Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Samstag, 19. November 2016

Von der Suceava über Botosani nach Gura Humora

Eigentlich wollte ich nur Wege finden, die man joggen oder mit dem Rad befahren kann, aber dann trug es mich doch noch ein bisschen in der Gegend rum. Den schönen Blick auf das kaum "Altstadt" zu nennende Zentrum von Suceava, das durch die Burgruine im Vordergrund (Bild eins) etwas Ehrwürdiges bekommt, hatte ich beim Joggen ausfindig gemacht. Da "oben" laufe ich also rum.

Gestern fand ich in der nahe gelegenen Siedlung, die ich schon zwei Mal auf unterschiedlichen Straßen durchquert hatte, die Straße abwärts zum Fluss "Suceava". Ich lief ein bisschen auf das Wärmekraftwerk zu, das man im Hintergrund sieht (Bild zwei), aber man kommt dann doch nicht weit, weil ein wassertechnisches Bauwerk den Durchgang versperrt. Daher nahm ich mir vor, heute die andere Seite zu erkunden. Auf dem Spaziergang heute entstanden die Bilder. Es sieht weit und einsam aus, gibt aber kaum mehr her als 15min langsames Jogging. (Bild drei)

Trotzdem war es dort schön. Ein Schäfer trieb seine Herde zum Fluss und auf der Gegenseite sammelten sich Wildvögel zum Abflug gen Süden. (Bild vier) Ein bisschen Hoffnung auf mehr Auslauf machte mir die Hängebrücke (Bild fünf), die ich heute nur begutachtete. Sie scheint fest und wenn es auf der anderen Seite noch Wege gibt... Demnächst werde ich das mit Jogging- Schuhen an den Füßen überprüfen. Angler waren jedenfalls genug am Ufer.

Ich fuhr dann mit dem Auto über den Fluss zur anderen Seite der Stadt, um den Bahnhof und den Flugplatz ausfindig zu machen. Ich fand beide, war dann aber schon so weit draußen auf der Straße nach Botosani, dass ich sie einfach weiter fuhr. Irgendwann sollte ich alle Städte in der Umgegend kennen, auch wenn die nicht als "sehenswert" gekennzeichnet sind. Botosani jedenfalls erwies sich als absolut nicht sehenswert. Der Platz mit dem Weltkriegsdenkmal (WK I) ist das einzige Altstadtareal (Bild sechs) und daneben gibt es noch vereinzelte Gebäude historischen Zuschnitts. (Bild sieben) Die Stadt scheint ansonsten kaum kleiner als Suceava, hat aber wirklich gar keinen Charme. Zu allem Überfluss fand ich außer ein paar Stampen, aus denen Lärm wie kurz vor einer Schlägerei drang, auch keine Restaurants und musste hungrig weiter fahren. Wahrscheinlich sind welche in den Shopping- Zentren, die es zu Hauf gibt, aber darauf hatte ich keine Lust.

Eine Weile überlegte ich, in Suceava etwas zu essen, aber dann entschloss ich mich doch weiter zu fahren. Ich wollte nach Gura Humora, einem bekannten Ferienort, wo auch ein Radmarathon stattfindet und Skigebiete sein sollen. Da gibt es sicher was zu essen. Fromme Hoffnung. Pensionen gibt es wirklich viele, aber sonst nur Pizzerias. Es ist auch nix los dort. (Bild unten)

Daher fuhr ich weiter in Richtung des historischen Höhepunkts im Ort, einem der Moldau- Köster mit UNESCO- Welterbestatus. Auf der Straße dorthin gab es einige Ski- Ausleihstationen, aber was macht man dann mit den Dingern? Lifts oder Ähnliches sah ich nicht. Einstiege in die Berge auch nicht. Das erinnert an die Ukraine, wo man auch die Schleichwege kennen muss. Aber hier sah ich nicht mal Fortswege. Aber es reizte mich die Gegend zu erkunden und notfalls nach Radauti weiterzufahren, wo man essen kann, wie ich von früher her weiß.

