Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Freitag, 8. Oktober 2021

23.08.2021 - Straßen und Autobahnen nach Níregyháza


Wozu noch Autofahren in Europa? Ich war um 09.00 Uhr auf der Straße und quälte mich Richtung Zakopane in die Slowakei, froh, nicht auf der Gegenseite unterwegs zu sein. Blech an Blech! Dann ging es besser, aber ich traute dem Frieden nicht und brauste mit Vollgas (was ich selten mache) über die ungarischen Autobahnen. Aber wegen der Zeitverschiebung und dem zu erwartenden Grenzstau sah ich mich dann doch nicht mehr zu einer christlichen Zeit in einem rumänischen Restaurant, weswegen ich nach Níregyháza abbog und im Park- Hotel am Zoo ein überaus preiswertes Nachtquartier bekam. Mit dem Essen war es allerdings etwas kompliziert. Aber dann kam ich nach 11 Stunden Autofahrt doch noch zu meinem Bierchen. (Sonst fahre ich in 11 Stunden von Leipzig bis Satu Mare!) 

22.08.2021 - Die Hölle bis Nowy Targ

Gegen 10.00 Uhr bin ich los und in Nowy Targ, wo ich mit der "Umbuchung" den Verfall der Bestellung und des Geldes umgehen konnte, kam ich nach 19.00 Uhr an!

Normalerweise sind das 4 oder maximal 5 Stunden! Natürlich stand ich an jeder Mautstelle in einem kilometerlangen Stau, aber den Vogel schossen die vielleicht 70 km von Krakow bis Nowy Targ ab. Wegen des heftigen Regens (Bild unten) hatte es wohl mehrere Unfälle gegeben. 

Doch auch so: Das Verkehrsaufkommen war gigantisch! Auch am anderen Tag wunderte ich mich, wie viele Menschen in Blechkisten die kleine Tatra ausspucken resp. aufnehmen kann. Die große Freiheit des Autofahrens? War einmal... Ich war jedenfalls froh in einem gemütlichen Restaurant (Bild oben) ohne Regen noch ein gutes Essen und ein kühles Bierchen zu bekommen...

21.08.2021 - Gestrandet in Brzeg

Am 20. 08. Aufbruch in Leipzig. Ich hatte die Fahrt großzügig geplant und wollte statt bis Kosice nur bis Nowy Targ, weswegen ich gemütlich lostrottelte. Die Gemütlichkeit endete allerdings das erste Mal am Dreieck Nossen, das zweite Mal zwischen Abfahrt Dresden Altstadt und Dresden Neustadt, das dritte Mal am Berg bis Ortsausgang Dresden und dann noch Mal vor Wroclaw auf der polnischen Autobahn. Jeweils stundenlanger Stau. Ich wollte um 18.00 Uhr in Nowy Targ angekommen sein...- kurz nach 16:00 Uhr meldete die Anzeige kurz hinter Wroclaw eine Störung im Bremssystem. Der Bremsflüssigkeitstopf war halb leer...

Also runter von der Autobahn und im nächsten Ort, der eine Werkstatt hatte, nachgefragt. Diagnose: Dichtung am Bremskraftverstärker defekt. Aber Skoda...? Kein Problem: Der Chef hat einen Cousin mit Skoda- Werkstatt in Brzeg/ Brieg. Ok, da wollte ich immer mal hin. Also Bremsflüssigkeit aufgefüllt und los. In Brzeg die Auskunft, dass das alles kein Problem und Samstag bis Mittag behoben sei. Ob ich wüsste, wo ich übernachten wolle. Nö. Ok, der Chef hat da einen Cousin und der hat zufällig ein Hotel. Aber, Hand aufs Herz, sowieso das beste. Er fährt mich hin. Gesagt, getan. Und in der Tat: Das Brauhaus ist nicht nur wegen des Biers zu empfehlen!

