshalle befindet sich übrigens heute ein Dokumentationszentrum. Da bin ich denn doch nicht rein. Mich widert's halt an und ich glaube nicht, dass ich dort noch was lernen kann. Überzeugen muss mich sowieso niemand. Aber gut, dass es für Besucher aus aller Welt und (hoffentlich) viele Schulklassen geöffnet ist.



Am Nachmittag blieb Zeit genug für einen erneuten Stadtgang. Ich konnte nun in aller Ruhe fotografieren, was am Vortag von den Musikfans so dicht umlagert war, dass ein Foto nicht gelingen konnte. Das trifft z.B. auf diesen lustigen Brunnen zu, der am Tag zuvor als willkommenes Erfrischungszentrum diente. (Bild sechs)

Auch der historische Handwerkerhof (Bild sieben) zwischen zwei Verteidigungsmauern und hinter einem mächtigen Tor (Kaisertor?) gelegen, war am Sonntag zu voll gewesen, um wirklich etwas zu sehen. Nun ja, es ist halt eine touristische Attraktion mit Restaurants und Souvenir resp. Schmuckläden. Aber das muss es ja auch geben.

Am Sonntag war ich kaum irgendwo rein gegangen. Dieses Mal holte ich nach und bestaunte den Reichtum, die Höhe und die Ausgestaltung der alten Kirchen. Der wohl von Veit Stoß stammende Rosenkranz hatte es mir dabei besonders angetan. (Bild acht)

Im Dürer- Haus war ich vor Zeiten schon mit den Studenten. (Bild neun) Da wollte und brauchte ich also nicht noch einmal rein. Es gab noch genug anderes zu entdecken. Das imposante Fachwerkhaus (Bild neun) dient heute als Studentenwohnheim. Nicht schlecht.

Natürlich war ich noch einmal auf dem Marktplatz, der ziemlich scheußlich aussieht, dafür aber den goldfarbenen gotischen Brunnen aufweist, der wirklich sehenswert ist. Ich umrundete noch einmal die Burg, wanderte den Flusslauf ab und sah mir die Wiesen vor den Wällen an. Schön das alles.

Endlich landete ich wieder in meiner Würstl- Bude, die es mir doch angetan hatte. Vor allem leuchtete dort eine Laterne so genial auf den äußeren, von mir mit Bedacht gewählten Sitzplatz, dass ich auch bei Dunkelheit weiter lesen konnte. 'ne ordentliche Wurscht, ein ordentliches Bier, ein gutes Buch und so ein Ambiente bei fantastischem Wetter- was will man mehr? Ein weiterer schöner Tag ging zu Ende...