Die gut ausgebaute Nebenstraße führte durch ein schönes Tal, das dann auch noch nach irgendetwas wie "Polana" hieß und also an die ukrainischen Bezeichnungen erinnerte. Am Rand standen mehrere Schilder, auf denen stand, das in dieser "Region" Europa- Gelder wüten, was die gute Straße erklärt. Dann tauchten Kirchen auf, deren Bauart so anders als die hier übliche ist, dass ich stutzte und messerscharf schlussfolgerte, im polnischen Minderheitengebiet angekommen zu sein. Und so war es auch. Gleich an der ersten hingen Plakate, die den "swieto otec Jan Pawel II." feierten, und später sah ich auch eine polnische Fahre an einer Laterne hängen. Kurze Zeit später war die Reise aber zu Ende. Vielleicht 7 oder 10 km vor Radauti endete die Straße im Schlamm und die dort Bäume ladenden LKW machten keine Anstalten zu weichen. Die Gebärdensprache, die wir dann brauchten, klärte mich auf, dass da ohnehin kein Durchkommen wäre. Warum auch immer. So musste ich zurück und schlug gegen 17.00 Uhr hungrig, aber nicht unzufrieden mit meinem Tag, am Lidl in Suceava auf. Einkaufen, was essen und dann Austrudeln- das war mein Tag. Morgen bin ich von dem Vater eines Schülers eingeladen, mir mit ihm die Umgebung anzusehen, da denke ich, geht es zu einem der zahlreichen Klöster. Daher konnte ich heute verschmerzen, nicht am Monastir in Gura Humora Station gemacht zu haben. Aber Hunger ist halt kein guter Reiseleiter! ;-)







Dienstag, 8. November 2016

Beobachtungen

Nein, perfekt ist das Land nicht. Das Laminat in meiner neuen Zwei- Raum- Wohnung (Bild oben zeigt meine "Wohnküche") sieht wirklich besser aus, als es ist und der Kabelsalat vor meiner Tür macht einer ukrainischen Altbauwohnung alle Ehre und wäre in einem Neubau eher nicht zu erwarten. Aber es funktioniert und seit Montag habe ich superschnelles Internet (300 mbs für 7 Euro/ Monat). Freude. Dafür stürze ich regelmäßig auf der zweiten Treppe im Flur! Sie ist sowieso unmöglich gebaut. Die Stufen sind höher als tief, also rentnerunfreundlich ohne Ende und NICHT GLEICHMÄSSIG HOCH! Eine Stufe muss mindestens 2 cm höher als der Rest sein, was reicht, mich regelmäßig zum Stolpern zu bringen. Am Treppenabsatz haben sie dafür einen ca. 3,5 cm hohen "Kleinabsatz" draufgesetzt.

Auf der Bank dauerte es einen Tag bis man herausgefunden hatte, dass die europäische Sozialversicherungsnummer, ohne die man hier kein Konto eröffnen kann (tja, liebe Millionäre, die ihr nie versicherungspflichtig wart: hier gibt es für euch kein Konto!), ohne die mittlere Ziffer eingegeben werden muss. Dafür dauerte die Karte nur drei Tage. Nur lässt sich nun das Online- Banking- Konto nicht öffnen. Man muss noch mal in Bukarest anrufen. Egal, ich bin sicher, morgen läuft auch das. Immerhin war ich noch in keinem meiner Einsatzländer so schnell mit den Formalia fertig. Am 28. 10. sah ich meine Kolleginnen zum ersten Mal und nun, anderthalb Wochen später, habe ich eine Wohnung, die polizeiliche Meldung, ein Bankkonto, einen Arbeitsvertrag und Internet. Kurz, alles ist fertig! An der Schule läuft ebenfalls alles und mir kommt es nach so kurzer Zeit schon vor, als wäre ich ewig hier und hätte nie woanders gearbeitet. Das mag auch darauf zurück zu führen sein, dass sich alle Kolleginnen um mich bemüht haben, an der Schule eine ganz nette Atmosphäre herrscht und die Schülerinnen es mir leicht machen. Noch? Nein, ich glaube nicht. Kurz: Die Aufnahme hätte in kaum einem anderen Land besser klappen und herzlicher sein können. Ich hatte mich auf das Neue gefreut und war sicher, dass alles gut geht, bin aber trotzdem positiv überrascht. Dank an alle, die mir hier geholfen haben.

Seitdem ich Internet habe, gefällt mir meine Wohnung doppelt so gut. Nun brauche ich noch ein paar Bilder an den kahlen Wänden, einen Teppich und meinen Küchenläufer auf den Fußboden und den Deckenstrahler nebst Schreibtischlampe für besseres Licht - dann ist alles perfekt und wahrscheinlich sogar gemütlich. Gäste können auch kommen. Die Couch (Bild oben) kann man ausziehen und ein breites Doppelbett ist vorhanden. (Zweites Bild) Meine Aktenordner und Bücher finden in dem Regal auf dem dritten Bild Platz, der Schreibtisch steht mittlerweile im "Wohnzimmer", weil es dort warm ist und ich das Schlafzimmer lieber kühl hätte. Vielleicht kaufe ich mir demnächst einen größeren und höheren, weil ich doch zu alt bin, um mir auch noch das Rückgrat verkrümmen zu lassen. (Die Behandlung der politischen Verkrümmungen dauern noch, da muss nichts Körperliches dazu kommen!)

