Zugegebenermaßen waren wir nicht sooo erfolgreich beim DSD I, weil sich mein Konzept, alle zu melden und sie dann zu motivieren, es auch zu schaffen, nicht umsetzen ließ. Viele Kandidatinnen kamen erst gar nicht, was "durchgefallen" bedeutet und einige andere dachten, es wird schon irgendwie gehen, was sich dann als Irrtum heraus stellte. Trotzdem gab es natürlich für die Diplomanden auch dieses Jahr eine kleine Diplomfeier mit der Leiterin der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft (oberes Bild, Zweite von links) und FBK Fabrice Liesegang (oberes Bild Mitte). Ende gut, alles gut. Nun geht es auf ein Neues...Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...
Montag, 22. Oktober 2018
DSD I- Diplomübergabe am 10.10.2018
Zugegebenermaßen waren wir nicht sooo erfolgreich beim DSD I, weil sich mein Konzept, alle zu melden und sie dann zu motivieren, es auch zu schaffen, nicht umsetzen ließ. Viele Kandidatinnen kamen erst gar nicht, was "durchgefallen" bedeutet und einige andere dachten, es wird schon irgendwie gehen, was sich dann als Irrtum heraus stellte. Trotzdem gab es natürlich für die Diplomanden auch dieses Jahr eine kleine Diplomfeier mit der Leiterin der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft (oberes Bild, Zweite von links) und FBK Fabrice Liesegang (oberes Bild Mitte). Ende gut, alles gut. Nun geht es auf ein Neues...Samstag, 6. Oktober 2018
Rumänien vor dem Referendum zum Verbot der Homoehe
Wenn es nicht zum Lachen wäre, wäre es zum Weinen. Einer meiner ehemaligen Absolventen beschwerte sich, dass die Legalisierung der Homo- Ehe direkt in den Kommunismus führen würde, weil er unter Kommunismus nun mal die totale moralische Verwahrlosung versteht. (Bild zwei- Stoppt diese neue Form des Kommunismus/ aus einem ziemlich antieuropäischen Propaganda- Video von Pro- Familia Rumänien) Andere sehen einen direkten Weg in den Schwulen- Faschismus. (Bild oben- Neue Ordnung à la LGBTQ/ aus einer Propaganda- Schrift, die heute morgen unerbeten an meiner Tür steckte.) Da hätten wir die Totalitarismus- Theorie einmal anders. Natürlich steckt die Kirche dahinter, die auch der einzige wahre Nutznießer des Referendums ist, da sie so weiter Einfluss auf die Politik gewinnen kann. Ich sah heute - leider - nur alte Leute in die Schulen strömen. Die jungen gehen nicht hin. Dabei ist die Haltung meiner Schüler ziemlich gespalten. Die meisten Mädchen und viele Jungs sind dafür, dass Homosexuelle heiraten dürfen.
Wie die Kirche argumentiert, ist ziemlich erschreckend, was mich auf Facebook zu einem Kommentar veranlasst hat, den ich hier einfach mal wiedergebe:
Der Herr Florin Ivanovici, der wegen des Referendums gegen die Homo- Ehe in meiner timeline erschienen ist, hat einen etwas begrenzten Blick, wenn er meint: "Europa wurde vom christlichen Glauben erzogen, nicht vom Humanismus." Der Humanismus, der Ketzer- und Hexenverbrennungen abschaffte und der die moderne Medizin an die Stelle von Exorzismus setzte, hat freilich in Osteuropa keine Chance bekommen. Zu behaupten, dass das christlich- katholische Italien oder der Protestantismus nicht vom Humanismus geprägt worden wären, ist allerdings ziemlich dämlich. Europa ist nicht nur Rumänien. Aber selbst hier ist die Erde keine Scheibe mehr! Oder doch? Mit der Vorstellung, "Die Bibel ist politisch nicht korrekt, aber sie ist die Grundlage der Wahrheit", kann er statt der Homo- Ehe immerhin die im Islam noch verbreitete Vielweiberei wieder einführen (siehe Altes Testament) oder den Rumänen alle sieben Jahre Schulden erlassen (ebenfalls Altes Testament). Letzteres wäre gar nicht so übel. ;-) Er könnte sich freilich auch an Jesus halten: "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." Jesus hat, soweit ich sehe, Frauen oder Homosexuelle nicht davon ausgenommen. Ivanovici kann natürlich die Bibel wörtlich nehmen und beten statt zum Arzt zu gehen. Er sollte aber auch keine Hollywood- Filme mehr schauen, denn Amerika gibt es dann nicht! Und Vorsicht bei Schiffs- und Urlaubsreisen mit dem Flugzeug: Hinter Indien ist die Welt zu Ende und man fällt direkt in die Hölle! Wer's glaubt, wird selig!