Anderntags dann Vertröstungen. Die Teile kommen nicht ran. Stau in Wroclaw! Ich hatte also genügend Zeit, mir dir Stadt anzusehen. Nette Provinz mit niedrigen Häusern wie in Wismar (Bild oben), aber auch mit ein paar sehenswerten Höhepunkten: Besonders originell fand ich, wie die alte Bausubstanz trotz Überbauung sichtbar gemacht wurde, ohne eine das spätere Bild kitschig verfälschende Rekonstruktion. (Zweites Bild)

Der Höhepunkt ist sicher das Schloss, das - von außen unansehnlich und unscheinbar - auf der Rückseite die Pracht eines kleines Wawel enthüllt. (Bild drei)  Auch die alte und hohe gotische Stadtkirche im Stil norddeutscher Reduktionsgotik ist sehenswert. Dennoch ist es eher die barocke Kirche meinem Hotel gegenüber, die das Stadtbild prägt, weil sie sozusagen am Zugang zur Altstadt setht. (Bild unten) 

Ich hatte auch genügend Zeit durch hübsche Parks und am Fluss zu wandern, denn der erlösende Anruf kam erst kurz nach 16.00 Uhr. Der Mann hat wirklich mit den zu spät eintreffenden Ersatzteilen repariert, obwohl die Werkstatt am Samstag regulär um 16.00 Uhr schließt. Wow! Sollte ich noch los fahren? Ich beschloss noch einmal das tolle Essen im Art- Hotel neben dem Schloss und einen ausgiebigen Nachtschlaf zu genießen und das war auch gut so.

Dienstag, 5. Oktober 2021

13.08.2021 - Abfahrt Norderney

Die Tage vergingen mit Essen, Sport, Wanderungen zum Leuchtturm etc. Ja, sie gingen schnell zu Ende. Zu schnell. Wir haben uns wohlgefühlt. Aber Ferien sind Ferien und alles ist begrenzt. Langsam kam mein Abfahrtstermin in die Moldau näher und vorher wollten wir unbedingt noch nach Wismar. Also hieß es von den gastfreundlichen Freunden, bei denen wir so gerne zu Gast waren (lustige Formulierungen!), Abschied nehmen. 

Am späten Vormittag bestiegen wir die Fähre und schon bald lag die Insel hinter uns. (Bild unten)  Unterwegs begegnete uns ein identisches Modell unserer Fähre und so konnten wir sehen, wie wir von anderen gesehen wurden. (Bild Mitte) 

In Norddeich waren dann die Auswirkungen ablaufenden Wassers deutlich zu sehen. (Bild oben) Wir fanden dann übrigens unser Auto mit offenen Scheiben vor. Aber es fehlte nichts. Sollte ich wirklich vergessen haben, die Scheiben zu schließen? Unwahrscheinlich. Egal. Alles war gut. Es hatte nicht einmal herein geregnet.

Nach einer Stau- Fahrt um Bremen und Hamburg herum langten wir noch rechtzeitig zur Abendbrotzeit in Wismar an, wo wir noch einmal Mutters Küche und unsere schöne Dachwohnung genießen konnten, ehe es zurück ging nach Leipzig. (Warum die Bilder so blöd angeordnet sind? Fragt das Programm! Es ist elend!)




11.08. 2021 - Norderney

Da Uta die Insel nicht kannte- ich war ja zwei Jahre früher schon einmal da -, stand am ersten Inseltag ein ausführlicher Spaziergang auf dem Plan. Zuerst ging es natürlich ans Wasser. Leider konnten die Zeichen allgegenwärtiger Militarisierung auch hier nicht fehlen. (Bild oben) Immerhin gibt es keinen Militärflugplatz mehr auf Norderney!

Ein bisschen außerhalb des Stadtstrandbereichs konnte man glatt vergessen, dass die Insel von Touristen überlaufen war. (Bild Mitte) Müssen Menschen im Strandkorb sitzen und sich über die zu lauten Nachbarn ärgern? Man hat doch Zeit, kann doch dahin gehen, wo man fast alleine ist. Zum Beispiel zum FKK- Strand, der mit dem Bus oder mit dem Rad gut erreichbar ist. Aber Freikörperkultur scheint nicht mehr in. Dahinten war es doch vergleichsweise ruhig.    

Ansonsten besteht die Insel aus zerfurchtem Dünenland. (Bild unten) An vielen Stellen erinnert das Relief an eine vom Krieg umgepflügte Landschaft, obwohl das nicht so sein soll. In Stadtnähe gibt es allerdings noch so manchen Bunker und Remmer meinte, er habe als Kind noch da drinnen gespielt. Erst später wurden sie gesprengt. 