Naja, die Aussicht könnte netter sein (Bild vier und fünf), ist aber nicht so wichtiger. Schlimmer ist, dass ich wirklich keinen "Auslauf" habe. Das Zentrum ist klein und nicht mal wirklich zum Flanieren geeignet und sonst gibt es keine Wald- oder Feldwege, nicht einmal unbefahrene Nebenstraßen. Unter sportlichem Aspekt ist das ein ganz negativer Schlag ins Kontor. Aber ich werde außerhalb suchen. Die Berge sind am Horizont zu sehen. Wenigstens an den Wochenenden muss es was werden. Wahrscheinlich kaufe ich mir hier ein kleines Mountenbike und dann sehen wir weiter.






Freitag, 28. Oktober 2016

Suceava erlaufen

Freitag, der 28. 10. Ich habe wenig zu tun, da ich erst am Sonnabend umziehen kann. Solange dauert die notarielle Beglaubigung des Mietvertrages und außerdem soll noch ein Wasserschaden behoben werden. Ancha (gesprochen: Anka :-) ) ist erst ab 10.50 Uhr frei und so schreibe ich Emails und vertue die Zeit. In der Schule bekomme ich Schlüssel für die Kabinette und eine erste Einweisung. Drei Kopierer, ein Beamer, zwei Ordner mit Material zur Geschichte und Erdkunde- es kann los gehen. ;-) Allerdings bin ich geschockt, als die Schüler in stockendem Deutsch berichteten, sie hätten bisher meist geschrieben und gelesen und kaum gesprochen. Hä? Ich habe sofort die Hausaufgabe, den mündlichen Vortrag zum DSD schriftlich einzureichen, aufgehoben und um Zusendung der Präsentationen gebeten. Ancha wurde nervös und zog mich ins Kabinett, um mir zu erklären, wie meine Vorgängerin das gehandhabt hätte. Die war, wie ich erfuhr, Behindertenpädagogin und hatte die Art, alles hypersystematisch und kleinschrittig zu tun, wohl von daher geerbt. Ich entwickelte kurz meine Idee der künftigen Arbeitsteilung zwischen den rumänischen Kolleginnen und mir und erläuterte, was ein kommunikativer Ansatz im Fremdsprachenunterricht meiner Meinung nach ist. Ancha strahlte und meinte, endlich begänne "eine neue Ära" an der Schule! Genauso sähe sie das auch, aber meine Vorgängerin hätte von den Kolleginnen verlangt, sehr formal und vor allem schriftlich und grammatiklastig zu arbeiten. Dabei waren Giorgiona und Ancha mehrfach in Deutschland zu Weiterbildungen zum "modernen Fremdsprachenunterricht" und Mihai ist promoviert und hat seine Arbeit zur Idiomatik auch in Deutschland publiziert. Was für ein Leuchten in den Augen! ;-) Stockend und vorsichtig wurde mir von den Konflikten berichtet, die in der Vergangenheit das Verhältnis von deutscher Lektorin und den Kolleginnen belastet haben. Aus entgegengesetzter Sicht hatte ich das schon von der deutschen Kollegin gehört und mir gedacht, dass ich wahrscheinlich Vieles besser machen werde, weil sie einfach zu negativ klang. Jetzt weiß ich: Es war zu negativ! Ich bin ganz sicher, dass ich mit den Kolleginnen ein super- produktives Verhältnis haben werde. Auch die Direktorin, die Englisch spricht, ist sehr engagiert und kooperativ. Das alles hätte, den Informationen nach, die ich bekam, ganz anders sein müssen. Man würde sich nicht einmal um meine Wohnung bemühen, hatte das Orakel gesprochen. Aber man hat sich bemüht und Mihai tut wirklich alles für mich. Mehr kann man nicht erwarten.  

Dann hatte ich den Nachmittag frei. Es war kalt, aber sonnig. Also noch einmal los und Fotos machen. Außerdem musste ich sehen, wie ich morgen mit dem Auto zu meiner Wohnung komme. Gar nicht so einfach! ;-) Einen Jogging- Parcours fand ich wieder nicht. :-( Aber ich stellte fest, dass es in Suecava neben Apotheken, Banken usw. auch jede Menge Denkmäler von Wojewoden gibt, die immer eine Königskrone tragen und schrecklich bedeutend gewesen sein müssen. Nun ja, Rumänien führt seine Geschichte immer noch auf die vor mehr als 2000 Jahren romanisierten Daker zurück. Und dann fixiert man sich offensichtlich auf ein kleines Zeitfenster im Mittelalter, als walachische Fürsten (Wojewoden eben) einen Moldau- Staat beherrschten, der aus der Walachei, der Bukowina und der Moldau bestand. Das ganze ist nun die Idee von einem Rumänien in den Grenzen der damaligen Reiche. Natürlich kommen die Gründungsherrscher (Ungarn) und die fremden Siedler (vor allem Deutsche) nicht gut weg. Kurz: Die ganze Stadt ist voller Pseudokönige. (Bild drei). Wirklich, sie stehen vor und in Schulen, vor Justizgebäuden, an Straßenkreuzungen, in Parks, einfach..- überall!