Wie die Kirche argumentiert, ist ziemlich erschreckend, was mich auf Facebook zu einem Kommentar veranlasst hat, den ich hier einfach mal wiedergebe:
Alexandrus Geburtstagsfeier
Zünftig in einem Restaurant wurde gestern Alexandrus (Bild oben rechts) 18. Geburtstag gefeiert. Um 19.30 Uhr sollte es losgehen- Pauline (Bild oben links) und ich waren um 19.45 Uhr da und die ersten Gäste. Die nächsten kamen gegen 20.30 Uhr und alle waren sie erst kurz nach 21.00 Uhr da. Ich fürchtete schon, es würde gar nichts mehr passieren, denn die jungen Leute verzogen sich ständig nach draußen, um zu rauchen. Für uns gab es wenigstens leckere Appetizer. (Bild unten) Erst gegen 22.00 Uhr kam Stimmung auf, was mit den bis dahin geleerten Flaschen zusammenhing. Ich kam mir vor wie auf einer griechischen Party, weil nur die Jungs zusammen tanzten. Die geladenen Mädchen saßen an den Tischen und sahen zu. Warum das so sei? Nun, Rotwein mache nicht so schnell betrunken- meinte Alexandru augenzwinkernd. Ich hatte mit Pauline ausgemacht, dass wir um 22.00 Uhr - nach dem Essen (leckere Grillspezialitäten) - gehen, wollte aber die Stimmung noch anheizen und scheuchte also die Mädels hoch. Mittanzen konnte ich auch, denn das, was da "tanzen" hieß, beherrsche ich mühelos. ;-) Dadurch wurde es in der Tat noch ausgelassener und machte mir auch viel Spaß. Pauline fand Gesprächspartner und so blieben und blieben wir bis gegen 02.00 Uhr. An das Ende der Party erinnere ich mich leider nicht; der Blackout kam schlagartig nach dem Verzehr einer Schokoladentorte. Ich weiß, dass ich das nicht tun sollte, bloß wenn es einen nach dem Alkohol so sehr überkommt... Totzdem bin ich gut nach Hause gekommen. Pauline ist dann um 08.00 Uhr schon wieder zu einer sechsstündigen Busreise zu einer Freundin aufgebrochen. Die Kondition habe ich nicht mehr...
Nachtrag: Besuch aus der Ukraine
Am 11. und 12. September kamen Juri (Bild oben) und Sergej mit Frau (Bild unten) in Suceava vorbei. Sie hatten Urlaub in Bulgarien gemacht und waren auf der Rückfahrt. Am Dienstag Abend reichte es noch für ein Abendessen, denn Serjoscha war doch wirklich vorschriftsmäßig gefahren! Sogar die LKW haben ihn in den Dörfern überholt. Da braucht man natürlich ein paar Stunden länger, als mein Routenplaner vorausgesagt hatte. ;-) Er lauschte dann staunend, was ich in meinem gebrochenen Russisch über das polnische Prinzip, sich einen "Sponsor" zu suchen, zu sagen hatte.

Anderntags machten wir einen kurzen Stadtrundgang, aßen noch einmal frugal zu Mittag und dann fuhren die Drei nach Hause. Ich werde sie in 3 Wochen in Iwano- Frankiwsk wiedersehen, wenn ich dort zu einem Netzwerktreffen der Freiwilligenorganisation "Kulturweit" sein werde. Ich freu mich drauf!

Anderntags machten wir einen kurzen Stadtrundgang, aßen noch einmal frugal zu Mittag und dann fuhren die Drei nach Hause. Ich werde sie in 3 Wochen in Iwano- Frankiwsk wiedersehen, wenn ich dort zu einem Netzwerktreffen der Freiwilligenorganisation "Kulturweit" sein werde. Ich freu mich drauf!
Sonntag, 30. September 2018
Klöstertour
Schönes Wetter und Null Bock auf Korrekturen. Was tun? Ich rief Pauline an und die war gleich begeistert, sich die Moldau- Klöster zeigen zu lassen. Ich war nun freilich schon so oft dort, dass es mich an sich nicht mehr vom Hocker hauen sollte. Aber wenn man etwas vorzeigen und erklären soll.
