Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Samstag, 27. Oktober 2018

Schöne Stunden in Iwano- Frankiwsk

Kinderkram zum Abschied. Wir packen einen Koffer mit symbolischen Gegenständen, die anzeigen sollen, was wir von diesen Tagen mitnehmen. (Bild oben) Nun ja...

Was ich auf jeden Fall mitnehmen, sind ein paar nette Stunden mit ehemaligen (und einigen neu kennengelernten) Kolleginnen und Kollegen. (Bild Mitte) Wichtiger aber das Treffen mit einer ehemaligen Schülerin, die mich als junge Medizinerin und kommende Wissenschaftlerin auf ihrem Gebiet begeistert hat. Nicht nur, dass ihre Medikation mir nun endgültig ein gutes Gefühl in meinem angeschlagenen Körper zurückgegeben hat, nein, es hat einfach Spaß gemacht Bogdana zuzuhören. Sie strahlte eine Art von jugendlicher Intelligenz aus, wie ich sie lange nicht erlebt habe. Für mich schmeichelhaft, dass sie mich nicht nur als ihren gewesenen Lehrer, sondern als ihren "Mentor" ansprach. Warum? Die Palette reichte von Jugend debattiert bis hin zu unseren Diskussionen über Religion. Natürlich hat sie mit diesem Kapitel nun abgeschlossen. Für mich war das Ganze auf eine schöne selbstverständliche Weise schmeichelhaft. Ich werde sie wiedersehen, das ist schon klar. 

Ansonsten machte Iwano wieder einen noch besseren Eindruck als beim letzten Mal. Im Zentrum sind neue sauber gepflasterte Straßen hinzu gekommen. (Bild unten) Und sie sind für den Autoverkehr gesperrt worden. So wird das Areal der verkehrsberuhigten Zone systematisch ausgeweitet. Die Stadt strahlt daher eine Art Gelassenheit aus, wie sie nur von Kommunen ausgehen kann, die zum Flanieren einladen. Ja, genau das tut Iwano- Frankiwsk. Es lädt auf schön altmodische Art und Weise zum Flanieren ein! Natürlich traf ich gestern Juri, Taras und Ania. Mit Letzteren aß ich heute schön zu Mittag. Jetzt noch ein Abendessen mit Juri und dann fahre ich morgen ab. Hoffentlich muss ich nicht gar zu lange an der Grenze warten... :-(


Freitag, 26. Oktober 2018

25.10.18- Netzwerktreffen "Kulturweit"

Das Wetter ist weiterhin mies. Mein Hals schmerzt. Aber sonst ist alles gut. Endlich kommen auch die Programmteile, die mich interessieren. So waren wir einen Nachmittag lang am Gymnasium Nr. 5 - "meiner" Schule. (Bild oben - stehend Kollegin Natalia Sharyn) Sie haben endlich die Verbindung zwischen den Schulgebäuden fertig, ein schönes Lehrerzimmer und einen schönen neuen Deutschraum. Mittlerweile lehren 25 Kolleginnen dort Deutsch und als ich die Schülerinnen sprechen hörte, war ich wieder traurig. Es war ein wirklich gutes Arbeiten hier...

Abends dann gute Musik mit traditionellem Essen, Wodka und Gesprächen. (Bild zwei) 

Danach Treffen mit Ivan Petryshyn. (Bild unten) Ivan ist jetzt im Berufspraktikum als Chirurg und was er erzählte, stimmt traurig. Wie er erzählte, stimmt aber auch optimistisch. Der junge Mann wird seinen Weg machen, wahrscheinlich in Deutschland. Was tun, wenn es hier keine Perspektiven gibt? Für mich war lustig, dass ich medizinisch beraten wurde und wir dann noch in eine  Nachtapotheke gingen und er mir etwas besorgte, was so ähnlich ist wie mein Biopharox. Das Hexaspray eben. Es hilft langsam. Danke Ivan! Sowieso war es ein schöner Abend im Desiatka!

24.10.18- Netzwerktreffen "Kulturweit"

Iwano- Frankiwsk empfing mich mit miesem Wetter. (Bild oben) Die Temperaturen sanken bis auf 4 Grad und wir dachten schon, es würde schneien. Stattdessen blieb es bei nassem Schmuddelwetter. Für meine seit Brasov etwas angeschlagene Gesundheit das reine Gift. Die Mandeln signalisieren seit langem mal wieder die übliche Entzündung in der Lunge und ich vermisse mein Antibiotikum. Leider ist die Produktion ersatzlos eingestellt worden. Nun kämpfe ich mit Symbicourt und Hexaspray gegen eine Verschlimmerung. Nachts kann ich kaum schlucken, aber es ist eben nichts im Hals, und es wird nicht besser... 

Ansonsten sind wir im Promprylad, das ich nur als Fabrikgebäude kannte. Nun ist es im Umbau zu so etwas wie einem Kreativ- und Bildungszentrum. Ganz der westeuropäische letzte Schrei! (Bild zwei)

Nicht ganz so kreativ, aber bemüht, das ukrainische Kommunikationstrainingsteam "Insha Oswita". Wir bemalen also viele bunte Kärtchen mit Gefühlen, Gemeinsamkeiten und sprechen über anderen Befindlichkeitsquatsch. (Bild drei) Natürlich sind wir auch wieder pc, also "politisch korrekt". Meine Idee, die Freiwilligen könnten aufschreiben, was sie als beachtenswert in ihrem Gastland erfahren haben und das als weiterzuschreibendes Dokument ihren Nachfolgern übergeben, wurde abgeschmettert. Man wolle keine Stereotypen über ein Land weiter verbreiten, nützlicher wäre, wenn die Nachfolgenden wüssten, wo man eine SIM- Karte herbekommt und so was. Nein, das ist nicht nützlich, denn man googelt es heutzutage in 5 Sekunden. Aber interkulturelle Differenzen, die googelt man eben nicht- wahrscheinlich, weil die anderen auch so "korrekt" sind, die Tatsache, dass man z.B. Frauen in der Ukraine die Hand nicht gibt, für ein "Vorurteil" zu halten...