Was das zu bedeuten hat, erfahre ich vielleicht demnächst im Regionalmuseum, einem wunderschön ausgewogenen traditionellen Bau. (Bild eins) Etwas weiter unterhalb der Straße brüllt das Leben im Zentrum der Stadt. Das ist modern und voller Leben, aber nicht wirklich ansehenswert. (Bild zwei) Im Sonnenlicht geht es aber. :-)  

Welche Helden mit dem europafahnengeschmückten Memorial (Bild vier) geehrt werden, hat sich mir noch nicht erschlossen. Aber Fahnen gibt es genug im Land. Auf der Fahrt hierher sah ich übrigens die größte Flagge meines Lebens. Es war grotesk: Sie wallte von einem Gebäude herunter und war bestimmt 20 m (!) lang und 5- 7 m breit. Mein Gott! So was gibt es nicht mal in der Ukraine!

Aber doch bin ich in der Bukowina, was das Museum der Region deutlich (schon im Namen) macht. (Bild fünf) Vielleicht lasse ich mich mal von Schülern dort führen. Dann weiß ich, was drinnen ausgestellt ist. Heute sah ich nur die "Haut" des alten, sichtbar aus österreichischer Zeit stammenden Gebäudes.

Ganz modern hingegen das Gitter an einer architektonisch herausragenden modernen Kirche. Wirklich ein schöner Bau und eine tolle Schmiedearbeit. Wie in der Ukraine gibt es davon viele hier. Auch an Privathäusern. Das könnte in Deutschland kaum jemand bezahlen!

Aber nicht alles ist so gelungen. Ich streifte durch schier endlose und gesichtslose Neubaugebiete, in denen man eher nicht wohnen mag. (Bild sechs) Vor allem, weil die meisten Wohnungen zu stark befahrenen Hauptstraßen heraus gehen. Horror- Idee dort schlafen zu sollen!

Aber auf der anderen Seite der Stadt gibt es historische Reste, zu denen diese Kirche unter UNESCO- Schutz zählt. (Bild sieben) Zum Ensemble gehören auch noch eine weitere Kirche und Fragmente eines Klosters (?) nebst einem alten Stadtturm. (vorletztes Bild) Der ist mächtig und kündet von der Bedeutung der alten Stadt, deren Name auf ungarische Kürschner zurück gehen soll, die sich hier ansiedelten. Wahrscheinlich stellten sie Pelz- und Lederkleidung für die Herren der Burg her, die sich früher über der Stadt erhob. Heute ist es eine malerische Ruine, die im Herbst ihre ganze Wirkung entfaltet! (letztes Bild)

 Oben auf dem Areal der Burg findet sich auch noch ein "Skansen", also ein die bäuerliche Kultur der Bukowina darstellendes Freilichtmuseum. Das liegt irgendwie passend an einem großen Friedhof und demonstriert so, wie tot die Tradition auch hier ist. Ich werde vielleicht mal hin gehen, verspreche mir aber nix davon. Viel zu viele solcher Museen habe ich in Polen und der Ukraine, auch in der Slowakei, schon gesehen. Die Städte sind ungarisch oder deutsch geprägt, was also für die Traditionsbildung nicht in Frage kommt, Deshalb hat man so viel Wert auf die ländlich- bäuerliche Kultur der slawischen oder rumänischen Volksteile gelegt. Aber die machen nun mal nicht viel her. In Czernowitz schreit die Groteske geradezu zum Himmel, wenn man den Ukrainern Nationalgefühl anhand der Hütten am Rand einer österreichischen Metropole von Weltgeltung beibringen will. Und hier wird es nicht anders sein. Man hofft, dass sich solche Verklemmungen bald legen. Ich werde mein Bestes tun. Als die Finnen stolz auf Nokia waren, brauchten sie keine "finnische Geschichte". Das ist alles. Nur Menschen, die im Elend leben, brauchen das Opium einer wenigstens "großen Geschichte". Wenn es den Leuten gut geht, ist es ihnen egal, wie ihre Vorväter lebten und dachten. Ob das immer gut ist, sei mal dahin gestellt, aber im Prinzip ist es eine gesunde Einstellung. Legt man sie zugrunde, versteht man den Blödsinn, den Pegida & Co. bei uns veranstalten. Aber denen geht es halt oft nicht gut. Und siehe da- sie suchen ihr Heil in einer imaginierten Vergangenheit "deutscher Größe". Schafft den Leuten Arbeit und Wohlstand und das Gespenst löst sich von alleine auf! Da mögen die Herren Schäuble und Thierse reden was sie wollen...







Ankunft in Suceava- Etwas Neues beginnt!

