Reisebilder aus der Ukraine, der Slowakei, Rumänien und Osteuropa. Reflexionen zum Alltag, Reiseberichte, Kurioses und Interessantes vom Zusammenleben der Völker, Privates für Freunde und Bekannte...

Sonntag, 12. September 2021

06.08.2021-Nachtrag: Andechs und Bochum

Ok, die Handy- Bilder fanden sich noch. Warum hatte ich da eigentlich keinen Foto- Apparat dabei? Keine Idee...

Jedenfalls sind mir mit Hans- Georg am Lustschloss der lokalen Bischöfe - ja, die wussten durchaus unchristlich zu leben - vorbei auf ein Plateau gefahren, auf dem sich die Kapelle eines Heiligen befindet, der dann irgendwie in Paderborn eine Rolle spielt. Hab ich vergessen. Immerhin sahen wir Einsiedler- Grotten, die so gelegen waren, dass man von dort auf das Kloster Andechs (Bild oben) herunter schauen konnte. Wir hätten auch dorthin fahren können, aber die romanische Klosterkirche hat im Krieg einen Totalschaden erlitten und ist (bis auf die Krypta) ein Nachbau. Darauf hatte wir dann doch keine Lust. 

Entschädigt wurden wir durch den Anblick der Stammburg der Ornajes (Oranier), einer mächtigen Anlage (Bild Mitte), die zeigt, dass hier durchaus Macht vorhanden war, die im Bündnis mit den reichen niederländischen Städten den Spaniern Paroli bieten konnte.

Irgendwie haben wir in den kommenden Tagen auch Franziskas Uni besichtigt, einen modernistischen Campus, der sicher einmal fürchterlich progressiv war, jetzt aber doch ein bisschen trostlos wirkt. (Bild unten- Ruhr- Uni Bochum) Zu Abend aßen wir immerhin vortrefflich in einem Dorfgasthof in der Nähe. Wir waren am Tag nach Soest auch noch in Hattingen und Wetter, wo der Herr Harkort eine alte Burg zur Eisenhütte umgebaut hatte. Aber die Bilder davon sind auf unerklärliche Weise verschwunden. :-(

 

 


 

07.08.2021 - Soest und Werl

Mit Hans-Georg sind wir noch bis Echternach nach Luxemburg gefahren und haben uns Geschichten von der "Springprozession" angehört. Die Wallfahrt funktioniert so, dass die armen Glüubigen dem Leninschen Motto "Zwei Schritt vorwärts, einen zurück" folgen müssen. Oder hatte Lenin seine Strategie von den Katholiken? Wie dem auch sei. Wir sahen Echternach von oben, was sehr schön war, und fuhren dann noch ein Stück bis zur Stammburg der Oranier. Wusste gar nicht, dass es die noch gibt. Ein beeindruckendes Bauwerk, von dem ich aber keine Bilder habe. 

Dann haben wir Abschied genommen und sind Richtung Bochum gefahren. Unterwegs gab es noch einen kurzen Halt bei Ursula, unserer FBK aus weiland polnischen Zeiten. Ein schöner Nachmittag. Bei Franziska war es dann ein bisschen regnerisch, aber im Hotel "Schmerkötter" ;-) ließ es sich aushalten und wir fanden dann sogar noch einen Restaurant- Platz mit Olympia- Übertragung. Also alles gut.

Was macht man im Ruhrgebiet? Ich war schon einmal in Soest und schlug vor, die Stadt gemeinsam zu besichtigen, was wir dann auch taten. Wirklich eine Perle! Natürlich wieder Fachwerk! (Bild oben) Als beinahe geschlossenes Altstadtgebiet mit gut erhaltener historischer Bausubstanz aber sehr sehenswert. Auch liebevoll zurecht gemacht. (Bild zwei)  

Für mich wieder besonders interessant die romanische Kirche. (Bild drei) Wir aßen gut mit Blick auf den kleinen Stadtteich und hatten auch so jede Menge zu sehen. Dennoch blieb vom Tag noch was übrig und wenn wir schon mal in der Nähe waren...

Die Hinweisschilder auf das historische Werl waren ja nicht zu übersehen. Als Wallfahrtsort weithin berühmt, erwartete ich eine imposante romanische Kathedrale und wurde nicht enttäusch. (Bild vier) Ansonsten hab es manch Interessantes in der alten Salzstadt zu sehen, aber als Altstadt hält Werl den Vergleich mit Soest nicht aus. Es gib viel Neues und das ist nicht so Besonders, als dass man viel davon schreiben müsste. 

Auch diesmal klang der Abend mit der Olympia- Übertragung und einem deftigen Essen aus.