Also fuhren wir gegen Mittag los. Die erste Station war wie immer Voroneț. Pauline stärkte sich dort mit einem Langos und wir fuhren weiter nach Moldovița. (Bild oben) Ich hatte einfach Lust, obwohl ich doch Sport machen sollte. Aber wie ist das nun? Soll Sport mein Leben verlängern, oder mein Leben sein? Es muss doch auch mal ohne gehen. Jedenfalls überquerten wir die 1968 fertiggestellte Straße von Câmpulung an ihrem höchsten Punkt (Bild zwei) und ich konnte endlich wieder drei Flaschen Wacholder- Schnaps erstehen. Lecker!
Die Klosterei endete mit Sucevița (Bild unten) Wir tranken dann noch einen Kaffee auf dem Gelände der "Potten Bäckerei" (Schwarze Keramik) und kehrten nach Hause zurück. Und da bin ich nun wieder und warte auf die Nachtruhe. Schnell ins Bett, denn morgen warten 80 Arbeiten auf mich. Ich werde sie nicht alle schaffen, aber wenigstens die 12. müssen wissen, wo sie stehen. Der Rest wird dann nach und nach abgearbeitet. In der Arbeitszeit sozusagen. Es muss ja auch ein freies Wochenende geben...
Donnerstag, 27. September 2018
Timisoara am 06. 09. 2018
Mein Schuljahr begann mit einem ZfA- Seminar in Timisoara. (Bild oben) Witzigerweise hatten wir Quartier in demselben Hotel, in dem ich fast zwei Monate vorher mit Uta abgestiegen war. Ich leitete meinen Workshop zur Debatte zur Zufriedenheit der Teilnehmer und nahm ansonsten nicht an der Stadtführung, sondern an der Führung durch das Revolutionsmuseum teil. Der Film dort war sehr beeindruckend. Von den mehr als 1500 Toten der Revolte gegen Ceausescu kamen über zwei Drittel auf das Konto der Kräfte, die sich nach der Ermordung des Diktators um dessen Erbe zankten. Das wusste ich nicht. Den Rest von dem Museum kann man vergessen. Ich glaube halt nicht, dass "Gott beschloss, den Aufstand in Timisoara beginnen zu lassen" (Originalton der Führerin) und finde daher die orthodoxe Kapelle überflüssig, ja sogar pietätlos, denn es war die ungarisch- katholische Kirche, die den Aufstand unterstützte und nicht die wenig regimekritische orthodoxe. Auch dass Korea- wie Vietnamkrieg, die Invasion in der Schweinebucht und die Ermordung Allendes als Ruhmestaten im antikommunistischen Abwehrkampf gepriesen werden, darf man getrost anders sehen. Aber, wie gesagt, der Dokumentarfilm ist sehr sehenswert.
Missen- Wilhams am 03. 09. 2018
Wieder einmal bei Alfred und Berta. Wie schön, die alten Freunde aus ukrainischen Zeiten wiederzusehen und die Gastfreundschaft zu genießen, die schon sprichwörtlich ist. Von der Eifel in den Allgäu ist es schon ein ganz schöner Weg und man erfährt im Wortsinne die Größe Deutschlands. Aber ich kam problemlos an allen Baustellen vorbei und traf zum vereinbarten Zeitpunkt "auf der Alm" ;-) ein. Alfred öffnete die Weinflaschen, Berta tischte Käse, Suppen und Fleisch auf und schon war alles "wie immer". Neu war nur, dass ich auch einen der Ziehsöhne der beiden kennen lernte. Bisher war von ihm nur die Rede gewesen. Der junge Mann erinnerte mich sehr an Daniel...Am anderen Tag wanderten wir bei leichtem Nieselregen ein bisschen rund um den Ort und aßen auf der Königs- Alm frugal zu Mittag. (Bild oben) Das Wetter besserte sich und am späteren Nachmittag führte mich Alfred auf eine etwas unterhalb seines Hauses gelegene Alm, wo eine nette Bäuerin selbstgemachten Allgäuer Käse (lecker!!!) zu einem guten Rotwein servierte. So lässt es sich leben! Auch hier versprach ich, wiederzukommen. Ich hoffe, wir haben im nächsten Jahr Zeit für dieselbe Runde. Erst Eifel, dann Allgäu. Vorher kann ich die beiden vielleicht in Rumänien empfangen. Mal sehen, ob mein Chef sie mit ihrem Programm "Fridolin" einlädt...
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