Ach, Freunde, die Anreise durch Rumänien ist ein unsagbares Elend! Nein, die Straßen sind besser, als ich sie 2010 (?) mit Daniel erlebte, als wir uns in der Ankunftszeit in Debrecen um Stunden verschätzten. Dafür gibt es LKW über LKW und die fahren halt nicht auf der rechten Spur einer Autobahn, sondern auf einer serpentienenreichen Straße immer genau vor einem. Man kann sie kaum überholen und sie sind natürlich in jeder Kurve und in den Abfahrten wie den Anstiegen unendlich langsam. Und so brauchte ich für die 650 km von Kosice bis Suceava 12 Stunden netto! Außerdem war das Wetter trübe und immer wieder regnete es in Strömen. Das kann einem schon die Nerven ziehen! Aber ich kam endlich gut an, fand ein angenehmes Hotel- Zimmer (Hotel Continental- Bild zwei) und sogar ein gutes (leider zu teures!) Restaurant.

Anderntags, also am 25. 10., war ich erst um 15.00 Uhr mit Ancha, meiner neuen Chefin, verabredet. Ich nutzte den Vormittag, mir die Stadt zu erlaufen. Allerdings regnete es in Strömen und gegen Mittag hatte ich eine völlig durchnässte Hose, aufgequollene Schuhe und eine feuchte Jacke und ein paar Bilder, die nicht so toll geworden sind. Ich verstand, dass die sehenswertesten Bauten in Suceava die Kirchen im Stil der "Moldau- Klöster" (Bild drei) sind. Es gibt eine Menge davon in der Stadt. Die erste steht gleich vor dem Hotel. (Bild oben) Viele von den Klöstern und Kirchen der Region haben uralte Fresken und Außenwandmalereien bzw. Ikonen in Mauernischen, die quasi eine "Bibel in Bildern" darstellen. Verglichen mit mitteleuropäischen Kirchenbauten sind die hiesigen bescheiden und relativ klein. Innen hatte nur die wohlhabende Elite Platz, der Rest der Bevölkerung lauschte der Predigt außen und hatte - da des Lesens unkundig - die Religion als Bildprogramm vor sich. Die UNESCO würdigte die ganze Region mit dem Status des Weltkulturerbes.

Dann traf ich meine neuen Kolleginnen und die Direktorin, die entgegen der Darstellung meiner Vorgängerin genauso nett waren wie die Mails, die ich schon bekommen hatte. Der Termin bei der Maklerin stand und Mihai führte mich dorthin und übersetzte. Er fand den Preis in Ordnung und bestätigte, dass sowieso alle freien Wohnungen der Stadt bereits besetzt seien, weil das Semester begonnen hätte. Nur die "besseren" und "höherpreisigen" Wohnungen wären noch zu haben. Also stimmte ich zu, mir eine Wohnung für 250 Euro kalt anzusehen. Ich nahm sie sofort, denn sie ist sicher die beste Wohnung, die ich im Ausland je hatte. Ein großes Schlafzimmer wartet  mit einem riesigen neuen Kleiderschrank und einem Wandschrank auf, der genügend Fächer für Bücher, Aktenordner usw. hat. Darin steht ein Doppelbett; die werte Gattin kann also kommen. ;-) Daneben gibt es noch ein großes Wohnzimmer mit Ausziehcouch (die Gäste können kommen!), einem Couchtisch, einem niedrigen Schuhregal und einem Tisch mit vier Stühlen. An einer Seite gibt es die Küchenzeile mit Waschmaschine und Kühlschrank, ein bisschen abgesetzt durch einen Pfeiler. Einen Computertisch, den ich hier aufstellen kann, gibt es auch. Das Bad ist klein, aber ausreichend. Es gibt ein Waschbecken und eine Duschkabine. Besonders hervorhebenswert ist die separate Heißwassser- Versorgung, die auch die Heizung bedient. Ich kann es also warm haben, wenn andere Leute noch auf den Startschuss der Heizsaison warten müssen. ;-)

Am Tag darauf (Donnerstag) hatte ich sozusagen frei und stellte also weitere Erkundungen an. Vor allem wollte ich wissen, ob man von meinem neuen Quartier (Bild vier- die Wohnung befindet sich oben links unter dem Dach) aus irgendwie Joggen oder Radfahren kann. Leider Fehlanzeige. Aber immerhin fand ich ein Kaufland in der Nähe. Ich kann also zu Fuß einkaufen und zur Schule gehen. Beides etwa 5 min! :-) Das bestärkte mich in der Absicht, die Wohnung wirklich zu mieten, ein Akt, der am Nachmittag über die Bühne ging. Zwei Monate im Voraus und eine Monatsmiete als Kaution- ich hatte gerade so 750 Euro in der Tasche. Daher war die Erleichterung groß, als der Vermieter sich bereit erklärte, die Miete über ein Konto entgegen zu nehmen. Ich kann es also überweisen und muss nicht immer Bargeld in großen Mengen mit mir rumtragen.