Nachmittags ging Uta mit Karin in die Stadt, während Remmer und ich Sport machten. Ich joggte meine 10 km und Remmer fuhr mit dem Rad nebenher. Das war sehr erholsam und als Läufer fand ich es nicht mehr so abstrus, dass fast alle Wanderwege asphaltiert oder als Plattenwege gelegt sind. Aber im Prinzip ist es schon bedenklich, dass "wir" überall gepflasterte Wege und auf jeden Fall so wenig Natur wie möglich zu brauchen scheinen.

Samstag, 2. Oktober 2021

10.08.2021 - Norderney

Anderntags hieß es von Franziska Abschied nehmen und die Autobahn in den Norden nehmen. In Norden ganz im Norden machten wir Station und fanden mit Mühe was zu essen. Die kleine Stadt machte einen ziemlich überlaufenen Eindruck. In Norddeich stellten wir dann das Auto ab. Auf die Fähre mussten wir nicht allzu lange warten und dann waren wir nach kurzer Überfahrt auf Norderney. 

Dort erwartete uns Remmer mit Rad und Lastenanhänger, so dass der Transport unserer Taschen bequem vonstatten ging. Wir bekamen in einer Siedlung nahe beim Hafen (Bild oben) ein Häuschen angewiesen - ganz für uns. Besser ging es kaum!

Dann zu Fuß durch ein kleines Inselwäldchen (Bild Mitte) zu Remmer und Karin. Wir brachen dann zu einem ersten Strand- Spaziergang (Bild unten) auf, ehe es in eine Kneipe zum Abendessen ging. Außer uns waren noch Remmers Schwester und ein Bruder von Karin mit von der Partie. Schöner Abend.

Zum Glück kennt Karin, die als Heilpraktikerin arbeitet und viele Jahre für die Grünen im Stadtrat saß, auf Norderney Hinz und Kunz. Sonst wäre es schwer gewesen, einen Restaurant- Platz zu finden. Auch Norderney war total überlaufen. 6000 Menschen leben dort; 60000 sollen es in den Sommermonaten gewesen sein. Darauf war die Gastronomie im Ort nicht eingestellt... 

Aber, wie gesagt, das hat uns nicht stören müssen. Karins Schwester hat uns bekocht und zum Abschied konnten wir wieder für uns reservierte Plätze einnehmen. 


 

09.08.2021 - Hattingen und Wetter

Wetter? Nie gehört. Lustiger Name. Aber Franziska kannte den Ort schon und so fuhren wir gemeinsam hin. In der Tat eine nette kleine, freilich etwas verschlafene Fachwerkstadt. (Bild oben) Davon, dass von hier die Industrialisierung des Ruhrgebiets und anderer Teile Deutschlands ausgegangen ist, ist nichts zu merken. 
Aber der "romantische" Eindruck der historischen Burganlage (Zweites Bild) täuscht. Just hier hatte Harkort seine Eisenschmelze errichtet und nach englischem Vorbild begonnen, Produkte für solche Zukunfts- Technologien wie die Dampfmaschine usw. herzustellen. Jetzt weiß ich also, was Wetter mit Leipzig verbindet! 

Dann fuhren wir weiter nach Hattingen. Auch nie gehört. Aber auch hier Fachwerk über Fachwerk! (Bild drei) Dazu doch eine doch recht große Altstadt mit vielen Restaurants und Cafés. 

Man bekam den Eindruck, als hätte sich die Industriewüste rund herum einen Ort erhalten, an dem man einfach ausspannen und gut essen oder eine Tasse Kaffee trinken kann. Wir taten das alles und hatten sogar mit dem Wetter Glück. Erst als wir den Ort verließen begann es wieder zu regnen.

Insgesamt ein schöner Ausflug. Am Ende waren wir noch... Wo waren wir noch? Irgendeine größere Stadt, aber ich habe es vergessen. Ist ein Blog nicht so etwas wie ein Tagebuch? Man sollte immer gleich aufschreiben, was einem passiert, sonst ist es weg..