Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...
Donnerstag, 13. September 2018
Urlaub- Drobeta Turnu Severin 09.07.2018
Dienstag, 11. September 2018
Urlaub- Timisoara am 08.07.18
Wir kamen am frühen Abend in Timisoara an und durchquerten die Stadt zunächst erst einmal auf der Suche nach einem guten Restaurant. Das Wetter war durchwachsen und ich hoffte auf besseres Fotolicht am anderen Tag. Aber das Fotoshooting fiel dann aus- wegen Regen.
So blieb es bei ein paar Impressionen aus einer schönen Stadt, die ihr Gepräge in der Spätzeit der Habsburger Monarchie erhielt und unübersehbar von Aufstieg des ungarischen Bürgertums kündet. Die Monumentalität der Kirchen (Bild oben- Kathedrale am zentralen Platz) wie der öffentlichen Gebäude und der Bürgerhäuser in den Straßen (Bild Mitte) zeugen von Reichtum und kommunalem Wohlstand. Insgesamt erinnert die Stadt eher an Pest als an andere, kleinere ungarische Städte.
Neben allen möglichen Konfessionen haben auch verschiedene Nationalitäten ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen. Immer noch künden eine deutschsprachige Buchhandlung und das deutsche Theater vom Einfluss der Banater Schwaben. Die orthodoxen Rumänen haben sich ebenfalls monumental ins Stadtbild eingeschrieben (Bild unten), das auch ansonsten mit diversen Denkmälern und Gedenkplatten an die Rolle Timisoaras in der Wende von 1989 erinnert. Leider handelte es sich dabei um keine "friedliche Revolution", sondern um eine blutige Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, die zunächst mit Panzern anrückten und sie auch einsetzten. Ausgelöst wurden die Unruhen durch einen ungarischen katholischen Pfarrer, der sich öffentlichkeitswirksam seiner Strafversetzung widersetzte und so die Bewegung los trat. Die Mehrzahl der Toten gab es im Land allerdings erst nach der Hinrichtung des Diktators und seiner Frau, die das harte Vorgehen von Armee und Miliz befohlen hatte. Insgesamt sollen es mehr als 1500 gewesen sein...
Urlaub- Klosterneuburg und Krems am 07.08.18
Am 06.08. brachen wir in Leipzig auf und fuhren über Tschechien nach Wien, wo wir am Stadtrand ein Quartier gemietet hatten. Wir wollten Freund Lutze treffen und den "Heurigen" probieren. Aber erst einmal wurden wir in eine leerstehende Villa umgeleitet, da die sicher gemütlichere Pension im Zentrum "überbucht" war. Na gut. So schlecht war es dann ach wieder nicht. Nur die gemeinsame Toiletten- und Badbenutzung mit den dann doch noch hinzu gekommenen Nachbarn war weniger angenehm.
Da Lutz aus der Slowakei kaum und in Österreich noch ein Theater besucht hatte, also später kommen würde, sahen wir uns anderntags das ganz in der Nähe befindliche Kloster Neuendorf (Bild oben) an. Die Anlage, die im Türkenkrieg standgehalten hatte, ist schon beeindruckend. Mehr als die barocken Außen- Anlagen faszinierten mich allerdings die romanisch- gotische Klosterkirche. (Zweites Bild)
Weiter ging es nach Krems, das von allen historischen Orten noch am besten zu erreichen war. Warum hat mich das Städtchen nicht so begeistert? Ich weiß es nicht. Eigentlich war der "Piaristensteig" (ein überdachter Treppenweg auf den Berg zur Kirche - Bild drei - hinauf) ganz nett und die Stadt hat einige gemütliche Ecken und eine hübsch herausgeputzte Altstadt. (Bild vier) Vielleicht war mir das alles zu sehr "geputzt"?