Egal. Was sah ich noch? Suceava besteht im Wesentlichen aus Banken, Apotheken, Notariaten, Zahnmedizinern, Advokaten, Kopie- Shops, Mobilfunkläden, Computer- Shops, Friseuren, Beauty- und Nailstudios und Kirchenläden. Lebensmittelläden gibt es kaum. Daneben einige Pubs, Bars, "Souflaki- Läden", Pizzerias und Lounges. Klar, zwei Mc Donalds gibt es auch. Die Menschen sehen an sich gut gekleidet bis schick aus- wie in der Ukraine. Zigeuner sind im Stadtbild kaum zu sehen, aber es gibt viele sichtbar arme Alte. Wie in der Ukraine stehen auch hier alte Männer um Schach- oder Go- Spiele herum und spielen dort um Geld. Das Publikum wettet auf den Sieg des einen oder anderen. (Bild sechs)

 Etwas erschreckend fand ich, dass Parolen wie "Bessarabien gehört zu Rumänien" (Bild fünf) öfter zu finden sind. Man wird also dem NATO- Aufmarsch gegen Russland nichts entgegen setzen und den EU- Beitritt Moldawiens (das korrupt und arm ohne Ende ist und wo fast 50 % der Bevölkerung gegen einen "Anschluss" stimmen) befürworten. Im Fernsehen laufen übrigens Sendungen, die sich mit der Sprachenfrage beschäftigen. Ein großes Problem aus rumänischer Sicht besteht darin, dass viele Moldawier kein Rumänisch bzw. nur einen ähnlichen Dialekt sprechen, also die Schriftsprache nicht beherrschen. Mein Problem sind die russischen Truppen dort, aber das scheint man - wie in Polen - nicht ernst zu nehmen. Ich muss noch raus kriegen, ob es auch Rumänen gibt, die glauben, im Falle eines Krieges in Moskau bald eine Siegesparade abhalten zu können. (Solchen Quatsch hörte ich sowohl in Polen als auch in der Ukraine!)

Egal. Weite Teile der Stadt sind ziemlich hässlich, denn unter Ceausescu hat man auch nicht eben viel Wert auf architektonische Schönheit gelegt. Grotesk die nun wirklich großen Kirchen in den Neubaugebieten, die aber alle voll sind. (Vorletztes Bild) Überall Administration und Konsum- keine wirkliche "Arbeit", Verständlich, dass die Leute arm sind. Mihai meinte, für die Wiedererrichtung einer Kirche hätte man 5000 (!) Papiere mit Stempeln, Unterschriften etc. benötigt. Oh je...

Auch in der Schule gibt es Probleme, weil meine Qualifikation keine rumänische Entsprechung kennt. Der Doktor ist hier weniger interessant als der "erste pädagogische Grad", der aber nur nach einer rumänischen Prüfung vergeben wird. Kann sein, man stellt mich ein und bezahlt mich als Berufsanfänger. Das wären fast 150 Euro weniger, als ich bekäme, wenn man meine Dienstjahre und die "höchste Qualifikation" anerkennen würde. Also muss man kämpfen, denn ich will 10 Jahre hier bleiben. Da lohnt es sich schon...





Helmut und Frank

Am Montag war ich in der Schule und habe meine Kolleginnen besucht, die sich sehr gefreut haben. Ich bekam auch meine Bescheinigungen über die Steuer, die Sozialversicherungen usw.

Dann trafen ich Karin und Remmer (Bild oben links) im Cafe "Dominico" am Dominikaner- Platz in Kosice und wir blieben bis 16.00 Uhr.  Da war ich mit meinem Freund Helmut Bistika (Bild oben Mitte) verabredet, der uns kurz vor dem Abbau noch durch seine neueste Ausstellung führen wollte. Karin und Remmer waren auch neugierig.

Die Ausstellung seiner körperbetonten Skulpturen und Installationen (Bild zwei) nebst Bildern aus früheren "Perioden"(Bild drei)  fand im Dachgeschoss des zum Kulturhauptstadtjahr restaurierten Museums statt und ich fand das Ambiente toll. Unter dem Dach gibt es eine lichtdurchflutete hohe Dachstuhlkonstruktion, die als offener Raum für Hängungen und die Aufstellung von Skulpturen sehr gut geeignet ist. Entsprechend ansprechend sah das Ganze aus. Helmut war trotzdem wütend, weil die Spießer vom Kosicer Kunstbetrieb sich an seinen Darstellungen von nackten Körpern, expliziten Szenen, Penissen usw. so gestört haben, dass sie nicht einmal das Video laufen ließen, dass Helmut als "Begleittext" der Ausstellung mitgegeben hatte. Nun ja, diese Art Piefigkeit habe ich dort immer gespürt... Aber warum Helmuts Bilder von Engeln und figurativen Fantasien keine begeisterten Freunde finden, das ist mir ein Rätsel. Diese Bilder, mein Freund, sind wirklich gut!