Montag, 22. Oktober 2018

20.10.18 - Landesfinale Jugend debattiert Rumänien


Am 20. 10. um 10.00 Uhr fand in den Räumen des Deutschen Kulturzentrums das Finale statt. (Bild drei) Ich hatte die Finalisten am Abend zuvor noch einmal mit ein paar Tipps und Argumenten ausgestattet und so lief die Sache einigermaßen formatgerecht ab. (Am Tag vorher waren doch Defizite in der Vorbereitung durch die Kolleginnen deutlich geworden.) Die Urteilsfindung gestaltete sich ungewohnt schwierig, da jeder der vier Juroren jemand anders vorne gesehen hatte. So was hatte ich noch nie. Man sieht also, wie wichtig Jurorenschulungen sind. Die 30 min Einweisung, die ich machen konnte, reichten offenbar nicht. Am Ende haben wir aber doch zwei Sieger gekürt, die nun mit einem Sommerstipendium nach Deutschland reisen dürfen. (Bild oben)

Im Anschluss hatten wir noch Freizeit. Die jüngste Jugend ging shoppen, die jüngere Jugend wollte auf den Berg mit dem markanten Schriftzug mit dem Stadtnamen wandern. Ich zog es vor, mit mir allein durch die mittelalterlichen Straßen zu wandern. (Bild unten) Es ist immer wieder ein Erlebnis...

Abends waren wir erst in einem Pub essen und spielen. (Bild zwei) Dann sollte es in die Disko gehen und damit das auch sein durfte, musste ich mit. Nachts um zwei Waren wir im Bett. Aber es war ganz nett. Die Atmosphäre war überraschend angenehm. Die Musik war "bummm, bumm, bummm, quiiieetsch...)

(Man mag mir die miese Gestaltung nachsehen. Ich weiß nicht, was Blogger wieder hat. Das Programm will ja öfter nicht so, wie man es sich vorstellt. Aber heute ist es besonders bekloppt!)

18.10. 18- Jugend debattiert in Braşov


Nach 5 Stunden Fahrt erreichten wir (Pauline, Teo und Ana- Bild unten rechts- Blogger will nicht so, wie ich!) Braşov und trafen Freiwillige aus Bukarest und Constanţa (links im Bild). Nach dem Abendessen verschlug es mich mit Carol und Max (Bild unten rechts) in einen Pub, wo wir - der fantastischen Live- Music wegen - bin 02.00 Uhr blieben und ein kleines bisschen zu viel tranken. :-( Die Folgen am anderen Tag waren etwas problematisch. Aber letztlich ging es doch besser, als ich dachte. Ich habe die Halbfinals gut gemanagt und wir haben die richtigen Finalisten bestimmt. Für mich ein bisschen erstaunlich, dass eigentlich alle Mädchen sich von ihren Jungs unterbuttern ließen. Die rissen das Wort an sich und die Mädchen mischten sich - brav, wie sie erzogen sind - nicht mehr in die Debatte ein. Schade. Meine beiden Debattantinnen hätten gute Argumente gehabt...

Vorbereitung auf Jugend debattiert in Rumänien

 In der Woche nach dem Seminar war zum Glück "Projektwoche", also diese Zeit, in der niemand etwas tut. So hatte ich relativ viele Möglichkeiten, meine Kleinen mit der Debatte zu quälen. Sie waren auch voll bei der Sache und ich dachte, sie werden es schaffen. Am Donnerstag fuhren wir dann nach Brasov...



11.-13.10.- Seminar in Rădăuți und Exkursion nach Czernowitz

Am 11. 10. war Anreise und wir speisten im "National" typisch bukowinisch und also nicht schlecht. Sonst war nix los. Rădăuți halt. Anderntags ging es auf Exkursion nach Czernowitz. Ich war als Reiseleiter engagiert, da niemand außer mir die Stadt kannte.


Wir kamen gut über die Grenze und das Wetter war fantastisch. Natürlich begann die kleine Führung am jüdischen Friedhof, der nun komplett von seinem früheren Bewuchs befreit ist. (Bild oben) Nackt und kahl (Bild zwei- mein Chef mit Kolln. Shlossberg) sieht er nicht halb so romantisch aus wie früher- aber vielleicht ist "Romantik" auch nicht der richtige Eindruck, den zu vermitteln so einem Relikt aus alter Zeit aufgegeben ist. So mag es eben sein, wie es nun ist. 

Ein weiterer Höhepunkt war natürlich die Universität. (Bild drei) Ansonsten waren wir gut essen und Kaffee trinken. Um 18.00 Uhr ging es zurück.

Am Sonnabend hatte ich mit den beiden Schülern zu tun, die aus Rădăuți am DSD teilnehmen wollen. Am Nachmittag war noch ein bisschen zeit und ich wanderte ein bisschen abseits der großen Straßen, um Reste der alten Siedlung zu finden. (Bild unten) Man kann sich das Schtetl vorstellen...