Donnerstag, 9. September 2021

04.08. 2021 - Himmerod

Ich meine, Hans- Georg hat uns ein bisschen "missbraucht" und sich bei seiner Eifel- Tour eigene Wünsche erfüllt. Zu dem Bestreben, uns etwas zu zeigen, kam wohl der Wunsch, selbst noch einmal an die Orte seiner Jugend gefahren zu werden. Aber was soll`s? Wir ließen uns von dem alten Herrn, dem wir viel verdanken, gern zu den Stätten führen, die ihm wichtig sind. Eine davon war das schön gelegene Kloster Himmerod. (Bild Mitte) 

Eigentlich mag ich barocke Klosteranlagen nicht besonders, aber hier machten die romantische Lage, die schlanken, an gotische Architektur gemahnenden Formen, und die Schlichtheit des Inneren alle Nachteile des Barock wett. Das Kloster war zerstört und verfallen und ist auf Initiative eines Abts in der unmittelbaren Nachkriegszeit wieder aufgebaut worden. Hans- Georg meinte, dass der spirituelle Bedarf nach der Kriegskatastrophe so groß wie der Hunger nach Brot gewesen sei. Das mag stimmen. Es ist eben eine erzkatholische Gegend.

Im Anschluss an die Klosterbesichtigung wurde auch mein "Bedarf" an Burgen gedeckt. Zwei Ruinen stehen sich in Manderscheid gegenüber. Eine Ober- und eine Unterburg. (Bild unten) Alles schön anzusehen.

Sonst hatten wir mit Hans- Georg schöne Abende. Zwar wollte er immer früh schlafen gehen, aber bis 23.00 Uhr haben wir doch ausgehalten. Alle Achtung: Was für eine Kondition! 
 

03.08.2021 - Maria Laach

Am 03.08. verließen wir Wiesbaden in Richtung Eifel. Auf dem Weg nach Gondenbrett zu Hans- Georg kamen wir an Maria Laach vorbei. (Bild oben) Die Romanik hat uns also verfolgt und wird auch weiter auf unserer Reise eine Rolle spielen!

Auch dieses Gebäude lebt von den großartigen Proportionen und von der Schlichtheit der wuchtigen Fassade. 

Viele Details wie die Säulen (Bild unten) bestätigen diesen Eindruck. Im Inneren ist das Baudenkmal eine lebendige Klosterkirche, was mich nicht sonderlich beeindruckt hat. Das übliche Interieur passt nicht zur romanischen Außenhaut. Für mich sind Kirchen eben doch eher Museen. ;-)

Gondenbrett erreichten wir zur Kaffee- Zeit. Hans- Georg freute sich. Die Corona- Zeit hat den kommunikativen alten Herrn, der in seiner Gegend Hinz und Kunz kennt, doch tief getroffen. Zumal sein Augenlicht gelitten hat und er nicht mehr Auto fahren kann, Das schränkt den Bewegungsraum dann doch erheblich ein.

02.08.2021 - Speyer

Wir waren schon mal da, wollten aber noch mal hin. Lutze musste zum Dienst und so hatten wir frei. Die Stadt selbst hat einen hübschen Marktplatz und ein paar nette Gassen (Bild unten), lebt ansonsten aber von der Uferpromenade und natürlich vom Kaiser- Dom! (Bild oben)

Romanische Kirchen faszinieren mich immer wieder. Hier war es insonderheit die Krypta, die mich begeistert hat. Das Ganze lebt von der Harmonie der Proportionen und sonst von gar nichts. Einfach toll.

Ansonsten gab es einen Wermutstropfen: Am Rathaus verkündete ein Plakat stolz, die Stadt sei gemeinsam mit Worms ihrer jüdischen Stätten wegen UNESCO- Weltkulturerbe geworden. Aber wo sind die Hinweisschilder auf eben jene bemerkenswerten Denkmäler? Wir fanden keine! Erst als wir die Judengasse erreicht hatten (Bild unten), fiel ein Schild auf, das uns den "Judenhof" versprach. Was mag der sein? Wir durchstreiften die Gasse, fanden viele Eingänge zu Höfen, an deren Toren "privat! und "Betreten verboten" stand- ein erneutes Hinweisschild, dass sich eben hier der Judenhof befände, sahen wir nicht. Liebe Tourismus- oder Denkmalsschutzbehörde: Hier gibt es noch Arbeit! 

Aber sonst war es ein schöner Tag. Der Regen setzte erst ein, als wir schon kurz vor dem Auto waren... 


 

Donnerstag, 2. September 2021

01.08.2021 Butzbach

Erster Urlaubstag. Unterwegs nach Wiesbaden zu Kumpel Lutze meldete sich unterwegs der Magen und so beschlossen wir, die Autobahn zu verlassen und was zum Essen zu suchen. Auf einem braunen Schild am Straßenrand wurde die Altstadt von Butzbach angepriesen und also machten wir dieses kleine Städtchen zum Ziel des ersten Ausflugs. Zu Essen fanden wir leider nichts, weil man in Deutschland um 14:00 oder spätestens 15:00 Uhr den Laden schließt, oder zu Kaffee und Kuchen übergeht...

Butzbach war trotzdem eine Reise wert. Wir fanden schöne alte Häuser (Bild oben) und wirklich sehenswerte Teile einer alten Stadt (Bild unten) mit Stadtmauerfragment, Wehrturm und Kirche und allem, was sonst noch dazu gehört. Von nun an würden uns die weißen Fachwerkhäuser begleiten, ehe sie im Norden wieder durch Backsteinrot abgelöst wurden. Aber davon soll hier noch nicht die Rede sein. Wiesbaden erreichten wir pünktlich, so dass einem Abendessen mit Lutz nichts im Wege stand. ;-)