Ich war jedenfalls froh, meinen Projektpartner wiederzusehen und wir vereinbarten gleich, dass ich für seine nächsten Vorhaben Texte liefere. Spannend. Ich bin ja weder Experte noch Kunstkenner noch habe ich so etwas studiert etc. Aber wir haben halt einen gleichen Nerv und schwingen auf einer Wellenlänge. (Wie man sieht- letztes Bild) Und sowieso gab es in der Ausstellung nicht nur Sachen, die provozieren und zum Nachdenken anregen sollen, sondern auch Bilder, die einfach nur gefallen. Sie sind originell und trotzdem ästhetisch in dem guten alten Sinn. Das heißt, der Mann spinnt nicht nur, er kann auch etwas. Er kann sogar Publikum haben, wenn er will. ;-) Ich wünsche ihm, dass er sich langsam aber sicher durchsetzt und bald auch Erfolge genießen kann. Die letzten Ausstellungen waren ja schon in Wien und Prag. Es muss werden und ich drücke die Daumen!


Kosice im Herbst

Der Aufenthalt in Polen bei Anka war wirklich verregnet. Was danach kam, hieß Sachen packen, die letzten Dinge kaufen, Dokumente abschicken usw. Meine Übersiedlung nach Rumänien stand vor der Tür. Und am 20. 10. ging es los. Franziska hatte Mühe, mit mir die Dachbox auf den Superb zu hieven, aber dann klappte doch alles. Schwer beladen fuhr ich ab in Richtung Plock, wo es wieder regnete und regnete. Trotzdem hatte ich einen schönen Abend mit Monika und Gosia, die ich schon 10 Jahre nicht gesehen hatte. Einst besorgte ich ihr ein Stipendium und sie besuchte uns in Leipzig, ich sie in Jena (?). Weiß der Fuchs... Jedenfalls sah ich sonst nichts von Plock, genoss nur das neue Kellerrestaurant am Markt, das ich noch nicht kannte, Tags darauf fuhr ich weiter nach Lodz, wo ich bei Ljuba aus der Ukraine und ihrem polnischen Freund Emil ein Unterkommen fand und auch einen sehr schönen Abend in einem Music- Pub verlebte. Und allen, die es nicht glauben, sei es gesagt: Ich kann doch einen ganzen Abend lang Polnisch sprechen und sogar die Weltlage erklären! (Allerdings möchte ich nicht wirklich wissen, mit welcher Grammatik!) Dank an Emil, der mir mitdenkend sehr geholfen hat. ;-) Ich drücke dem "Lubchen" die Daumen, dass sie diesen Mann festhalten kann. Er ist ein toller Typ!

Dann allerdings kam die wichtigste Etappe meiner Reise. Kosice, wo ich noch ein paar Dokumente abzuholen hatte. Außerdem wollte ich meinen Kollegen und Freund Remmer besuchen und mit ihm und Karin, die ich sehr mag, noch Zeit verbringen. Und das taten wir auch. Am Sonntag fuhren wir zum Sirava und besuchten zunächst den See in Vinne. (Bild oben) Jetzt mit herbstlicher Laubfärbung war das ein schöner Anblick! Karin (Bild zwei) war ganz zufrieden und fotografierte alles.

Zum Mittag kehrten wir in der Salas- Bar ein. Mein Essen war hervorragend, aber Remmer und Karin fanden, dass sie schon bessere "Pirohy! gegessen hätten. Schade. Ich war immer mit dem Angebot zufrieden. Danach wanderten wir ein wenig am Sirava. "Still und ruhig" lag der See. (Bild drei) Uns interessierte ein bisschen der morbide Charme der sozialistischen Restbauten (letztes Bild), die leider niemand unter seine Obhut genommen hat. Immer noch nicht. Ich kenne ja die Schandflecken, früher blühende Tanzlokale, in denen z.B. Kollegin Gubikova ihre Liebe fand ;-) , schon seit fünf Jahren. Gute Erinnerungen kamen auf an die schönen Tage von fünf "Sprachwochen" mit Schülerinnen des Gymnasiums in Michalovce. Aber man soll nach vorne und nicht zurück blicken...  