Dann kam Lutz und wir stiegen die Hänge oberhalb Wiens hinauf. (Letztes Bild) Vorbei ging es an mehreren Weinbergen, auf denen samt und sonders Schänken für einheimische Besucher und Touristen standen. Wir mieden diese Einrichtungen, vor denen z.T. Reisebusse standen, und suchten einen abgelegenen Heurigen- Wirt, von dem Lutze wusste. Schließlich fanden wir das Etablissement und waren begeistert. (Vorletztes Bild) Vollends zufrieden waren wir, als trotz des böigen Windes die Sonnenschirme gegen die brennende Sonne aufgespannt wurden und wir uns an der Selbstbedienungstheke Stärkung geholt hatten Dann ließen wir uns den Heurigen schmecken und er schmeckte wirklich gut. Zuerst wollte ich den Wein nicht wirklich mit Wasser mischen und trank beides getrennt. Dann merkte ich aber schnell, dass es angesichts der frühen Zeit (gegen 18.00 Uhr), der Temperaturen und des Vergnügens zu trinken, besser wäre, das edle Getränk doch zu verdünnen. Da der Heurige als junger Wein ohnehin spritziger als der in Flaschen verkaufte ist, schmeckte diese quasi Weinschorle hervorragend...

Grund genug jedenfalls, ein Viertelchen nach dem anderen aus der Karaffe zu trinken und dann erst eine und dann noch eine usw. Karaffen hinzu zu bestellen. Was soll ich sagen? Die Zungen wurden schwerer, aber was macht das schon? ;-) So jung kommen wir nicht wieder zusammen und mit Lutze gibt es immer viel zu erzählen. Also trank ich und trank und merkte erst im Gebüsch, dass mir das Zeugs doch tatsächlich zu Kopfe gestiegen war! Gebüsch? Nun ja. Vielleicht hatte ich mich zu schnell erhoben; jedenfalls fand ich mich genauso schnell im Gebüsch hinter meiner Bank wieder. :-( Zur Ehrenrettung sei dann gesagt, dass ich mich allein wieder berappeln konnte und es von da ab wieder problemlos ins Taxi und ins Bett schaffte. Am anderen Tag sprach der leichte Druck auf dem Kopf allerdings deutlich von dem, was wir am Abend davor getrunken hatten. ;-) Bis Timisoara schaffte ich es dennoch problemlos. Wir frühstückten, brachten Lutze zum Bahnhof und fuhren dann über Ungarn nach Rumänien. (Übrigens kostete uns das falsch eingegebene Kennzeichen des Autos 128 Euro Strafe für das Befahren der Autobahn ohne gültige Maut! Also: Aufpassen, was die Vignettenverkäufer so machen!)
Donnerstag, 5. Juli 2018
Michalovce
Ganz nett auch der Nachbau eines steinzeitlichen
Siedlungshauses. (Letztes Bild) Der Rest der alten Burg (ein Turmfragment) wird gerade restauriert. Ich saß zu ihren Füßen auf einer Bank und las Arthur Schnitzlers "Casanova" mit wenig Begeisterung. Der Sinn des Ganzen hat sich mir nicht erschlossen, obwohl mir die Sprache - wie immer - gefiel. Aber das Psychologische hat ganz gefehlt...
Füzér Var
Von unten sieht die Burg sehr groß aus, was sie aber nicht ist. Es gibt zwei Verteidigungsringe und also zwei Tore, aber nur kleine steinerne Gebäude. (Bild drei) Wahrscheinlich dienten früher Holzbauten dem Fußvolk als Quartier.
Kisvarda in Ungarn
Von Satu Mare kann man über die Landstraße nach Nyékládháza fahren und das wollte ich tun, um Zsu zu besuchen, die mich schon seit zwei Jahren vermisst. Aber da ich vor 16.00 Uhr nicht erwartet wurde, hatte ich Zeit, in Kisvárda auszusteigen und auch etwas zu essen. Natürlich führte mich der Weg zuerst zum jüdischen Friedhof, den man von der Hochstraße aus sieht, wenn man in Richtung Slowakei weiter fährt. Er liegt kahl und verlassen an einem Berg und ist wahrscheinlich restauriert, indem man noch vorhandene Grabstelen wieder ausgestellt hat. Im Original dürften die Grablegen mit ihren Gedenksteinen dichter gestanden haben. (Bild eins)
Im Ort selbst fällt bei der Einfahrt ins Zentrum sofort die zur einst sicher zahlreichen jüdischen Gemeinde gehörende große Synagoge ins Auge. Sie wird renoviert und ist Museum. (Bild zwei) Leider konnte ich sie nicht betreten.
Heimreise: Satu Mare
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