Die Festungen Silberberg (Srebrna Gora) und Glatz (Klodzko)

Am 07. 10. besuchten wir bei einigermaßen annehmbarem Wetter die preußischen Festungen Silberberg und Glatz. Anka(Bild zwei) hatte das gefunden, war aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln (trotz erwiesener Härte in diesen Dingen!) nie bis dorthin gekommen. Na, mich musste sie nicht überzeugen! Original erhaltene preußische Festungsbauten aus dem 18. Jahrhundert hatte ich noch nie gesehen (nur aus dem Autofenster in Küstrin). Ich dachte gar nicht daran, dass es so was geben könnte. Aber es gibt das: In Polen! Die Anlage in Srbrna Gora ist schon beeindruckend. Hoch oben auf dem Berg gelegen und einen Pass bewachend, ist sie sichtbar so konstruiert, dass sie die Wirkung bereits weit tragender Geschütze mit Explosivgeschossen absorbieren kann. Nach außen gibt es nur Wälle und Bastionen (Bild oben), der Hof liegt geschützt als Binnenkonstruktion in der Mitte. (Bild drei).

Dann ging es weiter nach Klodzko (Glatz). Über die Stadt sind alle Kriege hinweg gegangen, die mit den Preußen oder den Deutschen verbunden waren. Man sieht Kriegslücken im Zentrum und immer wieder ein Architekturgemisch, dass nur mit einer Lückenbebauung erklärbar ist. Ihren Höhepunkt hat sie Stadt längst hinter sich, das sieht man auch. Überall fehlt Geld, müsste man etwas sanieren, restaurieren usw. Aber viele leere Fenster zeigen an, woran es wirklich hapert: In dieser Randlage gibt es für junge Menschen heute kaum Chancen auf Arbeit und Auskommen. Die Stadt blutet aus und das merkt man auf Schritt und Tritt. Schade!  

Aber was für eine Geschichte! Die mächtige Stadtkirche aus romanisch- gotischer Zeit (viertes Bild) zeigt an, dass hier einst Geld und Macht zu Hause waren. Beeindruckend auch die "Karlsbrücke", die als ziemlich genaue Kopie (?) der Prager Karlsbrücke daher kommt. (vorletztes Bild) Es gibt den Nepomuk, einen reichen Figurenschmuck und sogar die Silhouette von Kirchtürmen wie in Prag! Und am Ende gibt es ein Kaffee, das die beste Schokolade serviert, die meine Familie je getrunken hat. Jedenfalls wurde es mir so berichtet! ;-) Nix wie hin also!

Und das sowieso wegen der Festung, die in ihren Dimensionen alles in den Schatten stellt, was ich bisher gesehen habe. Von der Stadt aus sieht man nur die mittelalterliche Seite (Bild fünf), aber dahinter erstrecken sich Sternschanzen über Sternschanzen (sechstes Bild), die so ineinander verschachtelt sind, dass man nach Eroberung der einen sogleich auf die nächste stößt. Wie haben die Österreicher diesen Wall einnehmen können? Ich möchte damals nicht stürmender Soldat gewesen sein! Jedenfalls irrten wir gefühlt stundenlang in dem Labyrinth herum und waren endlich froh, den Ausgang wieder zu finden, Zu sozialistischen Zeiten nutze man das Areal sichtbar als Garage, als Werkstatt usw. Was die Stadt heute damit soll, weiß offensichtlich niemand. Es ist einfach zu groß! In der Eingangszone gibt es ein Museum, ein Cafe und den üblichen Souvenir- Shop, aber dann enden die Nutzungsideen. Sicher verhindert der Denkmalschutz eine profane Weiterverwendung. Darum sieht alles leer und steril aus. Unheimlich leer. So leer und still, dass man förmlich den Gefechtslärm des Siebenjährigen Krieges hört und die Soldaten vor sich sieht, die gefallen in den Gräben lagen...



Jedenfalls passierte die ganze kriegerische Geschichte, die der Stadt endlich das Genick brach und sie von ihrem Lebensnerv abschnitt, in den allerchristlichsten Zeiten tumben Friedensgequassels, das die Oberen (wie heute?) nie ernst nahmen. Die lebten so oder so komfortabel und konnten ihren Reichtum sicher über die Zeiten retten. Jedenfalls zeugt der Bischofssitz (Bild unten) nicht eben von Bedürftigkeit. Gezeigt werden sollte sicher auch der Triumph der Gegenreformation über den Protestantismus, der einst auch in Glatz eine feste Basis hatte. Man erkennt halt die friedensstiftende Mission des Christentums auf Schritt und Tritt! Egal, es war ein toller Tag und ein absolut lohnenswerter Ausflug. Wer mal in die Gegend kommt, sollte einen Besuch der erwähnten Sehenswürdigkeiten nicht auslassen! Vielleicht hilft das sogar den Einwohnern, die nicht eben vom Tourismus verwöhnt sind, wie es scheint. Jedenfalls gibt es wenig Kneipen und Cafes;diejenigen, die es aber gibt, sind wirklich empfehlenswert! Also, auf nach Klodzko! Es lohnt sich!